Alle Artikel mit dem Schlagwort: Kokka

Mein Meisterstück

 Ich habe es tatsächlich geschafft. Nach einem ewig langen Anlauf ist mein wunderbarer Wind-und-Wetter-Parka (in Fachkreisen auch WWP genannt) endlich fertig. Aus dem ursprünglichen Herbstprojekt ist zwar ein Frühlingsmäntelchen geworden, aber: Who cares? Der berühmte Wind-und-Wetter-Parka war schon lange auf meiner Liste. Das Doofe war bisher nur, dass Svenja, die Inhaberin des Indie-Labels Lotte&Ludwig, das Ding ursprünglich nur bis Grösse 44 gradiert hat. Da passe ich auch unter Zuhilfenahme eines Schulöffels nicht rein. Da anscheinende viele Kundinnen eine Grössenerweiterung angeregt haben, gibt es das gute Stück seit ein paar Monaten nun bis zur Grösse 48. Perfekt. Bevor ich in die Details gehe: Mein dunkelblauer WWP ist zum Niederknien schön geworden. Ich habe noch NIE etwas so Komplexes und gleichzeitig so Wunderbares hergestellt. Was mir besonders gefällt ist die Silhouette. Von vorne wird die Taille betont, der High-low-Saum sieht von der Seite ausserdem sehr sportlich und modern aus. Wie so oft bei Lotte&Ludwig muss man als Kundin erst Mal eine Million Entscheidungen treffen. Näht man die lange Parka-Version oder doch lieber das kurze Anoräkchen? Mit dickem …

Sanigold – oder aus zwei mach eins

Mit reichlich Verspätung zeige ich Euch den letzten Schnitt aus der Wild-and-Beautiful-Damenkollektion von Näh-Connection: das Sanibel Dress (Design: Hey June, USA). Theoretisch könnte man auch einen Sanibel-Einteiler nähen, aber ich mag Tuniken/Kleider gerne. Genau genommen müsste mein Nähbespiel übrigens Sanigold statt Sanibel heissen. Ich habe nämlich, frech wie ich bin, meinen neuen Lieblingsschnitt Marigold (schaut mal hier und hier) mit dem Sanibel gekreuzt.  Das war nicht von Anfang an geplant, aber beim Zuschnitt ist mir aufgefallen, dass das Original-Oberteil kastenförmig ist. Bei den einen bringt das Quadratische und das Mehr an Stoff die (grazile, feingliedrige) Silhouette zur Geltung – bei mir nicht. Ich brauche eine definitiv eine Taillierung. Also habe ich all die schönen Hemden-Details von Sanibel genommen – und mein Nähwerk unterhalb der Achseln in den Marigold-Grundschnitt überführt. Um den sportlichen Look zu betonen, habe ich die Rocktaschen weggelassen, alles auf Tunika-Länge gekürzt und den Saum an den Seiten etwas hochgezogen. Klingt jetzt kompliziert, war es aber nicht. Ich will nicht weiter auf den Schnittmuster-Hack eingehen. Ich erzähle Euch lieber etwas über Hemden. Ich behaupte, …

Geht es noch bunter? Nö!

Wenn ich meinen Stil beschreiben sollte, würden mir vor allem drei Dinge in den Sinn kommen:1. Farbe2. Farbe3. Und noch mehr Farbe.Ich berausche mich an Nuancen, an Schattierungen und an Farbharmonien. Obwohl ich manchmal  total selten auch einfarbige Stoffe verarbeite, zieht es mich immer wieder zu den wirklich ausdrucksstarken Prints. Dass das mitunter zur Gratwanderung werden kann, wisst ihr. Die Linie zwischen „wahnsinnig schön“ und „wahnsinnig bunt“ (Hilfe!) ist hauchdünn.  Ich verrate Euch heute einen kleinen Trick, wie man beim Kreieren „perfekter“ Farbkombinationen mogeln kann. Und das geht so: Man nehme einen asymmetrischen, quietschbunten Japanstoff. Ich habe es leider verschwitzt, das zwei Meter lange Stoffstück aus dem Hause Kokka vor der Verarbeitung zu fotografieren. (Zu meiner Schande kann ich Euch auch nicht mit dem genauen Namen der Kollektion versorgen, da der Print schon sehr lange in meinem Regal lag… sorry dafür.)  Aber ich schätze, Ihr könnt euch den Stoff vorstellen. Obwohl alles schön zusammenpasst, ist der Print (selbst für mich) eine Spur too much. Es gibt Blumenfelder, es gibt Streifen, es gibt panelartige Rapporte.  Nun …

Das Wasserfarbenkleid

Ich gebe zu: Auch ich war überrascht von dem Ergebnis. Ihr kennt das alle: Wir stellen uns vor, wie sich alles fügt, wie ein Stoff mit dem Schnitt harmoniert, wie die anderen Nähzutaten das Gesamtbild verfeinern. Ja, im Kopf ist alles klar. Aber wir wissen auch, dass sich nicht jedes Projekt wie gedacht entwickelt… Hier hat alles gepasst. Am Anfang stand der Schnitt BLUE RIDGE KLEID von der amerikanischen Designerin Holli Coats. Ein ungewöhnlicher Entwurf, der im vergangenen Jahr im englischsprachigen Raum für Furore gesorgt hat. Als Annika von Näh-Connection das Schnittmuster ins Deutsche übersetzte und in ihre „Wild-and-free“-Sommerkollektion aufnahm, war ich im siebten Kleidchenhimmel.  Das Blue Ridge Kleid (das übrigens auch zu einer Tunika verkürzt oder unendlich verlängert werden kann) hat eine kurvenartig verlaufende Empire-Taille. Alle Ausschnitte werden mit Schrägband versäubert. Besonders raffiniert ist der Einsatz des Bandes in der Kleidmitte. Dort legt sich der Stoffstreifen wie eine kleine Welle über die eingereihten Rockteile. Das Oberteil ist komplett verstürzt, die Seitennähte werden mit einer Prinzessnaht verschlossen. Fazit: Das Finish könnte nicht professioneller sein. Dass die …

Miss Polly Blogtour

  This post is in English and German.  Dieses Posting ist zweisprachig verfasst, auf Englisch und auf Deutsch.   Let’s bake some cupcakes, MISS POLLY! Actually it is Miss Ida. But when my daughter wears her new MISS POLLY dress she becomes little Miss Polly – fresh out of a vintage commercial. Stirring dough, making sugar frosting, adding sprinkles – yummy! The MISS POLLY pattern has that special 1950 attitude. I opted for two canvas fabrics (cotton-linen-mix). The bubbly one with the peacocks on it was made by Kokka, Japan. And the magenta one is from Cotton+Steel, USA. I’m not sure, but I think I got both fabrics from Miss Matatabi. Frances carries almost everything from Kokka and Cotton+Steel. Can you see the golden rice falling down like sugar sprinkles? Lass uns Cupcakes backen, MISS POLLY! Okay, genau genommen ist das hier auf den Fotos nicht Miss Polly, sondern mein kleines Fräulein Ida. Aber wenn sie ihr neues MISS POLLY Kleidchen trägt, dann sieht sie aus wie aus einem 50er Jahre Werbespot. entsprungn. Sie rührt …

Eine Ida für meine Ida

Ich konnte nicht anders. Ich musste das Schnittmuster „Ida“ einfach kaufen. Schliesslich heisst meine Grosse auch Ida. Eine Ida für die Ida – bei dem Gedanken schmolz ich dahin wie ein Stück Schoggi in der Ostersonne. Als sich meine Mutterhormone (nach dem Download) wieder etwas beruhigt hatten, machte ich mich mit der Tunika „Ida“ von Hedi näht vertraut. Das Teil ist einfach konstruiert: Ein Vorderteil, ein Rückenteil, nach Bedarf noch zwei aufgesetzte Taschen – fertig. Versteht mich nicht falsch, simple Vorlagen sind super. Nicht (nur), weil sie so schnell genäht sind, sondern auch, weil sie ausdrucksstarken Stoffen Platz lassen.Den Meter von Kokka, den ich für meine erste „Ida“ verarbeitet habe, hatte ich seit über einem Jahr wie meinen Augapfel gehütet. Gekauft an einem garstigen Februartag auf einem Berlin-Trip bei idee.Berlin (riesiges Kokka-Sortiment!), gut gelagert zwischen den gelben und weissen Stoffen in meinem heimischen Regal, zog ich ihn immer wieder hervor. Das Blockstreifenmuster, die ausdrucksstarken Farben, die wunderbare Baumwoll-Leinen-Qualität, total mein Stil. Doch immer, wenn ich „vielleicht“ dachte, schüttelte das bunte Muster seine Fäden und protestierte. Bis jetzt.  …