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Die Lieblingstunika 2.0

Die Sonne schien, die Vögel zwitscherten – und es war saukalt an diesem Frühlingstag im März. Trotzdem wollte meine Tochter ihre neue Lieblingstunika anziehen. Ihr Motto: Wenn schon frieren, dann doch bitte mit Stil…

Nun gut, her mit der Kamera! Ich präsentiere den frisch überarbeiteten Schnitt der Lieblingstunika  von Erbsenprinzessin. Das Modell, das schon lange zur Produktpalette von Britta (alias Erbsenprinzessin) gehört, fiel früher gerade in den höheren Grössen eher kastig aus. Nach dem „Facelift“ sitzt die Lieblingstunika nun vor allem im Brustbereich figurnäher, die Ärmel sind auch schmäler geworden. An dieser Stelle muss ich erwähnen, dass ich das Schnittteil für die Ärmel weiter optimiert habe. Das war keine Hexerei, ich musste dafür  das Schnittteil für den kurzen Ärmel um ca. einen Zentimeter kürzen – und dann einen Halbkreis auf das Schnittteil aufzeichnen. Den „Halbmond“ abschneiden – und fertig sind die Cap Sleeves.

Die Passen sind mit einem doppelt gelegten Bündchenstreifen versäubert. Beim Annähen müsst ihr darauf achten, den Streifen rund um den Hals (nur ein klein wenig!) zu dehnen. Sobald ihr im geraden Bereich seid, bitte nicht mehr dehnen. Damit der Streifen später nicht umklappt bzw. nach  jedem Waschen mühsam zurück in Position gebügelt werden muss, habe ich eine Hilfsnaht angebracht: Geradestich, Stichlänge 4. Keinesfalls weniger, da die Naht sonst zu schnell reisst.

Im Bereich des Saums habe ich einen weiteren Bündchenstreifen angenäht, der etwas kürzer als die Tunika ausfällt, um eine leichte Tulpenform zu erreichen.Selbstverständlich könnte man hier auch mit der Doppelnadel eine klassische Naht anbringen, um die gerade Form der Tunika zu erhalten.


Ein paar Worte zu diesem Wahnsinnsstoff: Es handelt sich um die Eigenproduktion „Bloom“ von Alles für Selbermacher aus der Feder von Rebeka Gindah. Obwohl ich den Stoff erste wenige Wochen besitze – ach, was, Tage – ist er bereits ratzfatz ausverkauft. Keine Ahnung, ob der Hersteller nachproduzieren lässt. Ich Glückliche habe „Bloom“ übrigens auch noch in einer Farbvariante liegen.

Am Schluss noch einen kleinen Tipp: Ich sehe immer wieder Nähwerke in den gängigen Blogs, die tadellos genäht sind – bis auf ein Detail: die Musterausrichtung stimmt nicht. Das ist zwar nicht tragisch, aber irgendwie ein bisschen schade. Wenn man nicht genug Stoff hat, was uns allen schon passiert ist, dann sei’s drum. Wenn aber genug Material vorhanden ist, kann man diese Klippe leicht umschiffen. Jedes Muster folgt einer inneren Logik. Bei „Bloom“ ist es besonders einfach, da die Blumen vertikal ausgerichtet sind. Mein Tipp: Sucht euch immer eine Fixpunkt, wenn ihr die Schnittteile auflegt. Das kann – so wie hier gemacht – die Mitte der weissen Blütenstängel sein. Oder ein Füchslein, das immer wieder im Muster auftaucht und so weiter. Das ist dann eure gedachte Mitte. Alle Teile mit Stoffbruch müssen hier angelegt werden. So erhält man eine gerade Front- bzw. Rückenoptik. Bei den Ärmeln kann man ganz ähnlich verfahren. Fixpunkt suchen, der in beiden Stofflagen gleich ist – und erst dann schneiden. Wenn Partien ineinander übergehen (so wie hier die Passe und das Rockteil), macht es ausserdem Sinn, auf den Rapport zu achten. Heisst: Wenn die Blume am oberen Schnittteil aufhört, muss im unteren Teil der Stängel sitzen. Selbstverständlich funktioniert das nicht immer. An meinem Beispiel kann man aber gut sehen, dass leichte Abweichungen kein Problem sind. Wichtig ist die vordere bzw. hintere Mustermitte. Alles klar?





Viele Grüsse von Bettina, die bald noch viele andere Lieblingstuniken nähen muss. Und einen passenden Mantel, den das Kind dann im Winter über den dünnen Tuniken tragen kann.

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