Alle Artikel mit dem Schlagwort: 46/48

Warum alle Blau lieben

 Jeden Monat denke ich: Dieses Mal mache ich mit, dieses Mal bin ich dabei. Und immer kommt etwas dazwischen. Entweder eine für mich untragbare Farbe („Weiss“ —> darin sehe ich aus wie ein Camenbert), eine fiese Grippe (Hatschi!) oder einfach nur der ganz normale Alltagswahnsinn. Doch jetzt, im sechsten Anlauf, hat es geklappt. #12coloursofhandmadefashion, here I am! Heute machen wir es mal anders als sonst: Ich erzähle Euch nur ganz kurz, was ich genäht habe, denn – abgesehen vom hier benutzten Hamburger-Liebe-Stoff „Dotties“ – wisst Ihr schon alles über den Schnitt. Mal wieder ein Turner Dress von Cashmerette, dieses Mal mit Kappärmelchen. (Weitere Varianten meines Lieblingsschnittes findet Ihr hier und hier.)

Free Hugs und ein Gewinnspiel

Hallo! Sagt mal, ist Euch auch so heiss wie mir? Ich schmilze gerade. Ungefähr so müssen sich Kellerasseln fühlen, denen man den das Dach über dem Kopf (den Stein über den Fühlern) wegzieht. Und weil wir alle kollektiv schwitzen, dachte ich, ich zeige Euch doch mal schnell mein (momentan) allerliebstes Sommershirt-Schnittmuster: das Dartmouth Top von Cashmerette.

Fifties forever!

In meiner privaten Zeitrechnung gibt es ein Leben vor dem Nähen – und eines seitdem. Früher stand ich regelmässig in grell ausgeleuchteten Läden und träumte von Klamotten in „meinen“ Farben und meiner Grösse. Der Aufprall auf dem Boden der Tatsachen war jeweils hart: Ich habe oft schlecht sitzende Teile in Kompromissfarben („Schwarz steht allen“) gekauft. Die Alternative wäre ein Heulkrampf in der Umkleidekabine gewesen. Eben. Doch nun ist alles anders. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage: Mit dem Nähen kam ein neues Lebensgefühl. Ich zeige Euch heute meinen aktuellen Lieblingsschnitt (Turner Dress von Cashmerette), leicht am Ausschnitt modifiziert, und zwei wunderschöne Biostoffe von Nosh aus der aktuellen Frühlingskollektion. Zusammen ergibt das ein Outfit wie aus einem 1950er Jahre Film.  Ich werde immer wieder gefragt, ob ich mir sicher bin, dass ich 46/48 trage. Bin ich. Der Trick besteht darin, die eigenen Vorzüge zu betonen. Hier mal – nur für Euch – ein Gedankenprotokoll meiner Ideen zu dieser Outfitplanung: Ich stehe total auf den Stoff mit den schwarzen Pünktchen (Nosh Pryry, pheasant black). Aber will ich …

Mein Meisterstück

Ich habe es tatsächlich geschafft. Nach einem ewig langen Anlauf ist mein wunderbarer Wind-und-Wetter-Parka (in Fachkreisen auch WWP genannt) endlich fertig. Aus dem ursprünglichen Herbstprojekt ist zwar ein Frühlingsmäntelchen geworden, aber: Who cares? Der berühmte Wind-und-Wetter-Parka war schon lange auf meiner Liste. Das Doofe war bisher nur, dass Svenja, die Inhaberin des Indie-Labels Lotte&Ludwig, das Ding ursprünglich nur bis Grösse 44 gradiert hat. Da passe ich auch unter Zuhilfenahme eines Schulöffels nicht rein. Da anscheinende viele Kundinnen eine Grössenerweiterung angeregt haben, gibt es das gute Stück seit ein paar Monaten nun bis zur Grösse 48. Perfekt.  Bevor ich in die Details gehe: Mein dunkelblauer WWP ist zum Niederknien schön geworden. Ich habe noch NIE etwas so Komplexes und gleichzeitig so Wunderbares hergestellt. Was mir besonders gefällt ist die Silhouette. Von vorne wird die Taille betont, der High-low-Saum sieht von der Seite ausserdem sehr sportlich und modern aus.  Wie so oft bei Lotte&Ludwig muss man als Kundin erst Mal eine Million Entscheidungen treffen. Näht man die lange Parka-Version oder doch lieber das kurze Anoräkchen? Mit dickem …

Pullikleid oder Kleiderpulli

Es gibt viele Schönheitsoperationen, für die ich eine Kandidatin wäre. Oberlid-Korrekur? Yes. Wurstfinger-Verschmälerung? Definitiv! Doppelkinn absaugen? Sehr gerne. Einen Eingriff kann ich aber definitiv von der Liste streichen. Ich werde NIE eine Hinternvergrösserung brauchen. Hallo, Kim, Beyoncé und Nicki Minaj, ich bin wie Ihr!  In meinem neuen Jasper Dress (Schnitt via Näh-Connection) kann nun alle Welt meinen grandiosen Po bewundern. Er wird von diesen kecken vertikalen Teilungsnähten, die den Schnitt so besonders machen, wie ein Meisterwerk eingerahmt 😉   Aber jetzt mal schön der Reihe nach: „Jasper“ kommt wie der vor wenigen Tagen gezeigte Opal Cardigan aus dem Hause Paprika Patterns. Das ist ein holländisches Indielabel, das sich in der Vergangenheit vor allem durch neue Schnittführungen einen Namen gemacht hat. Jasper (in der Kleidversion) hatte ich schon lange auf meinem Radar. Wie schön, dass Annika von Näh-Connection den Schnitt nun für den deutschsprachigen Markt übersetzt hat. Da ich eine ihrer Botschafterinnen bin, führte kein Weg mehr an dem Sweatkleid vorbei. Ach, ja, Opal ist ein Edelstein, Jasper auch. Jasper heisst zu deutsch Jaspis = roter Quarzit. …

Ein Opal für alle Fälle

Huch? Hat sie da etwa Jeans an? Das fragte meine liebe Bloggerfreundin Maarika von Liivi&Liivi und rieb sich verwundert die Augen. Jaaa, sie hat tatsächlich recht. Wenn Frau ausnahmsweise mal kein Kleid, sondern einen Cardigan näht (alle Augenpaare bitte auf die petrolfarbene Weste!), müssen die Allround-Beinkleider an den Start. Der Westenschnitt kommt vom niederländischen Label „Paprika Patterns“ und heisst „Opal“. Fun fact: Alle Schnitte von Paprika Patterns sind nach Edelsteinen benannt. Ich gebe zu, dass ich mich gerne über die Namen von Schnitten lustig mache. Diese Taufe hier ist aber geglückt. Zur Erinnung: Ein Opal ist ein Edelstein, der allen Farben des Regenbogens schimmert. Vielseitig, wandlungsfähig und wertvoll – diese Attribute passen auch zu meinem neuen Opal Cardigan.  Ihr könnt den Opal Cardigan (Schnitt in deutscher Übersetzung seit wenigen Tagen bei Näh-Connection) in drei verschiedenen Längen nähen: bis zur Taille reichend, bis zur Hüfte oder ungefähr bis Höhe Kniekehlen. Ich habe mich für die Midi-Variante entschieden. Kurvige Mädels wissen, dass diese Länge besonders schmeichelhaft ist, vorausgesetzt man ist – so wie ich – gross. Kleinere …

Waterfall Raglan für Damen

Ich habe ein Faible für Designer, die ausgetretene Pfade verlassen, die uns etwas Neues anbieten, uns Entwürfe vorlegen, die (noch) ungewohnt sind. Gabriela vom kalifornischen Indie-Label Chalk and Notch ist für mich die Königin dieser Disziplin. Die Schnittdirektrice hat nun mit dem Waterfall Raglan Top and Dress erneut einen Schnitt veröffentlicht, der schon bald von anderen kopiert werden wird… Stellt Euch ein Raglanshirt vor. Eines mit gut sitzender Schulterpartie und exakt abschliessendem Halsausschnitt. Nett. Doch was passiert, wenn die Schulterpartie nun nicht in ein gerade geschnittenes Oberteil mündet? Wenn stattdessen ein sehr weit ausgestelltes Top folgt? Ich gebe zu, ich war skeptisch. Nachthemd war das erste Wort, das mir in den Sinn kam.  Ich nähe so gerne, weil ich dabei Grenzen ausloten kann, weil ich das in 40 Jahren gesammelte Wissen über das, was mir steht, hinterfragen und korrigieren kann. Nehmen wir diese grosse Rüsche. Der „Wasserfall“ ist verspielt und für sich genommen so etwas von nicht mein Stil. Wir sind ja schliesslich nicht bei „Unsere kleine Farm“, oder?  Als Gegengewicht zu den geometrisch geprägten Raglanärmeln funktioniert der …

Turner Dress – der It-Schnitt aus den USA

Ich habe eine neue Lieblingsdesignerin: Jenny von Cashmerette. Ihr erinnert Euch vielleicht an mein kunterbuntes Appleton-Wickelkleid von neulich? Heute zeige ich einen weiteren Schnitt aus dem Cashmerette-Portfolio: das Turner Dress. Das ist ein so genanntes „Skater Dress“. So nennt man Damenkleider aus dehnbaren Materialien, die eng am Oberkörper anliegen und im Rockteil weit schwingen. Die Konstruktion betont die Taille und weibliche Kurven.  Da Cashmerette im Plus-Size-Bereich gradiert, hier noch schnell die Links zu Anbietern, die Skater-Dress-Schnitte im Normgrössen-Bereich Sortiment haben: „Moneta Dress“ von Colette Patterns, „Lady Skater“ von Kitschy Coo. (Ausserdem hat mir ein Vögelchen gezwitschert, dass eines meiner Lieblingskinderlabels Madeit Patterns aus Grossbritannien an einem Skater Dress für Mädchen und Teenies arbeitet.)   Das Turner Dress ist seit seiner Veröffentlichung DAS Sensationsschnittmuster auf dem Curvy-Sewing-Markt. Es steht erstaunlicherweise fast allen Näherinnen, egal, ob die Problemzone weiter oben oder weiter unten liegt. Gerade läuft die Wahl zum besten Kleiderschnittmuster im Curvy Sewing Collective in den USA. Und ich sage Euch: Das Turner wird in seiner Kategorie abräumen. Da bin ich mir seeeehr sicher. Ich konnte …

Frisch gewickelt

Die Anfrage von dem Stoffgrosshändler Kurt Frowein war kurz und knackig: „Hast Du Lust, einen Brinarina-Stoffe aus der Stony Shapes-Kollektion zu vernähen?“ (Viele denken sicher: Was für eine Frage! Natürlich hat sie Lust… ) Aber so einfach ist es nicht. Seit ich blogge, folge ich vor allem einem Prinzip: Nur mit Stoffe bzw. Schnittmuster zu arbeiten, die mir auch wirklich gefallen. Wie gut, dass ich in diesem Fall keinen Millimeter von meiner eigenen Regel abweichen musste. Wie Ihr seht, ist das Design, das ich mir für mein Projekt ausgesucht habe, nicht gerade das, was man dezent nennt. Nope, das Stöffchen knallt. Aus meiner Erfahrung profitieren auffällige Muster und grosse Rapporte von Schnitten, die nicht zu symmetrisch sind. Es ist schöner, die Farben ineinander laufen zu lassen. Mit anderen Worten: Die Riesendreiecke in Lila, Violett, Senf, Nude und Marine sind ideal für ein Wickelkleid. Ich glaube, es gibt 3578 Wickelkleid-Schnittmuster. 3574 davon hätte die Welt nicht gebraucht. Echt jetzt. Eine liebe Freundin, die in den USA als Schnittdirektrice arbeitet, sagte mal, es gebe fast kein anspruchsvolleres …

Bordeaux-Fuchsia-Bordeaux-Fuchsia

Also wenn das hier nicht MEINE Farben sind, dann weiss ich es nicht. Ich zeige Euch heute den brandneuen Bio-Jacquard „Strickpunkt“ in der Kombination Bordeaux-Fuchsia. Jaaaa, richtig. Im Herbst gab es bereits erste Strickpunkt-Designs, exklusiv erhältlich im Stoffbüro. Die hochwertigen Jersey-Jacquards (Made in Germany by Albstoffe) kamen bei Euch so gut an, dass es nun Nachschub gibt.  Wie Ihr wisst, liebe ich Farben – und diese beiden ganz besonders. Ich glaube, es ist die Verbindung aus zwei verwandten und doch im Hinblick auf ihre Wirkung verschiedenen Schattierungen:Bordeaux: RuheFuchsia: LebensfreudeBordeaux: AusgewogenheitFuchsia: EnergieBordeaux: TraditionFuchsia: ModerneBordeaux: LieblingsfarbeFuchsia: (neue) Lieblingsfarbe Da ich immer für ungewöhnliche Kombis bin, habe ich „meinen“ Strickpunkt sowohl mit Orange (Kette – und irgendwie auch die Haare)  als auch mit Rot (Strumpfis und Stiefel) vereint. Das funktioniert hervorragend.  Wer es dezenter mag, kommt aber auch mit Grau voran (siehe Garagentor). Schwarz wäre hingegen nicht meine erste Wahl, da der Kontrast zu hart ist. Sicher gut funktioniert auch Taupe oder Beige. Falls Ihr noch nie einen Stoffbüro-Jacquard vernäht habt, hier ein paar Infos: Das ist keine …

Ella reist um die Welt – Australien

Welcome to Australia! Heute legt Ella auf ihrer Weltreise einen Zwischenstopp in Down Under ein. Hä? Keinen Ton verstanden? Also gut, nochmals von vorne: Heute „reist“ Ella, das ungewöhnliche Blusenschnittmuster von So! Pattern, nach Australien. Wir reden natürlich nicht von einem echten Tripp, sondern vielmehr von einer Traumreise auf die Südhalbkugel.  Die Ella-Tour fusst auf zwei Ideen:  Erstens nimmt sich jede Bloggerin das Ella-Schnittmuster vor und verändert es so, dass die Basis zwar erhalten bleibt, aber dennoch etwas Neuartiges entsteht. (Wir Blogger reden dabei von einem „Hack“.) Mit anderen Worten: Wir zeigen Euch in den nächsten Tagen, was alles in Ella steckt. Und das ist jede Menge. Ich habe meine Ella beispielsweise in eine Tunika verwandelt. Im Original ist Ella taillenlang, mit ungewöhnlichen Seitenteilen, einem Stehkragen und weiten Ärmeln. Sie kann in den Grössen XS bis 3XL genäht werden. Ich habe einige kleinere Details verändert und ein Rockteil angesetzt. Damit Ihr nachvollziehen könnt, wie Ihr eine Stahlarbeit-Ella nachnähen könnt, hier eine kleine Zeichnung:  Ich habe Ella erst mal ganz normal genäht. Der ursprünglich enthaltene Stehkragen …

Frau Alma from Germany

This post is in English and German.  Dieses Posting ist zweisprachig verfasst, auf Englisch und auf Deutsch.   Are you looking for an easy sewing project? Maybe for a dress pattern, suitable for French terry or sweat fabric? (Because #winteriscoming?) And do you prefer simply constructed patterns over difficult ones? Well, I’ve got one for you. Check out „Frau Alma“ for women (kid’s pattern name is „Alma“) from German indie designer „Hedi näht“.Seid Ihr noch auf der Suche nach einem einfachen Schnittmuster für ein Winterkleid? Dann könnte „Frau Alma“ von „Hedi näht“ etwas für Euch sein. (Es gibt übrigens auch einen passenden Kinderschnitt „Alma“. „Frau Alma“ is 1 of 17 new German sewing patterns which have been translated to English by my friend Annika from „Näh-Connection“. It comes with raglan sleeves, different sleeve options and these super cute little faux waist bands. „Frau Alma“ is designed for  heavier knit fabric like sweat or French terry. If you decide to use regular knit, please cut and sew one size smaller. „Frau Alma“ ist ein Raglankleidchen. Neben …

Kurvenreiche Strecke

Wie Ihr alle wisst, trage ich Kleidergrösse 36/38. Ähm, ja, fast. Meine Ecken (Rundungen) und Kanten (Kurven) waren schön öfter Blog-Thema, siehe hier oder hier. Und obwohl ich mittlerweile viel häufiger für mich selbst nähe, bleibt es nach wie vor schwierig, gut sitzende Schnittmuster zu finden. Doch manchmal, da macht es einfach nur klick! So ging es mir neulich, als Frau Liebstes, kreativer Kopf bei Ki-ba-doo, uns den ersten Entwurf für ihren neuen Rock MAjordis vorgelegt hat. Hoch sitzender Formbund, Midi-Länge, figurschmeichelnde Bahnen, bereits in der Schnittkonstruktion enthaltene Abnäher – klasse!  Obwohl ein Stoff mit Elastan-Anteil empfohlen wird, habe ich einen gut gelagerten Denim-Coupon (ohne Stretch) vom Stoffmarkt vernäht. Fazit: #geht. Ihr seht auf den Bildern übrigens eine 48. (Unter uns: 46 hätte auch gereicht, aber hinterher ist man immer schlauer. Der Rock fällt also grosszügig aus.) Nach kleineren Änderungen (enger machen!!!!) sitzt er jetzt gut. Klar, enger geht es immer, aber ich wollte ein Teil, in dem ich mich bewegen kann.  Ihr könnt zwischen drei Längen wählen: mini, überm Knie und unterm Knie endend. …

Want some more tea? Yes please!

This post is in English and German.  Dieses Posting ist zweisprachig verfasst, auf Englisch und auf Deutsch.   Some months ago the American indie label Sew House 7 released the TEA HOUSE DRESS pattern. When I saw the first pictures and especially the drawing of the pattern pieces, I was intrigued. The way the dress was constructed was so different.  Als das amerikanische Indie Label Sew House 7 erste Bilder von seinem neuen Schnittmuster TEA HOUSE DRESS zeigte, war ich fasziniert. Das war so komplett anders als viele andere Vorlagen, die zeitgleich erschienen waren. Of course, the pattern consists of well known elements. But the pattern construction is remarkable. My dear blogger friends from all around the world had exactly the same impression. What a great reason to organize a sew along. And so it began… #teahousedresstour Klar, das TEA HOUSE Kleid besteht aus den Elementen, die man halt braucht, um eine Kleid zusammenzusetzen.  Aber die Art, wie die Teile vom Grundsatz her konstruiert sind, ist schon sehr ungewöhnlich. Wir Nähbloggerinnen sind gut vernetzt. Als …

Sanigold – oder aus zwei mach eins

Mit reichlich Verspätung zeige ich Euch den letzten Schnitt aus der Wild-and-Beautiful-Damenkollektion von Näh-Connection: das Sanibel Dress (Design: Hey June, USA). Theoretisch könnte man auch einen Sanibel-Einteiler nähen, aber ich mag Tuniken/Kleider gerne. Genau genommen müsste mein Nähbespiel übrigens Sanigold statt Sanibel heissen. Ich habe nämlich, frech wie ich bin, meinen neuen Lieblingsschnitt Marigold (schaut mal hier und hier) mit dem Sanibel gekreuzt.  Das war nicht von Anfang an geplant, aber beim Zuschnitt ist mir aufgefallen, dass das Original-Oberteil kastenförmig ist. Bei den einen bringt das Quadratische und das Mehr an Stoff die (grazile, feingliedrige) Silhouette zur Geltung – bei mir nicht. Ich brauche eine definitiv eine Taillierung. Also habe ich all die schönen Hemden-Details von Sanibel genommen – und mein Nähwerk unterhalb der Achseln in den Marigold-Grundschnitt überführt. Um den sportlichen Look zu betonen, habe ich die Rocktaschen weggelassen, alles auf Tunika-Länge gekürzt und den Saum an den Seiten etwas hochgezogen. Klingt jetzt kompliziert, war es aber nicht. Ich will nicht weiter auf den Schnittmuster-Hack eingehen. Ich erzähle Euch lieber etwas über Hemden. Ich behaupte, …

Was so alles schief gehen kann

Follow my blog with Bloglovin Ich hatte mir alles so schön vorgestellt: Ich kaufe diesen wunderbaren neuen Cloud9-Voile, ich nähe daraus eine sommerliche Wanderer Tunika (neu in deutscher Übersetzung bei Näh-Connection) – und dann ziehe ich das Teil nie mehr aus. NIE MEHR.  Toller Plan. Warum dann doch einiges schief gegangen ist, möchte ich Euch heute erzählen. Das Wichtigste zuerst: Es lag nicht am Schnittmuster, denn das ist durchdacht und von der Passform her top. Nein, ich war das Problem. Ich und mein Hang zum Huddeln, wenn die Uhr tickt.  Sehr herziger Rückenverschluss. Aber schön der Reihe nach: Dieser Stoff nach einem Design von gefällt mir schon seit Monaten. Seit Cloud9 ihn zum ersten Mal auf Instagram gezeigt hatte, stand er auf meiner „haben-will-Liste“. 1,5 Meter werden sicher reichen, dachte ich mir, und setzte die Bestellung ab. Ich hätte besser mehr nachgedacht oder am besten in der Schnittanleitung nachgelesen, denn eine Wanderer Tunika in meiner Grösse ist nicht mit 1,5 Meter genäht. Aber egal, Super-Bettina biegt das wieder hin… (Fortsetzung folgt.) Beim Zuschnitt passierte dann …

Rock-Festival

Nun ist es ist offiziell: Marigold, der Kleid/Rock-Schnitt des amerikanischen Indie-Labels Blank Slate Pattern, ist mein neuer Lieblingsschnitt. Ihr habt mich neulich schon in der Kleid-Version gesehen, heute zeige ich Euch auch noch die superschnell genähte Rock-Variante. Nix Reissverschluss, nix Abnäher, einfach nur Taschen antackern, geradeaus nähen, Gummi rein – fertig.  Im Prinzip wäre dieser Blogeintrag nun zu Ende. Ich kann Euch aber nicht gehen lassen, ohne Euch etwas zum hier vernähten Stoff zu erzählen. Wie Ihr sicher gemerkt hat, kommt der weder von Hamburger Liebe (obwohl es farblich denkbar wäre), noch von Birch (wenngleich das farblich komplett ausgeschlossen wäre), noch von Lillestoff (obwohl die ungefähr jedes Schaltjahr auch mal einen Webstoff raushauen).  Nein, Ihr seht hier einen wirklich ausgefallenen Stoff, der von der niederländischen Firma Vlisco für den afrikanischen Markt hergestellt wird. Ja, richtig gelesen. Ein Anbieter aus Holland ist in Ländern wie Ghana oder der Elfenbeinküste DER Stoffausstatter im gehobeneren Preissegment.  Warum das so ist, ist schnell erklärt: Der westafrikanische Markt ist schon seit Jahrzehnten fest in asiatischer Hand. Die Prints, die man …

Mom’s got a new dress

Es ist kein Zufall, dass ich hier vor allem Kleider zeige, die ich für andere genäht habe. Für die Töchter, für die Nachbarskinder, für die Katzen im Quartier und so weiter. Wenn es um Sachen für mich geht, bin ich total „heikel“, wie man hier in der Schweiz zu sagen pflegt.  Ich bin, um es wie meine Grossmutter (Gott hab sie seelig) zu formulieren, ein festes Mädchen. An mir ist was dran, und zwar an Brust UND Keule. Kein Grund, sich deswegen zu grämen, sich niedergeschlagen und schlecht zu fühlen. Oder gar von Diät zu Diät zu schlingern. Nein, es ist, wie es ist. Meine Kurven wollen aber nett in Szene gesetzt – und nicht unter Zeltplanen versteckt werden. Ich bin doch nicht der Berliner Reichstag. Jetzt könnte man sagen: Hey, die kann doch nähen! So what?   Aber genau da fangen die Probleme an. Obwohl ich unermüdlich neue Anläufe starte, meine me-made-Garderobe zu erweitern, landete ein Grossteil der selbstgenähten Teile bisher in der Nachthemd/Schlafanzug-Schublade. Das lag nicht an den Stoffen oder Farben, sondern an den …