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Über Waldfeen und Baumelfen

Habt Ihr schon mal etwas von „mori kei“ gehört? Dieser Begriff stammt aus dem Japanischen. Mori = Wald und kei = Stil, frei übersetzt ist „mori kei“ ein besonders in der japanischen Modeblogger-Szene anzutreffenden Trend, sich erd- und naturverbunden zu kleiden. Leicht fallende Gewebe, eher zu viel als zu wenig Stoff, sanfte Farbtöne, viel Grün, Braun und Grau. Im Land der aufgehenden Sonne steht „mori kei“ aber nicht nur für einen bestimmten Style, sondern für ein ganzes Lebensgefühl. Sich nicht einengen lassen, sich nicht in den Grossstadtfluchten verlieren, aus dem Alltag ausbrechen, frei und selbstbestimmt leben – und vielleicht zu einer Waldfee oder einer Baumelfe werden…



Als das kanadische Indie-Sewing-Label Elegance&Elephants ein neues Kleidchen vorstellte und es auch noch „Mori Dress“ nannte, musste ich sofort an „mori kei“ denken. Keine falsche Assoziation, wie sich herausstellte. Heidi, die Schnittmusterdesignerin, hat tatsächlich all die typischen Elemente aufgegriffen, die den japanischen Stil so einzigartig und zauberhaft machen. Dass es das Kleidchen nun auch in deutscher Übersetzung bei Näh-Connection gibt, freut mich ganz besonders.

Das Mori Kleid ist anders, es setzt sich über geschriebene Gesetze hinweg und verlangt Mut: Charakteristisch sind die sehr grossen Flügel, die besonders schön zur Geltung kommen, wenn man leicht fallende Stoffe wie Double Gauze, Leinen oder Voile verwendet. Wenn man das Konzept von „mori kei“ versteht, dann wird klar, dass die Rüschen kein nordamerikanisches Detail sind, kein Rüschenfestival (bis der Arzt kommt), sondern ein Ausdruck von Freiheit und Unbeschwertheit.

Natürlich kann man sagen: Gewöhnungsbedürftig, aber das ist eher ein Erwachsenenproblem. Das Kind war vom ersten Augenblick wie verzaubert von dem Waldelfen-Gefühl, das einen scheinbar überkommt, wenn man das Mori-Kleid anzieht. Ich habe mich für einen Stoff aus der aktuellen Kollektion Cloud9 fabrics (erhältlich z. B. in der Eulenmeisterei) entschieden. Die Serie „Park life“ ist perfekt für diesen Zweck. Grün, Teichfarben, Schwäne (mit Flügeln!), dazu die winzigen Blümchen als Kontraststoff – wunderschön.


Ich hätte nie gedacht, dass ich die Paspel, die Ihr hier seht, irgendwann brauchen würde. Sie lag in meiner Schublade, ein Mitbringsel von einem Näh-Festival, eine Kuriosität in einer ungewöhnlichen Farbe. Und dann kam Mori – und alles fügte sich. Im Rückenbereich wird Mori von einem Band zusammengehalten. Man könnte es aber – zumindest meinem Empfinden nach – komplett weglassen, denn Waldkleider engen niemals ein.

Ganz am Schluss noch ein paar Zusatzinfos: Mori kann als Kleid oder Tunika genäht werden. Verlängern bis zum Boden geht natürlich auch. Das Schnittmuster beinhaltet die Grössen 74-128. Es ist nicht sonderlich aufwändig, in meinen Augen somit anfängertauglich. Natürlich gibt es kleinere Hürden, aber die werdet Ihr locker meistern – denn: Mori, das Waldelfenkleidchen, kommt ohne Reissverschluss und Knöpfe aus. Ist das nicht super?

Das Kleid bekommt Ihr in deutscher Übersetzung hier. Bis einschliesslich 23. Mai 2016 gibt’s 20 Prozent Rabatt auf den Schnitt.

Und nun viel Spass beim Nähen, Ihr (bald auch noch) Waldelfen-Mütter!



Bettina

6 Kommentare

  1. Ja, ist ein sehr schöner Grundgedanke, finde ich auch. Obwohl ich viele japanische Kreationen eh schon mori kei finde, obwohl sie es gar nicht per se sind. Die schneidern einfach sehr luftig und mit viel Kreativität. Like that a lot!

  2. Total schön, euer Mori-Kleid 😊 und mit mori kei muss ich mich mal weiter belesen- gefällt mir irgendwie 😊
    GLG Dominique

  3. Ganz herzlichen Dank für den wunderschönen und informativen Text. Ich glaub das verlink ich gleich noch zusätzlich in der Produktbeschreibung! Super, super toll. Und das Kleid ist eh ein Traum!

  4. Liebe Bettina
    Ein schönes Kleid aus einem wundervollen Stoff und tolle Bilder und ein echt spannender Text, danke!
    Lg Kathrin

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