Neueste Artikel

Gutes Design ist keine Leihgabe

Wenn Kinder etwas sehen, das ihnen gefällt, wollen sie es haben: „Einen klebrigen Lutscher, bitte.“ Spätestens im Erwachsenenalter sollten aber alle ein Gespür dafür entwickelt haben, dass  man eben doch nicht alles haben kann. Ein kleiner Teil der Stoff- und Schnittdesigner meistert diesen Entwicklungsschritt aber nie. Wenn es darum geht, ein neues Muster oder ein Design auf den Markt zu bringen, fallen bei ein paar Wenigen alle Hemmungen. Ich könnte aus dem Stand fünf Schnittmuster und Stoffdesigns aufzählen, die bis ins Detail abgekupfert wurden. Beim Ideenklau gibt es alles, vom dezentem Mopsen im Ausland (Wen interessiert , dass das neue Kleid exakt wie das eines skandinavischen Labels aussieht?) bis hin zum dreisten Plagieren bekannter Designs. Die Ertappten fühlen sich kein bisschen schuldig, da sich „ihre“ Designs gerade genug von der Vorlage unterscheiden, dass das Copyright nicht mehr greift…“ Ideenklau ist kein Kavaliersdelikt. Natürlich kann man das Rad nicht neu erfinden, eine Hose besteht immer noch aus zwei Beinen. Aber ich erwarte von Kreativen, dass sie etwas Eigenes kreieren. Ohne geistige Leihgaben.

 

Warum alle Blau lieben

 Jeden Monat denke ich: Dieses Mal mache ich mit, dieses Mal bin ich dabei. Und immer kommt etwas dazwischen. Entweder eine für mich untragbare Farbe („Weiss“ —> darin sehe ich aus wie ein Camenbert), eine fiese Grippe (Hatschi!) oder einfach nur der ganz normale Alltagswahnsinn. Doch jetzt, im sechsten Anlauf, hat es geklappt. #12coloursofhandmadefashion, here I am! Heute machen wir es mal anders als sonst: Ich erzähle Euch nur ganz kurz, was ich genäht habe, denn – abgesehen vom hier benutzten Hamburger-Liebe-Stoff „Dotties“ – wisst Ihr schon alles über den Schnitt. Mal wieder ein Turner Dress von Cashmerette, dieses Mal mit Kappärmelchen. (Weitere Varianten meines Lieblingsschnittes findet Ihr hier und hier.)

Weiterlesen

Cool Britannia

Ist sie jetzt total durchgeknallt? Postet Bilder von einem Mantel aus superwarmem Wollwalk? Jetzt? Am wärmsten Tag des Jahres 2017? Ähm, ja. Es ist eigentlich ganz einfach: Ich konnte nicht bis zum Herbst warten. Das Ava-Jäckchen ist einfach zu schön geworden, um es noch monatelang einzumotten. Ausserdem plant die ordentliche Handarbeiterin bereits jetzt die Wintergarderobe, oder?
Weiterlesen

Coffee+Thread Tour 2017

This post is in English and German. 
Dieses Posting ist zweisprachig verfasst, auf Englisch und auf Deutsch.  
When Olga from the American indie label „Coffee+Thread“ calls, I have to follow. It’s as easy as this. I love her designs (and I kind of love Olga, the mom of four, who has a great sense of humor). No surprise that I have almost sewn all her patterns – except the Ila Dress. The decision to sew one up for her big Coffee+Thread tour was easily made. Ila has that special 1960 attitude: A-line, no ruffles (yay!) and stylish little front pockets.
 
Wenn Olga, die Designerin des amerikanischen Indie Labels „Coffee+Thread“ eine grosse Blogtour veranstaltet, dann muss ich einfach mitmachen. Ich mag ihre Schnitte total gerne (und ich mag Olga und ihren unerschütterlichen Humor… so muss man wohl sein, wenn man vier Kinder hat). Ich habe schon fast alles von ihr genäht, bis auf das Ila Kleid. Das ist ein relativ einfacher Schnitt, A-Linie, Sixties, kein Gerüschels (yay!) und coole Taschen.

Weiterlesen

Fifties forever!

In meiner privaten Zeitrechnung gibt es ein Leben vor dem Nähen – und eines seitdem. Früher stand ich regelmässig in grell ausgeleuchteten Läden und träumte von Klamotten in „meinen“ Farben und meiner Grösse. Der Aufprall auf dem Boden der Tatsachen war jeweils hart: Ich habe oft schlecht sitzende Teile in Kompromissfarben („Schwarz steht allen“) gekauft. Die Alternative wäre ein Heulkrampf in der Umkleidekabine gewesen. Eben.


Doch nun ist alles anders. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage: Mit dem Nähen kam ein neues Lebensgefühl. Ich zeige Euch heute meinen aktuellen Lieblingsschnitt (Turner Dress von Cashmerette), leicht am Ausschnitt modifiziert, und zwei wunderschöne Biostoffe von Nosh aus der aktuellen Frühlingskollektion. Zusammen ergibt das ein Outfit wie aus einem 1950er Jahre Film. 


Ich werde immer wieder gefragt, ob ich mir sicher bin, dass ich 46/48 trage. Bin ich. Der Trick besteht darin, die eigenen Vorzüge zu betonen. Hier mal – nur für Euch – ein Gedankenprotokoll meiner Ideen zu dieser Outfitplanung:


Ich stehe total auf den Stoff mit den schwarzen Pünktchen (Nosh Pryry, pheasant black). Aber will ich das von oben bis unten? Will ich nicht. Schwarz ist sonst gar nicht mein Ding, aber hier könnte es richtig klasse sein. Zumal – und das hat jetzt nix damit zu tun, das ich eine Kooperation mit Nosh habe – der Nosh Single Jersey der Rolls Royce unter den Jerseys ist. Schwarz oben oder unten? Hmm…ich habe sehr kräftige Arme und keine wirklich ausgeprägte Taille. Schwarz muss hoch, die Punkte nach unten.


Ein Décolleté ist prima. Das Turner Dress hat im Original einen V-Ausschnitt. Aber passt das V zu den Punkten? Nein, schöner wäre eigentlich ein runder Ausschnitt, um die Form der asymmetrischen Punkte auf dem Rock wieder aufzugreifen. Schnittteil her, Blatt Papier unter das Oberteil-Vorderteilpapierteil. Nun eine sanfte Rundung einzeichnen. Wichtig: Die Linie muss im rechten Winkel zum Stoffbruch enden und muss im Schulterbereich auf der Originallinie landen. Sonst passt der neue Ausschnitt nicht an das Rückenteil.


Ärmel, Ärmel, Ärmel. Ja, wie hätte ich es denn gerne? Sicher nicht lang. Aber kurz irgendwie auch nicht. Goldene Regel: Wer viel Ausschnitt zeigt, sollte an den Armen ruhig auf mehr Stoff setzen. Also her mit der Dreiviertellänge. Da ich gross bin, muss ich die Ärmel und auch das Oberteil (immer!) einen Tick verlängern. Wie Ihr seht, hätte zumindest das Oberteil noch zwei Zentimeter mehr vertragen, da das Gürtelchen notorisch nach unten, zum natürlichen Taillenpunkt rutscht. ABER: Fakt ist, dass eine etwas höhere Taille die ganze Silhouette positive „verschiebt“. Darf alles so bleiben.


Die Nummer mit dem Gürtel ist immer gut. So wird die Körpermitte betont und (fast) jedes Outfit aufgepeppt. Da Ihr immer mal wieder nachfragt: Meine Gürtel sind alle vom Schweden, 7,90 Franken das Stück. Bei dem Preis kann man schon mal sieben bis zehn an Lager nehmen, oder? Ach, ja, ich kaufe immer die 110-Länge (XL im Normalsortiment). Jetzt nur noch die Biene-Maja-Brille und fertig ist das Fifties-Outfit. 

Huiiii, ein Windstoss – mein kleiner Marilyn-Monroe-Moment.

Schnitt: Turner Dress (Cashmerette)
Stoff: Nosh Pyry pheasant black und Nosh Jersey black
Verlinkt bei: Ich näh bio, Handmade on Tuesday, Dienstagsdinge, Biostoffe
Sponsoring: Die Stoffe wurden mir von Nosh zu Verfügung gestellt.

Sommersweat und Wickelshirts

Wie oft kommt in unserer Branche ein wirklich innovatives Produkt auf den Markt? Ein Stoff, der sich wohltuend von Altbekanntem abhebt? Nicht oft, sage ich euch, nicht oft. Mit dem neuartigen Sommersweat, den es seit gestern zu kaufen gibt, ist dem Stoffbüro (mal wieder) ein grosser Wurf gelungen. Wenn dieser Biostoff kein Klassiker wird, dann weiss ich es nicht…


Wie häufig entdeckt ihr einen Schnitt, der das Zeug zum Favoriten hat? Eben. Insofern ist das hier kein normaler Post, sondern eher so eine Art verbaler Freudentanz. Was soll ich zuerst? Stoff oder Schnitt? Schnitt oder Stoff? Okay, Schnitt. Das Oberteil, das ich euch hier zeige, ist das“Dartmouth Top“, der neueste Entwurf des Bostoner Labels Cashmerette

„Dartmouth“ ist ein Fake-Wickelshirt für echte Kurven. Wie immer bei Cashmerette geht die Sause (leider erst) bei Konfektionsgrösse 44 los. Es gibt drei Grundschnitte: einen für Körbchengrösse C/D, für E/F und für G/H. Ihr entscheidet, ob ihr die Langarm, Dreiviertel- oder Kurzarmversion nähen wollt, ob ihr die Seitenpartien mit Framilon einkräuseln wollt (so wie ich es hier gemacht habe), oder ob ihr es ganz „plain“ tragen möchtet. 

Mein Shirt hier ist zugebenermassen eher lang geworden. So kann ich es auch problemlos mit Jeans kombinieren, ohne dass mein Hintern wie eine Kühlerhaube im Raum hängt. Wer ein (kurzes) Rockshirt möchte, der macht Dartmouth einfach an der entsprechenden Linie kürzer. 

Der hier gezeigte Rock ist übrigens eine „Frau Antje“ aus dem Hause Schnittreif. Das Muster hört bei 42/44 auf, ich habe auf 46/48 hochgradiert. (Keine grosse Leistung, das könnt ihr auch.) Die typischen Antje-Kellerfalten werden oft mit dekorativen Kreuzen gesichert. Ich wollte aber die feinen Streifen nicht stören und habe deshalb nur eine feine Raupennaht in den orangenen mandarinenfarbenen Streifen gelegt. 


„Dartmouth“ plus „Antje“ sind sowohl büro- als auch spielplatztauglich. Normalerweise ziehe ich daheim die Strassenklamotten aus und die Yogapants an. Diesen Schritt kann ich mir bei diesem Outfit sparen.



Wie schon angekündigt, sind die neuen Sommersweats eine echte Entdeckung. Die Biostoffe, die im Auftrag des Stoffbüros bei Albstoffe produziert werden, sind einfach nur der Hammer: leicht, aber trotzdem mit Stand, kuschelig, aber definitiv nicht plüschig, stabil, aber dennoch dehnbar. Mit anderen Worten: Immer, wenn ein Single-Jersey einen Tick zu flatterig für ein bestimmtes Projekt erscheint, könnten die neuen Sommersweats den Job übernehmen. Bisher gibt es fünf Unis (Bordeaux, Taupe, Marine, Blaugrau und Meergrau) und fünf fein gestreifte Varianten: Bordeaux-Mandarine, Petrol-Camel, Taupe-Puder, Meerblau-Eisblau und Schwarz-Taupe. Dass alle neuen Designs munter mit Stoffen aus früheren Kollektionen kombinierbar sind, ist typisch Stoffbüro. Wir nähen ja schliesslich nicht nur für eine Saison, oder?



Schnitte: Dartmouth Top (Cashmerette), Frau Antje (Schnittreif)
Stoff: Sommersweat (Stoffbüro via Albstoffe)

Die Stoffe wurden mir vom Stoffbüro zur Verfügung gestellt.

Mein Meisterstück

Ich habe es tatsächlich geschafft. Nach einem ewig langen Anlauf ist mein wunderbarer Wind-und-Wetter-Parka (in Fachkreisen auch WWP genannt) endlich fertig. Aus dem ursprünglichen Herbstprojekt ist zwar ein Frühlingsmäntelchen geworden, aber: Who cares?


Der berühmte Wind-und-Wetter-Parka war schon lange auf meiner Liste. Das Doofe war bisher nur, dass Svenja, die Inhaberin des Indie-Labels Lotte&Ludwig, das Ding ursprünglich nur bis Grösse 44 gradiert hat. Da passe ich auch unter Zuhilfenahme eines Schulöffels nicht rein. Da anscheinende viele Kundinnen eine Grössenerweiterung angeregt haben, gibt es das gute Stück seit ein paar Monaten nun bis zur Grösse 48. Perfekt. 


Bevor ich in die Details gehe: Mein dunkelblauer WWP ist zum Niederknien schön geworden. Ich habe noch NIE etwas so Komplexes und gleichzeitig so Wunderbares hergestellt. Was mir besonders gefällt ist die Silhouette. Von vorne wird die Taille betont, der High-low-Saum sieht von der Seite ausserdem sehr sportlich und modern aus. 


Wie so oft bei Lotte&Ludwig muss man als Kundin erst Mal eine Million Entscheidungen treffen. Näht man die lange Parka-Version oder doch lieber das kurze Anoräkchen? Mit dickem oder nur „normalem“ Futter? Mit oder ohne Kapuze? Mit oder ohne Passe? Reissverschlussblenden oder eben nicht? Aufgesetzte Taschen oder Pattentaschen? Vielleicht sogar ganz ohne Taschen? Paspeln, anderer Schnickschnack oder die nackte Variante? Will man einen leichten Funktionsstoff verarbeiten, oder darf es auch ein englischer Tweed sein? Auch ganz wichtig: Welche Kordeln, Knöpfe etc. sucht man aus?


Ich habe die lange Version mit normalem Futter und Schulterpassen, aufgesetzten Taschen und Kapuze hergestellt. Ich wollte besondere Details, wollte es aber gleichzeitig auch nicht übertreiben. Deswegen gibt es zwar Kontrastnähte, aber eben nicht aus güldenem Garn. Und die 27 Knöpfe, die ich für ca. 200 Euro gekauft hatte, liegen nun immer noch in meiner Schublade. Weniger ist halt doch gelegentlich mehr. Die Entscheidung, die Taschenklappen nicht zu bepaspeln, habe ich übrigens bewusst gefällt. Ich wollte die Hüfte nicht optisch hervorheben. 

Der Kordelzug sieht schief aus… ist er aber nicht. I swear! Optische Täuschung 😉

Ich bin eine dieser freakigen Menschen, die immer alles anfingern müssen. Bei mir ist es besonders schlimm bei Stoffen. Ich habe diesen dunklen Kokka Canvas gesehen, befühlt, in Anbetracht der schweren, etwas steifen Haptik vor Glück gejuchzt und schwupps! war er mein. Dunkelblau ist jetzt aber nicht gerade die Revoluzzerin unter den Farben. Ihr kennt mich, ich bin sonst sehr bunt. Also musste das Futter es irgendwie rausreissen. 


Ich denke, das ist gelungen, hahaha. Der japanische Koi-Stoff ist das Gegenteil von langweilig. Ich kann mir eigentlich keinen anderen Verwendungszweck als fürs Futter vorstellen. Es sei denn, man steht auf Hermès-Tücher (also ich nicht). Eine Sache möchte ich aber betonen: Ich wollte bewusst einen Futterstoff, der eine farbliche/ästhetische Verbindung zwischen meinen rötlichen Haaren, meinem hellen Teint und dem dunklen Canvas herstellt. Hat geklappt. Ach, ja, die Futterärmel sind aus „echtem“ Futterstoff. Das ist deswegen schlau, weil es sonst nicht so rutscht.


Das Innenleben einer Jacke ist fast noch spannender, als das Äussere. Und weil das so ist, habe ich beim Interieur-Design die Sau rausgelassen. Hier ist er, der Goldfaden. Und endlich durfte meine Nähmaschine auch mal ein schwülstiges Muster machen. Die Idee für so ein Fake-Schild habe ich übrigens meiner Näh-Freundin Leslie von Threadbear Garments geklaut bzw. abgewandelt. 


Hier noch ein Bilchen von hinten. Und eines vom Tunnelzug. Verändert habe ich am Schnitt übrigens nix (bis auf 2cm mehr Ärmellänge). Auch ein seltenes Erlebnis. 



Mir bleibt jetzt nur noch, Tschüss zu sagen. Ich grinse mich mal weiter durch den Tag. Ähm, ja, und da ich bald in London bin, steht die Anschaffung von drei bis vier Metern Harris Tweed ganz oben auf meiner Liste. Für einen WWWP, einen Winter-Wind-und-Wetter-Parka. Ihr wisst ja, man muss früh anfangen 🙂


Stoff: dunkelblauer Canvas von Kokka, Futterstoff aus Japan, beides über Kiseki
Verlinkt bei: RUMS

Frühlingserwachen


Ich habe den Winter sooo satt. Her mit der Sonne, der Wärme und vor allem mit den Farben! Geht es Euch auch so? Ja? Na, dann habe ich was Schönes für Euch: die neue Frühlingskollektion des Stoffbüros ist seit wenigen Tagen online. Und da so ein Fotoshooting gemeinsam viel mehr Spass macht, haben meine Nähfreundin/Bloggerkollegin Frölein Tilia und ich wieder gemeinsam genäht und geknipst. (Bereits zum dritten Mal, siehe hier und hier.) Enjoy!


Die Mini-Modells stecken von Kopf bis Fuss in neuen Stoffbüro-Stoffen. Wir Mamis waren uns im Hinblick auf die Farbenverteilung schnell einig: Petrol-Offwhite, Petroleum und Gelb für Mademoiselle 1, Fuchsia, Offwhite-Mandarine und Gelb für Mademoiselle 2. Wir hätten aber gut und gerne auch Stoffe tauschen und anders mixen können. Diese Kollektion ist wirklich aus einem Guss.


Sämtliche Stoffe sind wie immer aus Biobaumwolle gestrickt und „made in Germany“ ( von Albstoffe). Die aktuelle Stoffbüro-Kollektion umfasst vier Relief-Jacquards („Tangram), vier Doubleface-Jacquards („Federkleid“) und vier Streifenliebe-Varianten. Zu den altbekannten Farben gesellen sich nun Offwhite, ein cremiger Weisston (ungebleichte Baumwolle), und Mandarine, ein frisches Orange. Besonders toll: Die alten Töne lassen sich prima mit den neuen kombinieren. 


Sowohl Frölein Tilia als auch ich lieben amerikanische Schnittmuster. Wir zeigen Euch hier zwei Varianten des „Janie Dress“ von „Mouse House Creations„. Das Kleidchen besteht aus einem enger anliegenden Oberteil und einem Tellerrock. Der Schnitt beinhaltet diverse Variationsmöglichkeiten: ohne Kragen, mit Bubikragen oder Schalkragen, mit oder ohne Seitentaschen, mit tiefem Rückenausschnitt und so weiter. 

Da wir Euch – bei aller Ähnlichkeit – auch die Vielseitigkeit der Stoffe zeigen wollten, haben wir die Streifen ein Mal horizontal und ein Mal vertikal, also parallel zum Maschenlauf, zugeschnitten. Frölein Tilia hat ausserdem einen Bubikragen aus Webware (Stoff: Kokka) genäht und ein Taillenband ergänzt. Ich habe das Mandarinenröckli noch weiter als vorgesehen gemacht und später Falten gelegt. Der Teller schwingt nun besonders schön… Dass der gelbe Kragen einen Tick zu schmal ausgefallen ist, möchte ich zwar nicht verschweigen, aber auch nicht übermässig betonen…KEINE Ahnung, wie das passiert ist 😉


Das Haarband ist Marke Eigenbau. Da es aber offensichtlich perfekt sitzt und passt, werde ich bald ein kleines Tutorial dazu schreiben. Die Mädels tragen übrigens Leggins nach unterschiedlichen Schnittmustern, einmal nach der Vorlage „Wild-and-Free-Pants“ von Coffee&Thread, einmal nach einem Schnitt von Minikrea. Diesbezüglich hat jede Näherin gewisse Vorlieben bzw. jede wählt das Muster aus, welches am besten zur Figur des eigenen Kindes passt.


Sagt mal, erwähnte ich, dass 1 und 2 befreundet sind? Ich muss es vermutlich nicht nochmals sagen, man sieht es schliesslich hier oben. Oder dort unten.

Und irgendwie auch hier: 

So. Wer von Euch hat nun auch Lust, sich einen Blumenstrauss oder wenigstens drei bis 5 Meter Stoffe aus der neuen Frühlingskollektion des Stoffbüros zu kaufen? Das dachte ich mir. Möge der Frühling kommen!

Herzlich
Nummer 1, Nummer 2, Eveline und Bettina 🙂

Stoffe: Streifenliebe Petrol-Offwhite und Mandarine-Offwhite, Unijerseys in den Farben „Mais“, „Fuchsia“ und „Petrol“, alles aus der aktuellen Frühlingskollektion des Stoffbüros (Blumenkragen aus Kokka-Webware)
Schnitt: The Janie Dress and Peplum (Mouse House Creations)
Verlinkt bei Kiddikram

Pullikleid oder Kleiderpulli

Es gibt viele Schönheitsoperationen, für die ich eine Kandidatin wäre. Oberlid-Korrekur? Yes. Wurstfinger-Verschmälerung? Definitiv! Doppelkinn absaugen? Sehr gerne. Einen Eingriff kann ich aber definitiv von der Liste streichen. Ich werde NIE eine Hinternvergrösserung brauchen. Hallo, Kim, Beyoncé und Nicki Minaj, ich bin wie Ihr! 


In meinem neuen Jasper Dress (Schnitt via Näh-Connection) kann nun alle Welt meinen grandiosen Po bewundern. Er wird von diesen kecken vertikalen Teilungsnähten, die den Schnitt so besonders machen, wie ein Meisterwerk eingerahmt 😉

  
Aber jetzt mal schön der Reihe nach: „Jasper“ kommt wie der vor wenigen Tagen gezeigte Opal Cardigan aus dem Hause Paprika Patterns. Das ist ein holländisches Indielabel, das sich in der Vergangenheit vor allem durch neue Schnittführungen einen Namen gemacht hat. Jasper (in der Kleidversion) hatte ich schon lange auf meinem Radar. Wie schön, dass Annika von Näh-Connection den Schnitt nun für den deutschsprachigen Markt übersetzt hat. Da ich eine ihrer Botschafterinnen bin, führte kein Weg mehr an dem Sweatkleid vorbei. Ach, ja, Opal ist ein Edelstein, Jasper auch. Jasper heisst zu deutsch Jaspis = roter Quarzit.


Jasper hat, wenn man exakt nach Anleitung näht, entweder eine Kapuze oder einen Schalkragen. Da ich dieses Doppelkinnproblem habe (siehe oben!) bin ich immer sehr für Ausschnitte. Ich habe also Kapuze und Kragen gar nicht erst zugeschnitten, sondern einen kleinen Beleg an das Oberteil gebastelt. Da der Schnitt bereits eine Nahtzugabe enthält, ist das in diesem Fall besonders einfach: Ihr näht gewissermassen ein zweites Vorder- bzw. Rückenteil, allerdings nicht auf die volle Länge bzw. Breite, sondern nur vier Zentimeter breit. Mit Bleistift und Lineal hat man diesen Beleg schnell vom Papierschnitt abgenommen. Die beiden Teile werden dann an der „Schulternaht“ geschlossen zum Ring geschlossen, auf den eigentlichen Pulliausschnitt aufgelegt, mit einem Geradestich am Jasper festgesteppt, nach innen geklappt, untergesteppt, fertig. Das ging jetzt zu schnell, oder? Ich werde bald ein kleines Tutorial für den Bernina-Blog erstellen. Dann wird es klarer.


Ich habe nun jedenfalls einen sehr weich geschwungenen Ausschnitt, der für meinen Geschmack genau die richtige Weite hat. Weggelassen habe ich auch die eigentlich sehr raffinierten Paspeltaschen, die normalerweise zum Jasper gehören. Ich wollte bewusst weg von dem etwas sportlicheren, hin zu einem eleganteren Stil. 


Ob ich auch im Alltag einen Gürtel anziehen werde, wird sich zeigen. Fakt ist, dass das eh schon körperbetonte Kleid dadurch noch enger wird. Vielleicht wäre eine gürtelfreie Zone gerade im Bauchbereich schmeichelhafter. 


Was müsst Ihr nun noch wissen? Vielleicht, dass der Schnitt ungefähr bis zu Grösse 50/52 hochgradiert ist? Dass Ihr unbedingt einen dehnbaren Stoff MIT Stand verwenden solltet, also Sweat oder Jaquard oder so. (Jersey geht zwar, führt aber nicht zum gewünschten Ergebnis.) Erwähnte ich, dass das ein neuer Sweat „Twinkle Night“ von Atelier Brunette ist? (Ja! Das sind die mit den schönen Webstoffen… und neu machen sie auch Maschenware!) Ich habe das qualitativ hochwertige und streichelzarte Stöffchen in Rapperswil beim Atelier für Textiles und Mehr entdeckt (für die Schweizer Leserinnen). In deutschen Läden ist der französische Stoffhersteller immer noch eine Art Geheimtipp – was sich schleunigst ändern sollte.


So. Mein Hintern und ich, wir sagen jetzt tschüss und bis bald auf diesem Sender.

Herzlich
Bettina aka Beyoncé-Kim

Schnitt: Jasper Sweater und Dress von Paprika Patterns (mit deutschspr. Anleitung bei Näh-Connection)
Verlinkt bei RUMS

Ein Opal für alle Fälle

Huch? Hat sie da etwa Jeans an? Das fragte meine liebe Bloggerfreundin Maarika von Liivi&Liivi und rieb sich verwundert die Augen. Jaaa, sie hat tatsächlich recht. Wenn Frau ausnahmsweise mal kein Kleid, sondern einen Cardigan näht (alle Augenpaare bitte auf die petrolfarbene Weste!), müssen die Allround-Beinkleider an den Start.


Der Westenschnitt kommt vom niederländischen Label „Paprika Patterns“ und heisst „Opal“. Fun fact: Alle Schnitte von Paprika Patterns sind nach Edelsteinen benannt. Ich gebe zu, dass ich mich gerne über die Namen von Schnitten lustig mache. Diese Taufe hier ist aber geglückt. Zur Erinnung: Ein Opal ist ein Edelstein, der allen Farben des Regenbogens schimmert. Vielseitig, wandlungsfähig und wertvoll – diese Attribute passen auch zu meinem neuen Opal Cardigan. 

Ihr könnt den Opal Cardigan (Schnitt in deutscher Übersetzung seit wenigen Tagen bei Näh-Connection) in drei verschiedenen Längen nähen: bis zur Taille reichend, bis zur Hüfte oder ungefähr bis Höhe Kniekehlen. Ich habe mich für die Midi-Variante entschieden. Kurvige Mädels wissen, dass diese Länge besonders schmeichelhaft ist, vorausgesetzt man ist – so wie ich – gross. Kleinere Frauen mit weniger langen Taillenpartien sind mit der kurzen Variante vermutlich besser beraten. 


Neben einer aufgesetzten, rechteckigen Tasche beinhaltet der Schnitt diese diagonal angeschnittene Taschenvariante. Ich habe mich für die schrägen Eingriffe entschieden, da dass a) bequemer ist und b) der schräge Verlauf optisch die Taille betont. Klingt das einleuchtend, oder zweifelt Ihr bereits an meinem Verstand?


Laut Anleitung kann der Opal aus einer Vielzahl von Stoffen genäht werden, Hauptsache, der Stoff ist etwas dehnbar und hat etwas Stand. Ihr seht hier einen petrolfarbenen, leicht melierten Sommersweat (bestellt bei Mottenfrosch, Hersteller unbekannt). Natürlich könnte man auch Maschenware mit etwas mehr Struktur aussuchen. 


Der Opal Cardigan kommt ohne Verschlüsse aus. Insofern ist er eher Jacke als Weste. Die Frontpartie kann ebenfalls variiert werden. Ich habe mich für ein Revers entschieden, das sanft geschwungen vom Nacken zur Brustpartie verläuft. Die überschnittene Schulterpartie kann übrigens nicht variiert werden; ich schätze, das ist dann das Signature Element von Opal.

Zum Schluss noch ein paar Sätze zu den Grössen: Paprika Patterns hat eine eigene Grössentabellen entwickelt. (Wie schlau das ist, sei dahingestellt…). Ich würde meinen, der Schnitt geht ungefähr bis zur Grösse 52. Wenn Ihr Euren Opal anhand Eurer Masse beziehungsweise der Tabelle zuschneidet, kann nix schief gehen. Grundsätzlich fällt der Cardigan etwas grosszügig aus (jetzt nicht total oversized, aber auch nicht figurnah). Als mir das bewusst wurde, habe ich eine Grösse kleiner genäht. 


Wenn Ihr dem Opal nun auch eine Chance geben wollt (jaaaaa!), dann auf in den Shop von Näh-Connection. Dort findet Ihr diesen Schnitt in deutscher Übersetzung (momentan noch im Paket „Kuschelpullis“, später dann auch einzeln).  

Viel Spass beim Nachnähen
Bettina

P.S. Am Donnerstag zeige ich Euch einen weiteren „Edelstein“ aus dem Hause Paprika Patterns.

Schnitt: Opal Cardigan (Paprika Patterns), in deutscher Übersetzung bei Näh-Connection
Stoff: Sommersweat (Mottenfrosch)
Verlinkt bei HoT



Waterfall Raglan für Damen


Ich habe ein Faible für Designer, die ausgetretene Pfade verlassen, die uns etwas Neues anbieten, uns Entwürfe vorlegen, die (noch) ungewohnt sind. Gabriela vom kalifornischen Indie-Label Chalk and Notch ist für mich die Königin dieser Disziplin. Die Schnittdirektrice hat nun mit dem Waterfall Raglan Top and Dress erneut einen Schnitt veröffentlicht, der schon bald von anderen kopiert werden wird…

Stellt Euch ein Raglanshirt vor. Eines mit gut sitzender Schulterpartie und exakt abschliessendem Halsausschnitt. Nett. Doch was passiert, wenn die Schulterpartie nun nicht in ein gerade geschnittenes Oberteil mündet? Wenn stattdessen ein sehr weit ausgestelltes Top folgt? Ich gebe zu, ich war skeptisch. Nachthemd war das erste Wort, das mir in den Sinn kam. 


Ich nähe so gerne, weil ich dabei Grenzen ausloten kann, weil ich das in 40 Jahren gesammelte Wissen über das, was mir steht, hinterfragen und korrigieren kann. Nehmen wir diese grosse Rüsche. Der „Wasserfall“ ist verspielt und für sich genommen so etwas von nicht mein Stil. Wir sind ja schliesslich nicht bei „Unsere kleine Farm“, oder?  Als Gegengewicht zu den geometrisch geprägten Raglanärmeln funktioniert der Glamourabschluss aber sehr wohl. 


Ja, ich habe ein wenig beschissen. Der Gürtel war im Ursprungsentwurf nicht vorgesehen. Wie das Kleid ohne Riemen um die Leibesmitte aussieht, könnt ihr zum Beispiel bei Emi aus Japan (Just add fabric), bei Ines aus Spanien (La Folie) oder bei Jill aus den USA (Kneesocks and Goldilocks) sehen. Wirklich fantastisch. Aber keine meiner Sewing Friends hat Körbchengrösse D und mehr Kurven als die alte Gotthardstrasse. Also her mit dem Gürtel, um 1. meine Taille zu betonen und 2. das Wechselspiel zwischen hart und weich um eine Nuance zu erweitern! 

Habt Ihr die Knöpfe gesehen? Das sind definitiv Partyknöpfe. Komplett funktionslos, aber schöööön. #knoeppisfueralle

 
Das Waterfall-Raglan kann sowohl in Shirlänge, als auch in der Kleidervariante genäht werden, mit kurzem, 3/4 oder langem Ärmel. Mit aufgesetzter Brusttasche oder eben ohne. Der Schnitt beinhaltet die amerikanischen Grösse 2 bis 18. (Ich habe eine 16 genäht, was 46/48 entspricht.) Er steht – und das finde ich wirklich erstaunlich – fast jedem. Schaut mal bei Frölein Tilia oder bei Kreamino vorbei. Erwähnte ich, dass es auch eine Version für Mädchen gibt? Meine Grosse hat schon zwei Waterfall-Raglan-Shirts, die Kleine hat ebenfalls (bei Mami) geordert…

Der Schnitt ist aktuell nur mit englischer Anleitung und über den Shop von Chalk and Notch oder beim UpCraft Club erhältlich. Es wird aber bald eine deutsche Übersetzung kommen.  Danke, liebe Näh-Connection-Annika, dass du das Potenzial dieses irre guten Schnittes erkannt hast.

Viele Grüsse von Laura Ingalls und mir 😉
Bettina


Schnitt: Waterfall Raglan Top and Dress (Chalk and Notch)
Stoff: keinen Schimmer, irgendein sehr schön fallender, dünner Viskosestrick

Turner Dress – der It-Schnitt aus den USA


Ich habe eine neue Lieblingsdesignerin: Jenny von Cashmerette. Ihr erinnert Euch vielleicht an mein kunterbuntes Appleton-Wickelkleid von neulich? Heute zeige ich einen weiteren Schnitt aus dem Cashmerette-Portfolio: das Turner Dress.


Das ist ein so genanntes „Skater Dress“. So nennt man Damenkleider aus dehnbaren Materialien, die eng am Oberkörper anliegen und im Rockteil weit schwingen. Die Konstruktion betont die Taille und weibliche Kurven. 


Da Cashmerette im Plus-Size-Bereich gradiert, hier noch schnell die Links zu Anbietern, die Skater-Dress-Schnitte im Normgrössen-Bereich Sortiment haben: „Moneta Dress“ von Colette Patterns, „Lady Skater“ von Kitschy Coo. (Ausserdem hat mir ein Vögelchen gezwitschert, dass eines meiner Lieblingskinderlabels Madeit Patterns aus Grossbritannien an einem Skater Dress für Mädchen und Teenies arbeitet.)  


Das Turner Dress ist seit seiner Veröffentlichung DAS Sensationsschnittmuster auf dem Curvy-Sewing-Markt. Es steht erstaunlicherweise fast allen Näherinnen, egal, ob die Problemzone weiter oben oder weiter unten liegt. Gerade läuft die Wahl zum besten Kleiderschnittmuster im Curvy Sewing Collective in den USA. Und ich sage Euch: Das Turner wird in seiner Kategorie abräumen. Da bin ich mir seeeehr sicher.


Ich konnte den Hype am Anfang nicht nachvollziehen. Ein Kleidchen – so wie drei Millionen andere – so what? Aber nun weiss ich, was hier anders ist:

  • Das Oberteil wird komplett mit dünnem Jersey gefüttert. Eine spezielle Nähtechnik sorgt für einen tadellosen Sitz (innen und aussen). Ausserdem werden kleinere Röllchen durch die doppelte Lage kaschiert.
  • Der Ausschnitt ist sexy und dennoch züchtig. Und er kann ohne viel Aufwand abgeändert werden. Tutorials dafür findet Ihr hier.
  • im Schnitt sind genau genommen drei Schnitte enthalten: für die Körbchengrössen C/D, E/F und G/H. Mühsames Herumbasteln, um mehr Platz für den Busen zu schaffen, entfällt, jippie!
  • Die übersichtliche Darstellung der einzelnen Grössen auf dem Schnittbogen macht es sehr einfach, unterschiedliche Grössen in einem Teil unterzubringen.
  • Die Anleitung ist nicht nur detailliert. Sie steckt auch voller Trick, wie man mit wenig Aufwand das Ergebnis verbessern kann.
  • Die Konstruktion ist wirklich durchdacht. Das Oberteil verjüngt sich beispielsweise zur vorderen Mitte hin. Das streckt die Figur.

Ich habe mir die Grösse 16, C/D-Cup genäht (entspricht einer 46/48). Die einzige Änderung, die ich vorgenommen habe, betrifft die Länge des Oberteils. Ich habe um 3cm verlängert, da ich eine lange Taille habe. Das mache ich übrigens bei fast allen Schnitten.

Der weit ausgestellte Rock (Halbkreis) schwingt nicht nur wunderschön, er gibt einem mir auch ein kleines bisschen dieses ganz besondere Prinzessinen-Gefühl. 


Da ich mit meiner Schuhgrösse 42 sonst eher groberes Schuhwerk trage, hatte ich etwas Mühe mit der Schuhwahl. Notiz an mich selbst: Ich brauche für den Frühling mehr Ballerinas. Die passen nämlich perfekt zum spielerischen Style des Turner Dresses.

Nun wollt Ihr bestimmt noch wissen, was das für ein ungewöhnlicher Stoff ist. Ich habe ihn – so viel sei gesagt – per Zufall entdeckt. (Aber das sind die besten Käufe, oder?) Er stammt aus der aktuellen Kollektion von Mies&Moos, vertrieben von holländischen Stoffgrosshändler Polytex Stoffen. Wer jetzt an Stoffmarkt und Billigware denkt, der irrt. Das ist ein eher dicker, griffiger Jersey. Qualitativ gefällt er mir ausserordentlich gut. Der Digitaldruck ist exakt, die Farben sind nicht nur satt, sondern strahlen geradezu vor schwarzem Hintergrund. Es gibt den Stoff übrigens auch noch in anderen Farbstellungen, zum Beispiel bei Snaply.


Denkt an mich, wenn ihr das Turner Dress seht. Es wird bald auch im europäischen Raum an vielen, vielen Frauen zu sehen sein. Ich habe natürlich schon zwei weitere Stoffe zugeschnitten, denn ich bin ab jetzt offiziell im Turner-Fieber…

Herzlich
Bettina








A merry little Christmas


Heute gibt es wenige Worte, denn heute ist Heiligabend. Und ich habe noch sooo viel zu erledigen bis zur Bescherung. War ja klar. Weihnachten kommt immer so unvermittelt… Ich lasse Euch ein paar Fotos meines kleinen Christkindes da. Und wünsche Euch auf diesem Weg alles erdenklich Gute, sowohl für die Festtage, als auch für das neue Jahr. Danke für ein Jahr Stahlarbeit, Danke, dass Ihr mit so viel Ausdauer meine Texte lest, meine Fotos anschaut – und die von mir gezeigten Schnitte nachnäht. (Okay, Idealfall ;))


Heute zeige ich Euch mein erstes selbst genähtes Weihnachtskleidchen. Obwohl weder der geblümte Stoff von Cotton + Steel (Kollektion Lucky Strikes, Design: Kimberly Kight), noch der gepunktete Kombistoff von Rowan Fabric (Design: Kaffe Fasset, „Spot Taupe“) besonders festlich sind, ergibt sich in Kombination mit Bubikragen, Puffärmelchen, einem weiten Rockteil und einem Freestyle-Tüllrock ein stimmiges Gesamtbild. 


Habe ich diesen letzten Satz wirklich so geschrieben? Lieber Himmel, das muss am Weihnachtsstress liegen. Leute, was ich eigentlich sagen wollte: Ich liebe es so, wie es ist. Und ich finde es total festlich. 


Fragt mich jetzt nix zu dem Tüllrock. Geplant war eigentlich noch ein Tutorial, wie genau man das macht. Aber irgendwie habe ich die Kurve nicht gekriegt. Ausserdem – und das sieht man sehr schön auf dem Bild unten – ist ein Teil des Tülls aus der Naht geflutscht und hängt jetzt etwas runter. Ich gelobe, das für ein Tutorial besser zu machen.


Das Weihnachtskleidchen ist übrigens auch ein Kletterkleid.

Und ein Tanz-Tanz-Tanzkleid.


Der Schnitt zum Weihnachtskleidchen stammt aus der Feder des australischen Designerin Suzanne alias Sewpony, einem meiner Lieblingslabel. Sie nannte ihren neuen Entwurf Tic Tac Toe Dress. Ein passender Name, zumal das Schnittmuster viele Kombinationsmöglichkeiten enthält.

Ich habe mich für die einfache Variante ohne Teilungsnähte entschieden. (Mini-Hack: Die Puffärmel sind im Original nur in kurzer Version enthalten. Ich habe das ungepuffte Langarmschnittteil genommen, es auf Höhe der Armkugel eingeschnitten und etwas auseinandergezogen. Diesen Bereich habe ich später eingekräuselt.) Ihr seht hier die Grösse 5, verlängert auf 6.

Das Schnittmuster zum Tic-Tac-Toe-Kleidchen ist übrigens seit wenigen Tagen in deutscher Übersetzung bei Näh-Connection erhältlich. So. Und nun bin ich auch schon wieder weg. 

Merry Christmas and a Happy New Year!
Bettina




Schnitt: TicTacToe-Kleid von Sewpony (in deutscher Übersetzung bei Näh-Connection)
Stoff: Cotton+Steel (Kollektion Lucky Strike) und Rowan für Westminster („Spot Taupe“)
Verlinkt bei: Kiddikram


Frisch gewickelt


Die Anfrage von dem Stoffgrosshändler Kurt Frowein war kurz und knackig: „Hast Du Lust, einen Brinarina-Stoffe aus der Stony Shapes-Kollektion zu vernähen?“ (Viele denken sicher: Was für eine Frage! Natürlich hat sie Lust… ) Aber so einfach ist es nicht. Seit ich blogge, folge ich vor allem einem Prinzip: Nur mit Stoffe bzw. Schnittmuster zu arbeiten, die mir auch wirklich gefallen. Wie gut, dass ich in diesem Fall keinen Millimeter von meiner eigenen Regel abweichen musste.

Wie Ihr seht, ist das Design, das ich mir für mein Projekt ausgesucht habe, nicht gerade das, was man dezent nennt. Nope, das Stöffchen knallt. Aus meiner Erfahrung profitieren auffällige Muster und grosse Rapporte von Schnitten, die nicht zu symmetrisch sind. Es ist schöner, die Farben ineinander laufen zu lassen. Mit anderen Worten: Die Riesendreiecke in Lila, Violett, Senf, Nude und Marine sind ideal für ein Wickelkleid.


Ich glaube, es gibt 3578 Wickelkleid-Schnittmuster. 3574 davon hätte die Welt nicht gebraucht. Echt jetzt. Eine liebe Freundin, die in den USA als Schnittdirektrice arbeitet, sagte mal, es gebe fast kein anspruchsvolleres Ding als die Konstruktion eines Wrap Dresses. 


Obwohl die Teile – so sie denn passen – ganz wunderbar sind, steckt der Teufel im Detail. Niemand will halb nackig durch die Gegend laufen. Oder mit herausquillenden Brüsten. Oder mit einem Bindeband, das falsch sitzt. Ganz fies ist es auch, wenn der Kragen absteht oder die Schulterpartie zu schmal gezeichnet ist. Änni (Ännisews) hat darüber neulich einen urkomischen Post veröffentlicht. Lesenswert!


Ich zeige Euch hier DAS Wickelkleid für kurvige Frauen: Das Appleton Wrap Dress von Cashmerette Patterns. Dort stimmt einfach alles. Ich habe (bis auf die Längenkorrektur, da ich 1.75 bin) nix verändert. Was für ein seltenes Ereignis. Es klingt wie eine Drohung, I know, aber Ihr werdet hier ab sofort öfter mal ein Appleton-Wickelkleid sehen…

Und urteilt selbst: Ist das ein cooler Stoff für so ein Projekt, oder ist das ein cooler Stoff für so ein Projekt? Zur Erinnerung: Das ist Kleidergrösse 46/48… Appleton deckt das komplette Übergrössen-Spektrum ab. Es gibt unterschiedliche Schnittteile für diverse Körbchengrössen. Find‘ ich super!

Jaaa, ich könnte mal wieder zum Coiffeur… 

Noch ein paar Worte zum Stoff. Der Jersey hat ein gutes Stretchverhalten – und schnurrt wieder schön in seine Ursprungsform zurück. Auch darauf muss man beim Thema Wickeldingens achten. Die Stoffqualität der Brinarina-Stoffe gefällt mir. Nicht zu dünn, mit einer (noch) glatten Oberfläche und einem satten Druck.

Zum Schluss noch Bilder meiner Nähfreundinnen Danie von Prülla, Kathrin von Naadisnaa und Miriam von Made by Miri, die heute ebenfalls ihre Werke aus der Stony-Shapes-Kollektion von Brinarina (für Kurt Frowein) zeigen.

Herzlich
Bettina

P.S. Hier noch ein Takeout. Shootings mit Bettina laufen manchmal ein wenig aus dem Ruder…


Stoff: Stony Shapes (Brinarina über Kurt Frowein)

Verlinkt bei: RUMS

Weihnachtsmänner, so weit das Auge reicht

Yeah! Eine Woche voller inspirierender Blogposts zum Thema „Männerschnitte“ liegt hinter uns. Heute macht die Weihnachtsmannblogtour (gesponsert vom Stoffbüro) ein letztes Mal Halt: bei Sew Mariefleur gibt es einen Hoodie samt Wikinger und Hund zu bewundern, Maarika von Liivi&Liivi zeigt ein Raglanshirt, das sie für ihren Liebsten (Hannover 96-Fan) genäht hat. Wie schön, dass ich – ähm – wir auch mit von der Partie sind.


Wo fange ich an? Vielleicht so: Ich habe bisher nie etwas für meinen Mann genäht. Denn: Damenschneider – Herrenschneider. Zwei komplett unterschiedliche Ausbildungsberufe, richtig? (Nicht, dass ich Schneiderin wäre, aber ich denke, Ihr seht das grosse Ganze. Ich meine, ich bin ja auch noch nie beim Bungee Springen gewesen. Und auch noch nie beim Tiefsee Tauchen. Ihr versteht, oder? 



Herr Leinenbach sah mich jeweils mit traurigem Hundeblick an, wenn mal wieder alle in der Familie was bekommen hatten, nur er nicht. Dann weinte er dicke Tränen und… Stopp! Das klingt ja wie der Drehbuchtext für einen wirklich, wirklich schlechten Film. 


Die Wahrheit ist: Keine Ahnung, warum ich so viele Jahre Anlauf gebraucht habe. Aber manchmal ist das vermutlich einfach so. Man hat Respekt, man fürchtet sich davor, zu versagen. Man unterschätzt die eigenen Fähigkeiten – und schiebt die Dinge (beziehungsweise die Shirts) auf die lange Bank. Wenn ich mir die Bilder anschaue, könnte ich mir mit der flachen Hand gegen die Stirn schlagen. Mehrmals.


Ich habe dieses Shirt, „PAmoritz“ von Ki-ba-doo, innerhalb von drei Stunden genäht (inklusive Zuschnitt). Ihr seht die Grösse L (Schulterbereich) kombiniert mit M (Gesamtlänge). 


Wie gefällt Euch der blaue Nosh-Jersey mit dem feinen grauen Streifen? Auch so gut wie mir? Um den grauen Jersey von C.Pauli, der perfekt zum Hauptstoff passt, etwas frischer wirken zu lassen, habe ich ein bordeauxfarbenes Halsbündchen ausgesucht und mit Garn derselben Farbe gecovert. Der Mustache-Plott im Nacken ist ein Freebie von Änni sews; sie hat ihn eigens für die Tour entworfen. Es gibt ihn als Grössenlabels (Wo ist bitte vorne und hinten, Frau?) oder nur als Deko für wohin auch immer. Den Spruch „Fear the Beard“ habe ich noch dazu gestümpert, denn Witzigkeit kennt bekanntermassen keine Grenzen.



Jetzt ist der also gebrochen, der Bann. Ich wage mich ab sofort also öfter auf fremdes Terrain. So gut, wie PAmoritz von Ki-ba-doo sitzen die gekauften Shirts nie. Catrin vom Stoffbüro ist schon vorgewarnt. Ich werde ihren Shop leerkaufen (müssen). Und dann gibt es weitere Shirts, Pullis, Hoodies, mal ein Hemd und sicher irgendwann eine Jacke. Okay, keine Skijacke. Ich bin ja nicht verrückt geworden.

Weitere Inspirationen findet Ihr hier:
WEIHNACHTSMANN-TOURDATEN

Montag, 28. November –  KREAMINO FRÖLEIN TILIA | PEDILU BLOGGT | SPRUNGFADEN
Dienstag, 29. November – KAYHUDERFJAERIL | MEIN GEWISSES ETWAS | 19NULLSIEBEN
Mittwoch, 30. November – ÄNNI SEWS | NÄHCONNECTION | PRÜLLA
Donnerstag, 1. Dezember –  FRAU MÄRZ MIMARAMUNDO NAADISNAA
Freitag, 2. Dezember –  LIIVI&LIIVI |  SEW MARIEFLEUR STAHLARBEIT
Damit Ihr da draussen bald auch für Eure Freunde, Männer, Kerle, Väter, Söhne, Onkel und Grossväter nähen könnt, haben wir einen Topf voller Gewinne zum Thema gefüllt: etliche Herrenschnitte, Plotterdateien – und 5 Gutscheine von Snaply (zum Beispiel für Ösen, für Hoodie-Kordeln oder SnapPap – was man halt so braucht, wenn man coole Herrenteile herstellen will). Registrierung ist denkbar einfach. Ich (wir) drücke(n) die Daumen 🙂 🙂

a Rafflecopter giveaway

Schnitt: PAmoritz (Ki-ba-doo)
Stoff: Nosh/C.Pauli (Stoffbüro)
verlinkt bei: Ich näh‘ bio

Bordeaux-Fuchsia-Bordeaux-Fuchsia

Also wenn das hier nicht MEINE Farben sind, dann weiss ich es nicht. Ich zeige Euch heute den brandneuen Bio-Jacquard „Strickpunkt“ in der Kombination Bordeaux-Fuchsia. Jaaaa, richtig. Im Herbst gab es bereits erste Strickpunkt-Designs, exklusiv erhältlich im Stoffbüro. Die hochwertigen Jersey-Jacquards (Made in Germany by Albstoffe) kamen bei Euch so gut an, dass es nun Nachschub gibt. 

Wie Ihr wisst, liebe ich Farben – und diese beiden ganz besonders. Ich glaube, es ist die Verbindung aus zwei verwandten und doch im Hinblick auf ihre Wirkung verschiedenen Schattierungen:

Bordeaux: Ruhe
Fuchsia: Lebensfreude
Bordeaux: Ausgewogenheit
Fuchsia: Energie
Bordeaux: Tradition
Fuchsia: Moderne
Bordeaux: Lieblingsfarbe
Fuchsia: (neue) Lieblingsfarbe


Da ich immer für ungewöhnliche Kombis bin, habe ich „meinen“ Strickpunkt sowohl mit Orange (Kette – und irgendwie auch die Haare)  als auch mit Rot (Strumpfis und Stiefel) vereint. Das funktioniert hervorragend. 


Wer es dezenter mag, kommt aber auch mit Grau voran (siehe Garagentor). Schwarz wäre hingegen nicht meine erste Wahl, da der Kontrast zu hart ist. Sicher gut funktioniert auch Taupe oder Beige.


Falls Ihr noch nie einen Stoffbüro-Jacquard vernäht habt, hier ein paar Infos: Das ist keine brettige oder knisternde (Plastik-)Massenware, sondern feinstes Maschenwerk. Der Stoff ist sehr angenehm zu verarbeiten, von der Dicke her ein bisschen wie Sommersweat. Aber viel edler, da aussen und innen glatt und deswegen auch beidseitig verwendbar. Die aufgesetzte Tasche auf meinem Kleid ist die linke Seite!


Aufmerksame Betrachter haben es sicher bereits gemerkt. Ich trage einen „Karl„. Der Schnitt, ein locker fallendes Rollkragenkleid in Midi-Länge, ist der neueste Wurf von Monika alias Frau Schneidernmeistern. Karl hat zwei Designfeatures, die ihn very unique machen: Zum einen der Rollkragen, der nicht angesetzt ist, sondern nahtlos in Vorder- bzw. Rückenteil übergeht Und natürlich diese kecke Tasche.



Ich habe Karlchen in 46 genäht. Um etwas Schwung in das gerade geschnittene Kleid zu zaubern, habe ich beim Zuschnitt die Linien so platziert, dass sie genau auf Taillenhöhe zum Liegen kommen. Und ich habe zwei (nicht im Schnitt enthaltene) Rückenabnäher eingebaut. Man erkennt sie nur auf den zweiten Blick, aber ich schwöre: Sie sind da.


Weitere Impressionen mit Bordeaux-Fuchsia gibt’s im Blog von Catrin alias Frau Stoffbüro. Falls Rottöne nicht ganz Euer Ding sind, dann schaut Euch unbedingt die aus der zweiten Farbkombi Schwarz-Taupe genähten Beispiele bei Änni (Ännisews, by the way die Designerin des Strickpunkt-Musters), Petra (Pedilu blogt) und Danie (Prülla) an. Auch klasse – und im Übrigen sogar männertauglich.


Wer diese (meine!) Strickpunkt-Variante genauso sehr wie ich mag, der sollte schleunigst im Stoffbüro vorbeischauen. Die Weihnachtskollektion ist nämlich nicht nur fein, sondern auch klein. Heisst: Es hätt solang’s hätt (wie man hier der Schweiz zu sagen pflegt). Hurry up!

Herzlich
Bettina

P.S. Catrin vom Stoffbüro hat neben den zwei Jacquards auch Bio-Feinrippstoffe herstellen lassen: Mandarine-Camel, Taupe-Fuchsia, Bordeaux-Petrol und Taupe-Fuchsia. Alle Töne sind perfekt aufeinander (und auf die bereits erhältliche Farben) abgestimmt. Und natürlich gibt es auch dieses Mal passende Unis und Bündchen.

Stoff: Bio-Jacquard „Strickpunkt“ Bordeaux-Fuchsia (exklusiv im Stoffbüro)
verlinkt bei: RUMS, Ich näh bio

Petit-a-Petit-Patterns Tour

This post is in English and German. 

Dieses Posting ist zweisprachig verfasst, auf Englisch und auf Deutsch.  

I know, it’s been almost two weeks without a new post. Finally I can show you what I’ve made these last days. Welcome to world-famous Sewing Block Party Tour!

Ich weiss, es ist schon fast zwei Wochen her seit meinem letzten Eintrag. Aber jetzt, aber jetzt, aber jetzt. Endlich kann ich Euch zeigen, an was ich in den letzten Tagen (eher: Wochen) gearbeitet habe. Herzlich Willkommen auf der weltberühmten „Block Party“, der phänomenalen Petit-à-Petit Blogtour!


31 bloggers (from all around the world) sewed up their favorite Petit à Petit patterns. It took me a while to decide what to make. Reason: Celina from Petit a Petit has designed many gorgeous patterns. After the release of her new dungarees pattern earlier this month I made my choice. Today I’m gonna show you the „Loveralls„. 

Den kompletten November über zeigen Euch 31 Blogger Kreationen aus den Petit-à-Petit Schnitten. Ich war bei der Auswahl echt hin- und hergerissen. Da Celina, die Designerin, ein tolles Ding nach dem nächsten raushaut, hätte ich anlässlich der Tour locker aus vier Schnitten wählen können. Am Schluss hat dann aber der kürzlich von ihr veröffentlichte Latzhosenschnitt „Loveralls“ das Rennen gemacht.



Yes, that’s about right. Loveralls  = love+overalls. Lots of love. You can feel it everywhere, in the pattern drafting, in the detailed instructions. And in the final result. Now it’s official: I’m in love with these dungarees. And so is my daughter.

Der Schnitt heisst Loveralls (Achtung! Wortspiel aus Love und Overall. In dem Fall ist die Namensgebung mehr als gelungen. Das Schnittmuster, die Anleitung – und auch das Ergebnis. Wirklich lovely! Ich übertreibe nicht, wenn ich schreibe: Ich liebe diese Latzhose.(Mein Kind übrigens auch.)

I also love all the details: mid curved bib or wide curved waistband, opens in the front or opens on the sides, zip fly or faux fly, different pockets (with or without flaps). Did I mention all the buttons, snaps and rivets?

Ich finde es super, dass der Schnitt so viele Varianten enthält. Man kann die Hose mit Latz oder mit einer Art Halblatz nähen (bei dieser Möglichkeit sehen die Träger dann eher wie Hosenträger aus), mit Knöpfen vorne oder an der Seite, mit echtem oder Pseudoreissverschluss im Schritt. Taschenoptionen gibt’s wie Sand am Meer, und Druckknöpfe, Jeansknöpfe und Nieten dürfen natürlich auch nicht fehlen.


You’ve probably realized that the „denim“ I used is different. It’s a denim look college fabric by Nosh. Although it was a little tricky to sew up this pattern with the softer (but not too soft) material, everything went well. The sweat Loveralls are comfy like PJ’s and look like jeans. (By the way: One of my favorite online fabric shops, Stoffbüro, carries almost everything from Nosh. Catrin, the owner, will help you make good choices for your project. It was her idea to give the unusual denim look college a try.)

Ihr habt Euch sicher gefragt, was das für ein Stoff ist. Ja, richtig erkannt, ein normaler Denim sieht anders aus. Ich habe etwas gewagt – und wurde belohnt. Meine Loveralls sind nicht aus Jeans, sondern aus dem sensationellen Denim Sweatstoff von Nosh genäht. Das heisst, dass die Hose wirklich bequem und stretchy ist, aber sehr nach einer Jeans aussieht. (Übrigens: Einer meiner liebsten Online-Shops, das Stoffbüro, führt das (glaube ich) komplette (!) Nosh-Sortiment. Catrin, die Inhaberin, berät übrigens auch immer wieder gerne. So wie in diesem Fall, als sie mich davon überzeugt hat, es mit dem Sweat für die Latzhose zu versuchen.)


I combined the Loveralls with the Rowan Tee, a great basic pattern by Titchy Threads. I added a turtleneck and (faux) buttons. I also extended the cuffs. You can find a tutorial, that I made for Bernina, here. I almost forgot this information: The feather fabric is also Nosh (Sulka in blue) available at Stoffbüro. 
Meine Tochter trägt ein Rowan-Tee von Titchy Threads. Ich habe mit dem sehr (!) brauchbaren Grundschnitt etwas herumgespielt und einen Rollkragen aus Bündchen gebastelt. Ausserdem habe ich – mal wieder – Armstulpen genäht. Hier findet Ihr das passende Tutorial, das ich für Bernina gemacht habe. Ui, fast vergessen: Dieser süsse Federnjersey ist natürlich auch von Nosh: Sulka blau, erhältlich im Stoffbüro.

Yes! You made it. Thanks for reading all the way to the end. I hope you like my version of the Loveralls and also my take on the Rowan Tee. Please don’t forget to visit all the other incredible ladies that are posting this month. Did I mention that you can buy all Petit à Petit patterns with a 20% discount till the end of november? Use the code BLOCKPARTY.

Ja! Geschafft. Danke, dass Ihr das alles gelesen habt. Na, gefällt Euch meine Version der Loveralls? Und was sagt Ihr zu dem Shirt? Wenn Ihr Zeit habt, dann schaut doch noch bei der einen oder anderen Bloggerin der Blockparty vorbei. Ich bin mir sicher, dass es dort viele superschöne Outfits zu sehen gibt. Wer nun Lust auf Celinas liebevolle Schnittmuster bekommen hat, der freut sich sicher über diesen Gutscheincode hier: BLOCKPARTY. Damit bekommt Ihr bis Ende des Monats 20 Prozent auf alle Schnitte in ihrem Online-Shop.
Thanks/Danke
Bettina

P.S: Wanna win ALL patterns by Petit ä Petit? Wollt Ihr ALLE Schnittmuster von Petit-ä-Petit gewinnen? Enter the rafflecopter! Gebt Eure Mailadresse im Rafflecopter ein, schon seid Ihr im Lostopf. 

a Rafflecopter giveaway

Hier noch die Tourdaten:

Nov. 1st – Sweetkm | Nov. 2nd – The Sara Project | Nov. 3rd – La Folie | Nov. 4th – Hello Holli | Nov. 5th – Chalk and Notch | Nov. 6th – Sewing Like Mad | Nov. 7th – Beatnik Kids | Nov. 8th – Stitched Together | Nov. 9th – Coffee and Thread | Nov. 10th – Made by Toya | Nov. 11th – Stahlarbeit | Nov. 12th – Lily en Woody | Nov. 13th – My Petite Sophie | Nov. 14th – Handmade Frenzy | Nov. 15th – Paisley Roots | Nov. 16th – While she was sleeping | Nov. 17th – My Cozy co | Nov. 18th – A Jennuine Life | Nov. 19th – Knee Socks and Goldilocks | Nov. 20th – Sanae Ishida | Nov. 21st – Little Cumquat | Nov. 22nd – Gaafmachine | Nov. 23rd – Craftstorming | Nov. 24th – Made by Sara | Nov. 25th – Buzzmills | Nov. 26th – Bartacks and Singletrack | Nov. 27th – Moineau & Petit Pois | Nov. 28th – Naii | Nov. 29th – Just Add Fabric | Nov. 30th – Mie Made Memories | Enjoyful Makes | Dec. 1st – Petit a Petit and Family

Kein Anruf unter dieser Nummer

Kann Frau zu viele Täschchen haben? Genau. Und deswegen zeige ich Euch heute die neueste Ergänzung in meinem Sortiment: Annex, eine eckige Beuteltasche mit zwei (!) Reissverschlüssen und demnach auch zwei (!) Fächern. Nie mehr im Trüben bzw. im Dunkeln fischen…

 
Der Schnitt „Annex“ kommt aus dem Hause Sew Sweetness, DEM US-amerikanischen Label für Taschen und Co. Seit dieser Woche gibt es bei Näh-Connection diesen und viele andere ungewöhnliche Schnittmuster von Sew Sweetness endlich auch mit deutschen Anleitungen. 
 
Die Annex ist erstaunlich schnell genäht. Reissverschlussphobiker kommen nicht auf ihre Kosten, denn dieses Mal klappt alles wie am Schnürchen. Auch das Finish überzeugt. Nach dem letzten Wendeschritt präsentiert sich das Täschchen perfekt verarbeitet. Ich hatte alle „Zutaten“ vorrätig – bis auf das Style-Vil von Freudenberg. (Zur Erklärung: Das ist etwas verformbare Schaumstoffeinlage, die dem Beutelchen Stabilität verleiht.)
 
Ich habe – wie so oft – mit Stoffen von Cotton+Steel gearbeitet. Die Brillianz der Farben, die ungewöhnlichen Drucke, der Retrotouch, die griffige Qualität des ungebleichten Gewebes – hachz, das geht fast nicht besser. Ihr seht hier die „Telephones“ in Dunkelblau aus der Kollektion „Trinket“ von Melody Miller. Der Kontraststoff „Spools“ (Garnrollen auf orangefarbenem Grund), stammt aus derselben Reihe. Das dritte Design im Bunde sind die hellblauen „Sprinkles“, zu Deutsch: Streusel. Dieses Design wird quasi zu jeder Kollektion in neuen Farben aufgelegt – ein Evergreen.
 
 

Hier noch ein paar Infos für Euch: Das Annex-Schnittmuster beinhaltet die Vorlagen für drei verschiedene Grössen, S, M und L. Ich habe eine L genäht. Das coole Telefon gehört eigentlich meiner Kleinsten (die schrecklich gerne Büro spielt). Sie hat es von ihrer Tante geschenkt bekommen, die es ihrerseits bei Ebay ergattert hat. Kleine Anekdote am Rande: Das Kind, Jahrgang 2010, hatte anfangs keinen Schimmer, wie man die Wählscheibe bedient 🙂


Ihr bekommt Euren Annex-Schnitt hier. Schaut Euch bitte auch unter den anderen Sew-Sweetness-Modellen um, aktuell gibt es noch satte Rabatte für Mehrfachbestellungen. Viel Spass beim Nachnähen. 

Ich sende Euch orangefarbene Grüsse aus den Siebzigern!

Bettina


 
Stoffe: Cotton+Steel, Kollektion Trinket von Melody Miller
verlinkt bei: RUMS

The Longihood


This post is in English and German. 

Dieses Posting ist zweisprachig verfasst, auf Englisch und auf Deutsch.  

Usually I don’t sew big. Of course it’s convenient to create stuff that lasts for two years. (Mommies know what I’m talking about…) BUT it’s not the best strategy when you want to create garments with the RIGHT fit. This time I broke my own rule, because my 8-year-old asked me to do so. She dreamed of a cozy, extra long oversized hoodie… 

Wer mich kennt, der weiss, dass ich nicht gerne „auf Vorrat“ grösser nähe. Dieses Mal bin ich aber gerne über meinen Schatten gesprungen und habe bewusst oversized genäht. Meine Achtjährige wünschte sich ausdrücklich einen kuschelweichen, ultralangen und ziemlich weiten Hoodie…

I decided to make a „Longihood“ by „Erbsenprinzessin“ (translate to
The Princess and the Pea). It’s not my first make from this label. Britta, the designer, draws great basic patterns for everyday clothes. Longihood is – surprise! – an extra long hoodie. It comes with two fits, unisex and a bit shaped. I made the second version with a front pocket and contrasting binding. And – of course – the patterns runs on the larger side – that was the plan, right?

Ich habe mich für den Schnitt „Longihood“ von Erbsenprinzessin entschieden. Ich mag Brittas Entwürfe gerne, weil sie gut sitzen und so herrlich unaufgeregt sind. Wie der Name schon sagt, ist der Longihood ein extralanger Kapuzenpulli. Der Schnitt enthält zwei Grundformen, eine gerade Variante (optional mit Teilungsnähten fürs Color Blocking) und die hier gezeigte etwas weiblichere. Und ja, ich wusste, dass der Schnitt wirklich grosszügig ausfällt. Aber das war der Plan, gell!

As you probably know, we’re living in Zürich, Switzerland. That doesn’t mean that we expect avalanches on a daily basis. But it really can get cold in winter. So, the extra length is more than welcome. 

Wie Ihr vielleicht wisst, leben wir in der Nähe von Zürich. Das heisst zwar nicht, dass bei uns im Winter Lawinen abgehen, aber kalt kann es dennoch werden. Die paar Zentimeter mehr Stoff über dem Popo sind vor dem Hintergrund eine feine Sache.

I used two of my favourite fabrics: „Cherries“ by Kimsa, a light weight sweat fabric, which is quite difficult to find (EU-customers can order it here, Swiss customers here.) and a solid Birch organic interlock „tomato“ (I got mine from Eulenmeisterei).

Ich habe für dieses Projekt zwei heiss geliebte Stoffe verwendet: Zum einen den weichen Sommersweat „Cherries“ von Kimsa. Da von dem Stoff nur kleinere Mengen hergestellt wurden, ist es gar nicht so leicht, ihn im Netz zu finden (Wer innerhalb der EU bestellt, kann ihn zum Beispiel hier ordern, Schweizer Käufer hier.) Der rote Kontraststoff ist ein Bio-Interlock von Birch, zum Beispiel in der Eulenmeisterei erhältlich.


I tried to create a personal and unique look and added some graphics. I found the perfect cutting files at Din.Din – Handmade („eat&more“). The files come with many verbs/phrases. 
„Smile“, „eat“ and „dream“ fit my daughter best. (The words „party“, „travel“ and „train“ are saved for later…) I used red thermofoil and 8mm-eyelets in matching red (from Snaply).

Ich wollte nicht nur einen Hoodie, sondern DEN Hoodie für das Kind nähen. Deswegen habe ich noch einen Plott ergänzt. Din.Din – Handmades „eat&more“ erschien mir perfekt. Wer die Datei erwirbt, erhält eine Liste mit den unterschiedlichsten Verben, die frei kombiniert werden können. „Smile, eat, dream, repeat“ – das trifft es in Bezug auf dieses Kind hier auf den Kopf. In ein paar Jahren benutze ich dann auch gerne „party“, „yoga“ oder „cook“… Noch was: Die roten 8-mm-Ösen gibt’s bei Snaply.

You can get this pattern (and many other German patterns) with English instructions at Näh-Connection. 

Wenn Ihr nun auch einen Longihood nähen wollt, dann findet Ihr das Schnittmuster im Dawanda-Shop der Erbsenprinzessin.

Cutting Files: eat&more (Din.Din-Handmade)
Fabric: Cherries (Kimsa), red interlock by Birch



Kirschen im Herbst


Habt Ihr auch Schnittmuster, die Ihr gerne mal wieder hervorkramen würdet? Und irgendwie kommt immer was dazwischen? Der Julia Sweater von Compagnie M. ist so ein Beispiel. Nach einer gefühlten Ewigkeit hat er es wieder auf meinen Schreibtisch geschafft. Halleluja!


Der Schnitt hat alles, was es braucht, um mich glücklich zu machen. Eine klare Schnittführung, eine gute Passform, viele Variationsmöglichkeiten und Schnittteile, die man mit wenig Aufwand abwandeln kann.


Ich habe dieses Mal die Variante mit asymmetrischem Kragen gewählt. Da ich Knöpfe nicht nur toll, sondern auch praktisch finde, habe ich die Kragenspitzen mit zwei Scheinknöpfen festgenäht. (Es gibt also keine Knopflöcher.) Man könnte auch eine falsche Knopfleiste anlegen, könnte noch Taschen anbringen usw. usf. Die Anleitung ist nicht superausführlich, aber #passtschon.

Die zweite Anpassung wurde nötig, da dieser wundschöne Sommersweat „Cherries“ (von Kimsa Design) nicht ganz ausgereicht hat. (Kleiner Einschub: Da es sich um eine Auftragsarbeit von Kimsa für den französischen Hersteller Motif Personnel handelt, bekommt man den Stoff nicht an jeder Ecke. Ich habe mein Stück bei Petite Couture in Belgien bestellt. Lilly Paris führt ihn bald auch für Schweizer Kunden…das hat mir jedenfalls ein Vögelchen gezwitschert.) Also habe ich die Ärmel etwas gekürzt und stulpenförmige Armbündchen konstruiert. Wie das genau gemacht wird, könnt Ihr auf dem Bernina-Blog nachlesen. Ich habe mich bemüht, dort alles Schritt für Schritt zu erklären.


Ich habe übrigens die Grösse 6 genäht. Eigentlich ist der Schnitt für Jersey ausgelegt. Hätte ich Jersey genommen, hätte eine 5 vermutlich gereicht. Der Julia Sweater ist übrigens ein wirklich schnelles Projekt. Durch die Fledermaus-Schnittteile muss man im Prinzip nur vier Nähte nähen und die Bündchen anbringen. Auch mal schön, oder? 




Das nächste Julia-Projekt ist übrigens schon in Planung. Ich werde den Pulli in ein Kleidchen verwandeln.

Verlinkt bei: Kiddikram und Ich näh bio!

Ella reist um die Welt – Australien

Welcome to Australia! Heute legt Ella auf ihrer Weltreise einen Zwischenstopp in Down Under ein. Hä? Keinen Ton verstanden? Also gut, nochmals von vorne: Heute „reist“ Ella, das ungewöhnliche Blusenschnittmuster von So! Pattern, nach Australien. Wir reden natürlich nicht von einem echten Tripp, sondern vielmehr von einer Traumreise auf die Südhalbkugel. 




Die Ella-Tour fusst auf zwei Ideen: 

Erstens nimmt sich jede Bloggerin das Ella-Schnittmuster vor und verändert es so, dass die Basis zwar erhalten bleibt, aber dennoch etwas Neuartiges entsteht. (Wir Blogger reden dabei von einem „Hack“.) Mit anderen Worten: Wir zeigen Euch in den nächsten Tagen, was alles in Ella steckt. Und das ist jede Menge. Ich habe meine Ella beispielsweise in eine Tunika verwandelt.

Im Original ist Ella taillenlang, mit ungewöhnlichen Seitenteilen, einem Stehkragen und weiten Ärmeln. Sie kann in den Grössen XS bis 3XL genäht werden. Ich habe einige kleinere Details verändert und ein Rockteil angesetzt. Damit Ihr nachvollziehen könnt, wie Ihr eine Stahlarbeit-Ella nachnähen könnt, hier eine kleine Zeichnung: 

Ich habe Ella erst mal ganz normal genäht. Der ursprünglich enthaltene Stehkragen hat mir so gut gefallen, dass ich ihn noch extra mit Vlieseline verstärkt habe und ihn mit einer separaten, unterhalb vom Kragen verlaufenden Naht stabilisiert habe. Die Ärmel habe ich im unteren Teil abgeschrägt. (Ein einfacher Trick, um die etwas kräftigeren Unterarme graziler wirken zu lassen…)


Ich bin ja ein Kleidchenmädchen. Von daher war klar, dass da unten ein Röckli dran musste. Nur, wie macht man das? Natürlich könnte man die Bluse einfach verlängern. Aber ich wollte nicht nur mehr Stoff, sondern auch eine optimierte Silhouette. Heisst: Die Taille muss unbedingt betont werden. Schaut Euch die Zeichnung an: Ella ist unten etwas ausgestellt. Also habe ich gekürzt, bis ich auf der Höhe meiner Taillenlinie war.

Von nun an ist alles sehr logisch. Die Weite der neuen Taillenlinie definiert gleichzeitig die Breite der Rockteile (auf Taillenhöhe). Wer einen A-Rock will, muss beim Zeichnen Richtung Saum Weite zugeben. Wer einen geraden will, der verlängert einfach (was nicht ideal ist, denn wir sehen unterm Rock nicht wie Legoklötze, sondern eher wie Eieruhren aus). Ich habe mich für die dritte Variante entschieden und tulpenförmig zum Saum verjüngt. Aber nur dezent, gell! Die Stahlarbeit-Ella sollte gut tragbar und bequem bleiben. Bei mir sieht das Ganze dann so aus:


Hier noch meine „Signature“-Saumabschlüsse, die ich auch im Bernina-Blog vorgestellt habe. (Die Anleitung dazu findet ihr hier.) Das ist nicht nur eine überaus elegante Art, die Ränder zu versäubern, nein, die bunten Streifen sind echte Hingucker.

Zum zum zweiten Standbein der Ella-Tour: Die Gute verändert von Stop zu Stop nicht nur ihre Gestalt. Nein, sie zeigt sich auch immer in neuem Gewand. Wie gut, dass Ines von Karlotta Pink Fabrics weltweit nach ausgefallenen Stoffen sucht und über ihre beiden Online-Shops (CH) und (D) vertreibt. 

Ihr seht bei mir einen hochwertigen, australischen Patchwork-Stoff aus dem Karlotta-Sortiment. Das Design nennt sich „Yalke“ (übersetzt: Sumpflandschaft). Ich liebe das Spiel zwischen Blau, Grün und Violett und den traditionellen Aborigine-Motiven. Ich habe zugegebenermassen keinen Schimmer, was genau auf dem Stoff zu sehen ist. Ines von Karlotta Pink weiss das aber sehr wohl. Sie hat hier einige Infos für Euch zusammengestellt. 



Nun noch ein besonderes Goodie: Bei Karlotta Pink gibt es sowohl im Schweizer als auch im deutschen Online-Shop anlässlich der Ella-Tour 15 Prozent auf alle australischen Stoffe. Verwendet bei Eurer Bestellung den Coupon-Code ellainaustralien

So, und nun vergesst bitte nicht, auch bei Ulrike von Moritzwerk vorbeizuschauen. Sie zeigt heute ihre Ella, ebenfalls aus einem Aborigine-Stoff genäht. Total schön geworden, sage ich Euch, aber so ganz anders als meine. So soll das sein.

Cheerio!
Bettina

TOURPLAN // BLOGTOURISTEN 
6. Oktober: Ella kleidet sich in Afrika froelein-tilia.blogspot.ch // so-pattern.com/blog/ 
13. Oktober: Ella goes Down Under moritzwerk.de/blog/ // stahlarbeit.ch 
20. Oktober: Ella taucht ein in 1001 Nacht aennisews.blogspot.de // zwirnguin.de // liiviundliivi.blogspot.de 
27. Oktober: Ella feiert Diwali – das grosse indische Lichterfest stjaernmoenster.ch // naadisnaa.ch 
28. Oktober: Ella im IKAT-Fieber so-pattern.com/blog/ 
30. Oktober: Ella kehrt zurück… karlottapink.de

Grundschnitt: Ella von So! Pattern
Stoff: australischer Patchwork-Stoff „Yalke“ von Karlotta Pink Fabrics
Verlinkt bei RUMS

Frau Alma from Germany

This post is in English and German. 
Dieses Posting ist zweisprachig verfasst, auf Englisch und auf Deutsch.  


Are you looking for an easy sewing project? Maybe for a dress pattern, suitable for French terry or sweat fabric? (Because #winteriscoming?) And do you prefer simply constructed patterns over difficult ones? Well, I’ve got one for you. Check out „Frau Alma“ for women (kid’s pattern name is „Alma“) from German indie designer „Hedi näht“.

Seid Ihr noch auf der Suche nach einem einfachen Schnittmuster für ein Winterkleid? Dann könnte „Frau Alma“ von „Hedi näht“ etwas für Euch sein. (Es gibt übrigens auch einen passenden Kinderschnitt „Alma“.



„Frau Alma“ is 1 of 17 new German sewing patterns which have been translated to English by my friend Annika from „Näh-Connection“. It comes with raglan sleeves, different sleeve options and these super cute little faux waist bands. „Frau Alma“ is designed for  heavier knit fabric like sweat or French terry. If you decide to use regular knit, please cut and sew one size smaller.

„Frau Alma“ ist ein Raglankleidchen. Neben verschiedenen Ärmellängen kann auch die Länge des Kleides beliebig verändert werden. Besonders süss sind diese beiden Riegel, die zwar keine echte Funktion haben, den Schnitt aber unverwechselbar machen. Der Schnitt ist ursprünglich für schwerere Maschenware (Sweat, Frottee, Samt) designt. Jersey geht aber auch gut, allerdings dann unbedingt eine Grösse kleiner als angegeben nähen!


You’re free to combine your „Frau Alma“ as you like it best. Go with just one choice of fabric, play with contrasts, use small or large buttons, fuse pattern pieces together (I did that on the front bodice.) or use the division lines of the pattern. It’s all up to you.

Ihr könnt „Frau Alma“ ganz nach Eurem Geschmack gestalten: Näht sie in uni – oder nutzt alle Teilungsnähte und spielt mit den Farben. Quietschbunte Retroknöpfe oder dezente Drücker – alles ist möglich.
The pattern comes in sizes XS to XXL. I’ve sewn a XL – normally I wear a 14 or a 16. The fit is very comfortable. I used two lighter sweat fabrics from my stash. I‘ ve no idea which company designed the flower sweat. But it’s gorgeous, right?

Das Schnittmuster deckt die Grössen XS bis XXL ab, wobei XXL 50/52 entspricht. Fragt jetzt bitte nicht, wo die Stoffe her sind. Keine Ahnung. Der Blumensweat könnte von Hilco sein. Oder aber auch von Stenzo (Gott bewahre!). Egal. Ich musste ihn haben 🙂

Now, that I’ve been teasing you for a while, you probably need to know where you can purchase this simple but fun pattern. Well, hop over to Näh-Connection. You’ll find „Frau Alma“, little Alma and all the other European designs with English instructions there. Happy sewing!

So. „Frau Alma“ gibt’s auf Deutsch bei „Hedi näht“. Bei Näh-Connection findet Ihr die englische Übersetzung. (Falls Ihr nicht nur ein schönes Kleid nähen, sondern auch noch Eure Skills in Fachenglisch verbessern wollt… 😀 Viel Spass beim Nähen!

Pattern: Frau Alma (Hedi näht) in English via Näh-Connection
Fabric: middle weight sweat fabric out of my stash

Kurvenreiche Strecke

Wie Ihr alle wisst, trage ich Kleidergrösse 36/38. Ähm, ja, fast. Meine Ecken (Rundungen) und Kanten (Kurven) waren schön öfter Blog-Thema, siehe hier oder hier. Und obwohl ich mittlerweile viel häufiger für mich selbst nähe, bleibt es nach wie vor schwierig, gut sitzende Schnittmuster zu finden.




Doch manchmal, da macht es einfach nur klick! So ging es mir neulich, als Frau Liebstes, kreativer Kopf bei Ki-ba-doo, uns den ersten Entwurf für ihren neuen Rock MAjordis vorgelegt hat. Hoch sitzender Formbund, Midi-Länge, figurschmeichelnde Bahnen, bereits in der Schnittkonstruktion enthaltene Abnäher – klasse! 

Obwohl ein Stoff mit Elastan-Anteil empfohlen wird, habe ich einen gut gelagerten Denim-Coupon (ohne Stretch) vom Stoffmarkt vernäht. Fazit: #geht. Ihr seht auf den Bildern übrigens eine 48. (Unter uns: 46 hätte auch gereicht, aber hinterher ist man immer schlauer. Der Rock fällt also grosszügig aus.) Nach kleineren Änderungen (enger machen!!!!) sitzt er jetzt gut. Klar, enger geht es immer, aber ich wollte ein Teil, in dem ich mich bewegen kann. 


Ihr könnt zwischen drei Längen wählen: mini, überm Knie und unterm Knie endend. Wer aufgesetzte Taschen mag, kann diese noch ergänzen. MAjordis ist ein überschaubares Projekt. Die einzige wirkliche Herausforderung ist die Knopfleiste. Meine Maschine – eigentlich ein Arbeitstier – stöhnte etwas ob der Jeanstofflagen an der Leiste. (Kleiner Tipp: Traut Euch ruhig, den Stoff vorher mit dem Hammer dünner zu hauen. Eure Maschine wird es Euch danken.)


Ich habe extrastarkes Jeansgarn benutzt. Da es das in mehreren Farbschattierungen gibt, empfehle ich Euch, ein Stoffstück ins Geschäft mitzunehmen. Ich wollte einen warmen bernsteinartigen Farbton, der zum hellen Blau und zu den von mir ausgesuchten Knöpfen passt. Dass es dann beim Schweden auch noch eine farblich passende Strumpfhose gab, war Zufall. 

Hier noch zwei Detailbilder: Ihr seht KEINE Kappnähte, sondern jeweils eine von links und eine von rechts angesetzte Naht. Die Kappnähte spare ich mir dann für die nächste MAjordis auf. 

Für alle, die sich – genauso wie ich – in MAjordis verguckt haben: Der Schnitt ist bereits auf der Zielgeraden. Wenn Ihr Frau Liebstes bzw. Ki-ba-doo folgt, werdet Ihr die Veröffentlichung nicht verpassen.

Viele Grüsse
Bettina

P.S. Nach dem Fotoshooting waren nicht nur die Schuhe (offen!), sondern auch meine Füsse nass. Was für eine Schwachsinnsidee, sich halbnackt ins Schilf zu stellen. Bei den Mädels in der Vogue sieht das immer so selbstverständlich aus, wenn sie Strümpfe in Peeptoes tragen. Aber bei mir?…

Schnitt: MAjordis von Ki-ba-doo
Stoff: Jeanscoupon vom Stoffmarkt
Verlinkt bei HoT

Streifen machen glücklich

Hallo, ich hoffe, Ihr seid angeschnallt und habt Eure Helme aufgesetzt. Denn heute werde ich Euch flashen. Mit Fotos, mit Farben – und mit vielen, vielen Streifen. Ich präsentiere Euch die neue, wahnsinnig schöne Doppelkollektion „STREIFENLIEBE“ beziehungsweise „STRICKPUNKT“, hergestellt in Deutschland und aus 100 Prozent Biobaumwolle, kurariert vom Stoffbüro. Und weil man im Stoffbüro genau weiss, was Frauen wollen, gibt es zu allen Designs farblich passende Single-Jerseys und Bündchen dazu.
 
 
Ich könnte Euch jetzt zutexten, Euch erzählen, dass Catrin vom Stoffbüro die Stoffe auf der Schwäbischen Alb von Albstoffe hat stricken lassen. Oder, dass es neben den lieben Streifen („Streifenliebe“) auch bezaubernde Striche und Punkte („Strickpunkt“) aus Jersey-Jacquards (nach einem Design der brillianten Änni von Ännisews) gibt. Und erwähnte ich die beiden kuschelweichen Relief-Jacquards (nach einer Idee von Elle Plus), die diese Wahnsinnskollektion abrunden? 
 
 
Aber nein, das mache ich nicht, denn das könnt Ihr alles hier nachlesen. Und bei Stefanie alias Frau Herzekleid erfahrt ihr alles über das neue, vielseitige Schnittmuster „Kathi“, aus dem wir (Frölein Tilia, meine Partnerin in crime, und ich) die beiden Cardigans für die Mädels genäht haben. 
 
 
Erlaubt mir stattdessen ein paar Gedanken zum Thema Stoffdesign. In den letzten zwei Jahren vergeht kaum ein Tag, ohne dass der Markt mit so genannten Eigenproduktionen geschwemmt wird. Eigenproduktion, das ist für mich die Plage der 2010er Jahre. Gutes Design ist nichts, was man mal so nebenbei macht. 
 

 

 
Nein, Leute, gutes Design ist hochkomplex. Deswegen bin ich von der Streifenliebe/Strickpunkt-Kollektion aus dem Stoffbüro so überzeugt. Das ist kein 08/15-Schrott, das ist grosses Kino. Und bio. Und Made in Germany. Die gesamte Farbpalette ist durchdacht, stimmig, die Muster sind mit Sachverstand und Liebe zum Detail entwickelt worden. Ratet mal, was Ännis Hauptberuf ist? Richtig, sie ist tatsächlich Designerin. (Kleiner Tipp: Sichert Euch „Ihren“ Strickpunkt gaaanz schnell, der wird weg gehen wie warme Semmeli…)
 


Wo war ich stehengeblieben? Wollt Ihr noch wissen, warum die Mini-Models diese einfachen und dennoch herzallerliebsten Gummistiefel zu ihren Retrokleidchen (Schnitte: Laralil) tragen? Weil die Mädels das so wollten. Die beiden mögen nämlich auch gut gemachtes, klares Design. Genau wie ihre Mütter…
 
 
 

Sewing for Kindergarten – Blogtour

This post is in English and German. 
Dieses Posting ist zweisprachig verfasst, auf Englisch und auf Deutsch.  
Do you know the saying: What you see is what you get? Well, that totally fits for Eva. She has this colorful, bubbly personality, loves to talk (a lot) and has – at the age of six – more attitude than Coco Chanel. So, when Mie from Sewing like Mad asked me to join her famous „Sewing-for-Kindergarten-Tour„, I knew that I got to make more than just one outfit for my youngest daughter. We actually need tons of garments to get through one week of Kindergarten.
Kennt Ihr das? Manche Menschen sehen exakt so aus, wie sie sind. Meine Tochter Eva ist so ein Beispiel. Man guckt ihr ins Gesicht und weiss schon alles. Sie ist ein fröhliches, kunterbuntes, wuseliges kleines Ding. Und obwohl sie erst sechs Jahre alt ist, macht sie bereits jetzt ähnlich viel Wind wie Coco Chanel (Gott hab sie seelig.) Erwähnte ich, dass sie qasi rund um die Uhr plappert? Keine Ahnung, von wem sie das hat…
Als Mie von Sewing like Mad mich zu ihrer berühmten „Sewing-for-Kindegarten-Tour“ einlud, war mir jedenfalls sofort klar, dass ich mehr als ein Teil abliefern musste. Wir brauchen nämlich viele, viele Klamotten, um durch eine Kindergartenwoche zu kommen.


 
The reasons:
1. Eva loves to pick her clothes and loves to combine the uncombinable. #makesmyeyeshurtsometimes
2. She thinks that it’s kind of uncool to come back from kindergarten without showing off how much fun she had there. (Honestly! Her clothes tell stories: Painted with watercolors, took the glue and was soo crafty, ate blueberries during break…)
3. I love to sew for my pixie/imp/banshee (whatever).
Hier die Gründe:
1. Eva findet es supercool, ihre Kleider selbst auszusuchen und sie vor allem so zu kombinieren, dass es einem schwindelig werden kann. #netzhautpeitsche
2. Ausserdem glaubt sie, dass ein Kindergartentag nur dann erfolgreich war, wenn man das auch sieht. Und zwar an den Kleidern, die eigentlich IMMER mit Farbe, Leim und sonstigen Flecken verziert sind.
3. Die Wahrheit ist: Ich liebe es, für unsere kleine Kröte/Elfe/Knallerbse zu nähen.
I sewed up four pieces that can be mixed and matched: a retro style knit dress („Liva“ by the wonderful Danish Designer Laralil), a shirt (Beachy Boatneck by Blank Slate Patterns) and two super comfy Pants („Wild-and-Free-Lounge Pants by Coffee+Thread. (Okay, if my kid combines the striped shirt and the striped pants it might look like pj’s, but that’s okay, right?)
Ich habe vier Teile genäht, die Eva beliebig kombinieren kann: ein Retrokleidchen nach dem wunderbaren Schnitt „Liva“ von Laralil aus Dänemark, ein bequemes Shirt mit U-Boot-Ausschnitt („Beachy Boatneck“ von Blank Slate Patterns, Schnittmuster mit deutschsprachiger Anleitung über Näh-Connection) und zwei Mal die superbequeme Wild-and-Free-Lounge-Pants vom amerikanischen Indielabel Coffee+Thread (Schnittmuster mit deutschsprachiger Anleitung über Näh-Connection). Okay, wenn die Kleine Streifen mit Streifen kombiniert, dann sieht’s nach Schlafi aus, aber das ist mir ehrlich gesagt wurscht.
For the dress I used organic knits from Lillestoff („Sweet life“, design by Bora, and „Solid Mustard“), for the shirt and the pants striped and solid knit jersey by Hilco. I made the application on the shirt with my Silhouette Portrait using thermofoil. The design is part of the files „Retro Lover“ from Emma Pünktchen.
 
Das Kleid habe ich aus dem Lillestoff-Jersey „Sweet life“ (Design von Bora) und dem Uni in Senf genäht. Das Oberteil und die Hosen sind aus Unis und Streifencampan von Hilco. Plot: „Retro Lover“ von Emma Pünktchen
 
As I’m the first tour participant from Switzerland, I’ll try to explain our school system. First of all: Eva is already in second year of kindergarten and will start school next summer. Swiss kids begin at the age of 4 to 5 with mandatory school. Our kindergarten is – contrary to kindergarten in Germany – more like preschool. Of course they do play, but they also learn some basics. Some kids actually stay three years to be really ready for school. 
 
Da ich die erste Tourteilnehmerin aus der Schweiz bin, möchte ich Euch noch ein wenig über unser Schulsystem erzählen. Die Kinder gehen hier mit 4 bzw. 5 in den Kindergarten. Das Ganze ist obligatorisch und hat relativ wenig Ähnlichkeit mit dem klassischen Kindergarten, wie ich ihn aus Deutschland kenne. Der Schweizer „Chindsgi“ hat eher Vorschulcharakter. Natürlich wird bei uns auch ganz viel gespielt und gebastelt, aber die Frühförderung steht klar im Zentrum.
 
 
Kindergarten starts at 8:30 am and ends at 12.00 pm. On one afternoon there are lessons, too. In Eva’s kindergarten two teachers take care of 20 kids. A speech therapist, a psychomotility therapist, a social worker and teacher/therapist for children with special needs complete the team. 
 
Unser „Chindsgi“ beginnt um halb neun und endet um zwölf Uhr. An einem Nachmittag finden zusätzliche Lektionen statt. In Evas Gruppe werden 20 Kinder von zwei Kindergärtnerinnen betreut. Wobei die Bezeichnung veraltet ist, Kindergartenlehrerin wäre passender. In der Schweiz wird das Personal, das auf der Kindergartenstufe arbeiten, an der Pädagogischen Hochschule ausgebildet. Zum Team gehören ausserdem noch eine Logopädin, eine Psychomotoriktherapeutin, eine Sozialarbeiterin und Heilpädagogen.
 

  

 
Oh, almost forgot to answer Mie’s questions. Here we go:
 
1. Is this your first time sending a child to Kindergarten? 
Nope, my older daughter Ida is already in second grade of school. So, we’re pretty relaxed…
 
2. Do you feel like crying or celebrating? And what about your child?
As I said before – it’s Eva’s second year as a kindergartner. Celebrating time!

3. What kind of school does your child attend? 
A public school. No need to send the kids to a private institute. The quality of public schools is pretty good.
 
4. Question to the kindergartner: What have been the best and the worst part so far?
Eva: „The best (in my second year) is, that I’m a big girl now. The new girls and boys (who started this year) are like… babies? What I don’t like is, that mommy keeps on harassing me with fruits I need to eat during break. That’s just yucky!“
 
Ach, ja, hier noch die Fragen, die Mie allen Blogtourteilnehmern stellt:
 
1. Schickst Du zum ersten Mal ein Kind in den Kindergarten?
Nein, meine ältere Tochter Ida geht bereits in die zweite Klasse der Primarschule.
2. Ist es Dir eher nach Heulen oder nach Feiern zu Mute?
Was für eine Frage! Partytime! Okay, da das bereits ihr zweites Kindergartenjahr ist, sind wir schon sehr routiniert…
3. In welchen Kindergarten geht das Kind?
In den öffentlichen Gemeindekindergarten.
4. Fragen an das Kindergartenkind: „Was war bisher das Tollste am Chindsgi? Und was war das Schlimmste?“
Antwort von Eva: „Ich finde es super, dass ich jetzt zu den Grossen gehöre. Die neuen Kindergartenkinder sind… Babies? – Doof finde ich, dass meine Mami mir immer und immer wieder Früchte ins Pausenböxli packt. Das finde ich nicht sehr fein.“
Thanks for stopping by. Please don’t forget to visit Annika from „Näh-Connection“ and have a look at her creations for Sewing-for-Kindergarten-2016. Annika is not only a colleague but also a friend of mine 🙂
Danke, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt. Und schaut doch noch bei Annika von „Näh-Connection“ vorbei! Sie macht auch bei „Sewing-for-Kindergarten-2016“ mit und zeigt ihre Kreationen ebenfalls heute. Annika ist nicht nur meine liebe Näh-Connection-Kollegin, sondern auch eine Freundin 🙂


Schnitte: Liva von Laralill, Beachy Boatneck von Blank Slate Patterns, Wild-and-Free-Lounge-Pants von Coffee+Thread
Stoffe: „Sweet life“ von Bora, Uni-Jersey Mustard (beide von Lillestoff), 
Uni-Jersey Blau und Streifen-Campan von Hilco
Plot: „Retro Lover“ von Emma Pünktchen
verlinkt bei: Kiddikram und LilleLieblinks

Warum ich bald noch so ein Poloshirt nähen muss

Das wird vermutlich der kürzeste Blogpost ever. Ich lasse heute lieber Bilder sprechen, statt Romane zu schreiben. Ich bin seit einigen Wochen im Probenähteam von Ki-ba-doo. Den ersten Schnitt, den ich für Claudia alias Frau Liebstes getestet habe, heisst „Liska“. (Richtig geraten, es gibt auch noch eine MALiska für Damen, aber bleiben wir beim Kinderschnitt.) 


Liska ist – wie so oft bei Ki-ba-doo – ein Basisschnitt mit diversen Variationsmöglichkeiten:

– normale oder Puffärmelchen
– kurze, lange oder Lagenlook-Ärmel
– klassischer Polokragen oder runder Kragen

(Und jetzt habe ich noch kein Wort über mögliche Hacks geredet… Da ginge auch jede Menge.)

Der Schnitt fällt figurnahe aus, und das ist ausdrücklich so gewollt. Ich weiss, dass nach wie vor noch viele Näherinnen auf Vorrat grösser nähen – und ich sage euch: Don’t do that! Ich finde, Kinderkleider müssen gut passen. Nichts ist schlimmer, als ein liebevoll genähtes Teil, dass dann zwei Jahre am Kind schlabbert. 


Ich habe übrigens für meine Sechsjährige (!), die ca. 114cm gross ist, die 110 genäht. Bei Kindern ist immer ihr aktueller Brustumfang entscheidend. Ja, 110! Und weil mir klar war, dass das Kind zwar zierlich, aber nicht winzig ist, habe ich die Länge auf 116 angepasst. Sitzt  perfekt. 


Ganz besonders angetan hat es mir der Pseudo-Bubikragen. Obwohl mit Kragensteg genäht, sind die Ecken schön abgerundet. Da ich Euch wenige Worte angekündigt hatte, geht es jetzt auch ganz schnell, versprochen.

Natürlich alles aus Jersey genäht, Hauptstoff (Little Hearts von BORA) und violetter Stoff von Lillestoff, der Rest aus den unendlichen Weiten meines Stofflagers. Knopfleiste und Kragen verstärkt, Druckknöpfe reingehämmert, Säume gecovert – fertig. War keine grosse Sache, wenngleich ich natürlich weiss, dass Kragenanfänger nun widersprechen werden. 

Ach, ja, der Schnitt „Liska“ erscheint heute (!) bei Ki-ba-doo. Er beinhaltet die Grössen 80-164. Bin ich froh, dass ich das Muster schon habe. Nachdem Liska Nummer 1 nämlich fertig war, gab es bei uns daheim einen klitzekleinen Disput. Inhalt: „Warum nähst du meiner Schwester immer so schöne Sachen und mir niiiiiie?“ Tja, kann man als Mama ja fast nicht anders, als die Nähmaschine gleich nochmals anzuschmeissen, oder?


Schnitt: Liska von Ki-ba-doo
Stoff: Little Hearts von Lillestoff
Verlinkt bei Kiddikram (LunaJu)



  

Schon wieder du!

Oh, Mann, was ist das nur mit mir und dem Lieblingskleidchen? Eine grosse Liebe, so viel ist klar. Zum gefühlten hundertsten Mal habe ich Brittas (= Erbsenprinzessins) Kinderschnitt umgesetzt. Dieses Mal aus einem supercoolen Retrostoff (1970er Gardine, ich weiss!) und mit drei kleinen, aber sehr effektvollen Anpassungen. Na, könnt ihr es erkennen?





1. Ich habe eine Art Tulpenrock gebastelt. Wie das geht, das wisst Ihr, oder? Einfach das Schnittteil per Hand zum Saum hin verjüngen. Dabei aber bitte nicht übertreiben! Schon kleine Anpassungen verändern die Silhouette effektiv – und wir wollen dem lieben Kind ja keinen Bleistiftrock basteln, oder?

2. Ich habe das Rückenteil zweigeteilt. Ich könnte jetzt schreiben, dass das nötig war, um mein ausgeklügeltes Retrokonzept durchzuziehen. Aber, nein, der wunderbar quietschige Retrostoff „Tropix Paola Citrus“ von Alexander Henry Fabrics war einfach zu schmal für das komplette Schnittteil. Von dem fröhlichen Free Spirit „True Colors New Wave Tangerine“ hatte ich hingegen noch genug.) Da wir alle hin und wieder vor genau diesem Problem stehen, hier nochmals kurz ein paar Worte zur Anpassung: Das Vorderteil endet unter der Passe. Nun musste ich gewissermassen nur noch herausfinden, wo diese Teilungsnaht hinten weiterlaufen würde, wenn sie denn durchgängig wäre. Dazu habe ich das Vorderteil (bestehend aus den zwei Passenteilen) und (das lange) Rückenteil im Schulterbereich aneinander ausgerichtet. Und schon wird die imaginäre Schnittlinie sichtbar. Schnippschnapp! Beim Zuschneiden die Nahtzugaben nicht vergessen – und fertig ist die das revidierte Oberteil-Schnittpapier.

3. Die vielleicht coolste Anpassung betrifft den Ärmelbereich. Ich habe kleine Cap Sleeves eingesetzt. Das wollte ich schon lange mal ausprobieren. Zum einen, weil das meine liebster Ärmeltyp ist, zum anderen, weil so die Schultern der Kleidchenbesitzerin vor Sonnenbrand geschützt sind (#übervorsichtigemutteramwerk). Aber wie macht man das jetzt? Brittas Schnitt kommt im Bereich des Ärmelausschnitts ohne Nahtzugabe aus, da dort mit Schrägband eingefasst werden sollte. Es gibt also zwei Möglichkeiten: Entweder man packt an den Armlöchern eine Nahtzugabe drauf (und hat dann später ein Riesengewurschtel, da die Cap Sleeves traditionell nur wie Kappen über den Schultern liegen und nicht unbedingt unter den Achseln weiterlaufen) – oder man  näht die Flügelchen einfach unterm Schrägband fest und benutzt dabei die Schrägbandnaht, um die zweite Naht zu verstecken. Alles klar? Es wird deutlicher, wenn Ihr die Bilder anschaut. Dort seht ihr die Doppelnaht. 

Jetzt wollt Ihr sicher noch wissen, wie man die Käppchen konstruiert. Das ist echt einfach, glaubt mir! First of all: Die äussere, gerade Kante (am rechten Bildrand) wurde im Stoffbruch zugeschnitten. So erhaltet Ihr ein gefüttertes Ärmelchen. Ich bin mit der Ovi dann über die runde, doppelt offene Naht drüber. Und wie findet man jetzt die richtige Gesamtlänge? Dazu habe ich mir erst überlegt, wie lange die Caps von der Schulternaht aus vorne und hinten weiterlaufen sollen. Ich kam in meinem Fall auf einen Wert von ca. 9cm, also zusammen ca. 18cm. 
Und was ist mit der runden Seite? Richtig, die Flügelchen sind zwar aussen gerade, innen aber konvex. Den Krümmungsgrad bekommt man ganz gut hin, wenn man die beiden Stoffteile NACH dem Schliessen EINER Schulternaht und VORM dem Schliessen der Seitennähte einfach mal hinlegt. Fragt Euch: Wie würde der Ärmelausschnitt später ungefähr fallen. Ich habe dann einfach ein Papier untergelegt und grob die Innenline des Ärmelausschnitts nachgezeichnet. Es kommt hier nicht auf Millimeter an, keine Sorge. Stellt einfach nur sicher, dass eine Krümmung da ist. Fertig. 

Zum Schluss noch zwei Makros. Ihr wisst mittlerweile, dass ich einen Schrägbandfetisch habe 🙂 Ich wünsche Euch viel Erfolg beim Nachnähen, gerne auch in Farben, die nicht unter dem Hashtag #netzhautpeitsche geführt werden 😀

Herzlich
Bettina

Want some more tea? Yes please!

This post is in English and German. 
Dieses Posting ist zweisprachig verfasst, auf Englisch und auf Deutsch.  

Some months ago the American indie label Sew House 7 released the TEA HOUSE DRESS pattern. When I saw the first pictures and especially the drawing of the pattern pieces, I was intrigued. The way the dress was constructed was so different. 


Als das amerikanische Indie Label Sew House 7 erste Bilder von seinem neuen Schnittmuster TEA HOUSE DRESS zeigte, war ich fasziniert. Das war so komplett anders als viele andere Vorlagen, die zeitgleich erschienen waren.




Of course, the pattern consists of well known elements. But the pattern construction is remarkable. My dear blogger friends from all around the world had exactly the same impression. What a great reason to organize a sew along. And so it began… #teahousedresstour

Klar, das TEA HOUSE Kleid besteht aus den Elementen, die man halt braucht, um eine Kleid zusammenzusetzen.  Aber die Art, wie die Teile vom Grundsatz her konstruiert sind, ist schon sehr ungewöhnlich. Wir Nähbloggerinnen sind gut vernetzt. Als die Sprache auf das neue Schnittmuster kam, waren auch meine Kolleginnen rund um den Globus begeistert. Was für eine wunderbare Voraussetzung, um einen Sew-along zu organisieren: die #teahousedresstour. 
Peggy, the designer, was clearly inspired by traditional Japanese clothing. Although a prototypical kimono would be more similar to a wrap dress, the TEA HOUSE DRESS pays homage to the original style in a big way. A V-neckline, cuffed dolman short sleeves, the flared skirt, the wide tie to accentuate the high waist – and the huge amount of fabric that is needed (almost 6! yards for a size 16).

Peggy, die Designerin, liess sich ganz offensichtlich von traditionellen japanischen Gewändern inspirieren. Obwohl ein klassischer Kimono vorne offen ist und eher einem Wickelkleid ähnelt, zitiert sie viele Stilelemente. Da wären die überschnittenen Kimonoärmel, der ausgestellte Rock, der V-Ausschnitt, das breite, hoch angesetzte Bindeband – und vor allem die schier unglaubliche Menge an Stoff, die gebraucht wird. Für die Grösse 16 (entspricht 46/48) habe ich satte fünf Meter verbraten.

I was looking for a fabric design that is both flattering for my coloring and somehow Japanese. I found it – no surprise there – at Art Gallery Fabrics. „Summit twilight“ (out of the collection „Hello Bear“ by Bonnie Christine) is super soft woven with graphics that reminded me of Japanese woodblock prints. It’s a variation of the traditional  „seigahia pattern“, the wave pattern.The pockets are made from some scratch.

Es war gar nicht so leicht, den perfekten Stoff für das Projekt zu finden. Der Print sollte nicht nur zu meinem Teint und meinen Haaren, sondern auch zum Stil des Kleides passen. Ich wurde bei Art Gallery fündig (keine Überraschung): „Summit twilight“ aus der Kollektion „Hello Bear“ von Bonnie Christie, ein wunderbar weicher Webstoff. Das grafische Muster erinnerte mich spontan an japanische Holzdrucke – und natürlich an das omnipräsente Seigahia-Design, auch Wellenmuster genannt. Die Taschen sind aus einem Leinenstoffrest geschnitten. Übrigens: Schweizer Kundinnen bekommen den Stoff (noch) bei Rothlilablau in Wetzikon.



The TEA HOUSE pattern can be sewn as top – or as dress which comes in two lengths. As you can see, I made the long version. I flipped the print that I used for the front panel upside down for two reasons: It slims the waist, plus it accentuates the interesting panel construction of the dress. The second alteration was neccessary, because the tie sat originally too high for my taste (and my DD-cup). I put the binding (and of course the pockets) about four inches down, which was easily done. (And I lengthened the whole dress, because I’m 5′ 9“ tall.) THAT WAS IT. 

Ihr könnt das Schnittmuster sowohl als Kleid (in zwei Längen), als auch als Top nähen. Ich habe den Stoff für das mittlere Vorderteil um 180 Grad gedreht, um das Ganze ein bisschen interessanter zu machen bzw. die Teilungsnähte zu betonen. Ausserdem stellt sich so auch eine leichte optische Täuschung ein… die Körpermitte sieht etwas schmaler aus 😉 Und ich habe das Bindeband und die Taschen je eine Handbreit nach unten gesetzt. Ausserdem habe ich das Kleid deutlich länger gemacht, da ich 1.75m gross bin. Das war’s dann aber auch schon. Cool, oder? 


If anybody asks me: „Want some more TEA?“ I would answer: „Yes, please!“ I’m sure you can see why. Greetings from a coffee addict who loves the TEA HOUSE DRESS.
Bettina
P.S. Yes, these ARE my glasses. Actually I’m shortsighted.

Wenn mich jetzt jemand fragen würde, ob ich gerne mehr TEA hätte, würde ich ungeniert ja sagen. Viele Grüsse von der Frau, die eigentlich nur dTee trinkt, wenn sie krank ist 😀
Bettina
P.S. Jaaa, das ist meine echte Brille. Die ziehe ich für die Fotos meistens aus. Aber dieses Mal hat’s so gut gepasst.

Wanna see more gorgeous TEA HOUSE DRESSES and TEA HOUSE TOPS? No prob, just follow the tour bus, data below! Wanna win this unique pattern? Again no prob, just comment on Gaafmachine’s first blog post to enter!

Wollt ihr weitere wunderschöne TEA HOUSE Kleider und Tops sehen? Kein Problem, steigt in den Tourbus, Daten unten! Wollt ihr dieses ungewöhnliche Schnittmuster gewinnen. Auch das ist kein Problem, surft rüber zu meiner Freundin Nelleke von Gaafmachine und kommentiert dort unter dem ersten Tour-Post!

TEA HOUSE DRESS TOUR








Sanigold – oder aus zwei mach eins

Mit reichlich Verspätung zeige ich Euch den letzten Schnitt aus der Wild-and-Beautiful-Damenkollektion von Näh-Connection: das Sanibel Dress (Design: Hey June, USA). Theoretisch könnte man auch einen Sanibel-Einteiler nähen, aber ich mag Tuniken/Kleider gerne. Genau genommen müsste mein Nähbespiel übrigens Sanigold statt Sanibel heissen. Ich habe nämlich, frech wie ich bin, meinen neuen Lieblingsschnitt Marigold (schaut mal hier und hier) mit dem Sanibel gekreuzt. 


Das war nicht von Anfang an geplant, aber beim Zuschnitt ist mir aufgefallen, dass das Original-Oberteil kastenförmig ist. Bei den einen bringt das Quadratische und das Mehr an Stoff die (grazile, feingliedrige) Silhouette zur Geltung – bei mir nicht. Ich brauche eine definitiv eine Taillierung. Also habe ich all die schönen Hemden-Details von Sanibel genommen – und mein Nähwerk unterhalb der Achseln in den Marigold-Grundschnitt überführt. Um den sportlichen Look zu betonen, habe ich die Rocktaschen weggelassen, alles auf Tunika-Länge gekürzt und den Saum an den Seiten etwas hochgezogen. Klingt jetzt kompliziert, war es aber nicht.

Ich will nicht weiter auf den Schnittmuster-Hack eingehen. Ich erzähle Euch lieber etwas über Hemden. Ich behaupte, die wenigsten Hobbyschneiderinnen trauen sich das nicht zu. Das ist jammerschade, denn Hemden sind nicht nur unglaublich vielseitig, das Nähen derselben bringt uns auch handwerklich voran. Beim Sanibel-Oberteil habe ich beispielsweise bewusst nicht den Stehkragen (der auch im Schnitt als Variante enthalten ist), sondern den „echten“ Kragen mit Kragenstand umgesetzt. War gar nicht schlimm – aber im Vergleich zu Knopfleisten, aufgesetzten Taschen, doppelten Passen oder Manschetten total neu für mich.


Jetzt, da ich diese Herausforderung angenommen und ganz okay gemeistert habe, geht es richtig los mit dem Hemdenzeugs. Meine Angst ist nämlich verflogen. Ist Euch bewusst, wie viele Kragenvarianten es gibt? Und auf wie viele Arten man eine Knopfleiste gestalten kann? Ganz zu schweigen von den vielen Details wie Mininknöpfchen, Abnäher, Schlitze am Ärmel und Vieles mehr. Mann, das ist ein Kosmos für sich. Per Zufall ist mir in den letzten Wochen noch ein Rezensionsexemplar eines Buches ins Haus geflattert, das perfekt zum Thema passt: Hemd&Design. Das grosse Ideenbuch (Stiebner Verlag). Ich werde das Werk in den nächsten Wochen auf dem Bernina-Blog vorstellen. Nur so viel sei verraten: ein echt cooles Werk. So stelle ich mir „Harry Potter für Hemdenschneider“ vor 😉

Meine Sanigold-Tunika ist übrigens aus feinem Leinen genäht. Der Stoff stammt aus Stockholm (ein Reisemitbringsel… daran erkennt man und uns Blogger/Hobbyschneider übrigens gut. Wir stürmen im Ausland lieber Stoffläden, in dem Fall „Stoff och Stil Sverige“, statt Museen). Ich schätze, der deutsche Onlineshop von Stoff und Stil führt diese Webware auch. Um das Ganze etwas aufzupeppen, habe ich senfgelbe Knöpfe angenäht. Der Gürtel ist aus einem Kokka-Canvas-Rest gemacht. Ihr habt sicher schon gemerkt, dass ich gerne mit Bändern/Schleifen/Gurten aus Kontraststoffen arbeite. Ich finde, dass das ein Kleidungsstück sehr aufwerten kann. Plus: Eine Taille ist immer gut. Aber das hatten wir schon, oder?

Den Rocksaum habe ich – wie so oft – mit Schrägband versäubert. Da so viele Leute gefragt haben, wie genau das geht, gibt es jetzt ein Tutorial. Ihr findet es auf dem Bernina-Blog

Nun bleibt mir nur noch, Euch ausdrücklich zu ermutigen: Traut Euch an Hemden! Das Schlimmste, was passieren kann, ist ein verhunzter Stoff. Und vielleicht ein paar verlorene Stunden. Aber verloren ist in dem Fall relativ. Selbst, wenn wir Scheitern, kommen wir voran. Da ich gerade wie die Aufschrift auf einem Kühlschrank-Magneten klinge, höre ich hier auf… 

Herzlich
Bettina

 Schnitt: Sanibel Kleid und Romper, in deutscher Übersetzung bei Näh-Connection
gekreuzt mit Marigold Dress, auch in dtsch. Übersetzung bei Näh-Connection.
Stoff: Stoff och Stil Sverige (blaues Leinen), Punkte-Canvas von Kokka (Privatschatz).

Was so alles schief gehen kann

Follow my blog with Bloglovin

Ich hatte mir alles so schön vorgestellt: Ich kaufe diesen wunderbaren neuen Cloud9-Voile, ich nähe daraus eine sommerliche Wanderer Tunika (neu in deutscher Übersetzung bei Näh-Connection) – und dann ziehe ich das Teil nie mehr aus. NIE MEHR. 





Toller Plan. Warum dann doch einiges schief gegangen ist, möchte ich Euch heute erzählen. Das Wichtigste zuerst: Es lag nicht am Schnittmuster, denn das ist durchdacht und von der Passform her top. Nein, ich war das Problem. Ich und mein Hang zum Huddeln, wenn die Uhr tickt. 

Sehr herziger Rückenverschluss.

Aber schön der Reihe nach: Dieser Stoff nach einem Design von gefällt mir schon seit Monaten. Seit Cloud9 ihn zum ersten Mal auf Instagram gezeigt hatte, stand er auf meiner „haben-will-Liste“. 1,5 Meter werden sicher reichen, dachte ich mir, und setzte die Bestellung ab. Ich hätte besser mehr nachgedacht oder am besten in der Schnittanleitung nachgelesen, denn eine Wanderer Tunika in meiner Grösse ist nicht mit 1,5 Meter genäht. Aber egal, Super-Bettina biegt das wieder hin… (Fortsetzung folgt.)


Beim Zuschnitt passierte dann das nächste Malheur. Obwohl ich mir immer sehr genau überlege, wie ein Muster zu platzieren ist, versagten meine grauen Zellen. Die grossen Palmwedel prangen exakt auf meinen Brüsten. Beim Karneval in Rio haben die Mädels doch so Klebe-Hütchen auf ihren Brustwarzen. Ich finde, dass das bei meinem Oberteil so ähnlich aussieht. 


Erinnert Ihr Euch an die Sache mit dem Stoff? Als die Vorder-, Rückenteil und Passen zugeschnitten waren, lag nur noch ein kläglicher Rest vor mir. Mein ursprünglicher Plan, die zum Schnittmuster gehörenden Ärmelteile „einfach zu verkürzen“, war vom Tisch. Dann eben Kappärmel. Die sind an sich schnell konstruiert. Klappte auch beim Schneiden und Nähen ganz gut.

Schrägband erst einseitig von innen angenäht,
dann um einen halben Zentimeter nach aussen geklappt und weiter Naht gesetzt.

Jetzt könnte diese Geschichte noch gut ausgehen. Aber dann wäre dieser Blogeintrag nur halb so lustig, oder? Ich probierte meine wunderschöne Wanderer Tunika an – und fiel fast in Ohnmacht. Ich hatte nicht nur zu wenig Stoff bestellt hatte, hatte nicht nur den Print falsch platziert, nein, ich hatte auch noch die falsche Grösse genäht. Hektisches Gewühl im Schnittmusterstapel bestätigte das. XL –  statt XXL geklebt, geschnippselt und zugeschnitten. Das war so ein Moment, in dem Comicfiguren ihren Kopf auf die Tischplatte hauen. Mehrmals.

Samba, Samba, Samba do Brasil! 🙂
Hier meine Rettungsversuche: 
  1. Die Nahtzugabe bis zum Ultimum ausreizen. Wer genau guckt, der sieht an den Seitenrändern Overlocknähte durchblitzen 😀
  2. An den Saum eine dunkle Spitze nähen, um Länge zu gewinnen (passt zwar nicht wirklich, aber die zwei Zentimeter mehr sind Gold wert).
  3. Die Kappärmel mit Schrägband um 0,5cm verlängern, damit sie etwas mehr von den Hausfrauenoberarmen verdecken.

Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich mit dem Endergebnis zufrieden bin. Ihr müsst mich nun aber weder in den Arm nehmen, noch mir Kraft (oder Kraftbrühe) schicken. Alles gut hier. Ich teile diese Erfahrung mit Euch, weil ich mir sicher bin, dass wir alle schon tollste Stoffe verhunzt haben. Das gehört einfach dazu. 

Denkt also an mich, wenn Ihr das nächste Mal mit dem Overlockmesser mitten in den Stoff schneidet, wenn ihr das Schnittmuster falsch skaliert ausdruckt (hallo Susanne von Muckelie!) – oder wenn ihr euch Nippelhütchen bastelt 🙂 

Viele Grüsse von Samba-Königin Bettina


Schnitt: Wanderer Tunic (c) by Striped Swallow Designs, in deutsche Übersetzung bei Näh-Connection.

Stoff: Voile  „Maldives“ aus der Serie „Yucca“, Design: Leah Duncan für Cloud9, zum Beispiel erhältlich in der Eulenmeisterei.


Rock-Festival

Nun ist es ist offiziell: Marigold, der Kleid/Rock-Schnitt des amerikanischen Indie-Labels Blank Slate Pattern, ist mein neuer Lieblingsschnitt. Ihr habt mich neulich schon in der Kleid-Version gesehen, heute zeige ich Euch auch noch die superschnell genähte Rock-Variante. Nix Reissverschluss, nix Abnäher, einfach nur Taschen antackern, geradeaus nähen, Gummi rein – fertig. 



Im Prinzip wäre dieser Blogeintrag nun zu Ende. Ich kann Euch aber nicht gehen lassen, ohne Euch etwas zum hier vernähten Stoff zu erzählen. Wie Ihr sicher gemerkt hat, kommt der weder von Hamburger Liebe (obwohl es farblich denkbar wäre), noch von Birch (wenngleich das farblich komplett ausgeschlossen wäre), noch von Lillestoff (obwohl die ungefähr jedes Schaltjahr auch mal einen Webstoff raushauen). 


Nein, Ihr seht hier einen wirklich ausgefallenen Stoff, der von der niederländischen Firma Vlisco für den afrikanischen Markt hergestellt wird. Ja, richtig gelesen. Ein Anbieter aus Holland ist in Ländern wie Ghana oder der Elfenbeinküste DER Stoffausstatter im gehobeneren Preissegment. 

Warum das so ist, ist schnell erklärt: Der westafrikanische Markt ist schon seit Jahrzehnten fest in asiatischer Hand. Die Prints, die man auf den Märkten von Accra oder Abidjan kaufen kann, sehen zwar afrikanisch aus, sind aber Made in China. Wer sich hingegen eine bessere Qualität leisten kann, der weicht beispielsweise auf Vlisco-Stoffe aus. Die Niederländer greifen bei ihren Designs zwar auf traditionelle westafrikanische Muster zurück, interpretieren diese aber frei und unbekümmert. Ähnliches gilt für die Farbgestaltung: Bunt und fröhlich, aber keinesfalls nur auf die Töne beschränkt, die aus kulturgeschichtlicher Sicht in Afrika gefärbt werden konnten.

 

Ich bin natürlich nicht nach Afrika geflogen, um diesen Stoff für meinen neuen Lieblingsschnitt aufzutreiben. (Obwohl es mir zuzutrauen wäre.) Nein, ich habe den Stoff bei Karlotta Pink gekauft. Dort gibt es qualitativ hochwertige Ware aus aller Herren Länder. Allerdings keine bekannten Brands, sondern nur Gewebe, die entweder in landestypischer Art hergestellt wurden (wie zum Beispiel von Vlisco) – oder direkt aus dem entsprechenden Land importiert wurden.

 


Der Stoff, den ihr hier seht, ist ein sogenannter Waxprint. Die Westafrikaner färbten ihre Textilen traditionell mit einem Druckverfahren, bei dem die Farbstoffe mit Hilfe von Bienenwachs appliziert werden. Besser gesagt: Dort, wo die Wachsschablonen den Stoff bedecken, dringt die Farbe nicht durch. Das Ganze ist ein komplexer, langwieriger Vorgang. Typisch für Waxprints ist, dass die Farben auch auf der linken Stoffseite durchscheinen.

Der Vlisco-Stoff ist weder „flimsy“, wie man im englischsprachigen Raum sagen würde, noch „stiff“ – also weder ein Fähnchen noch ein Brett. Genau nach meinem Geschmack. Ein Rock braucht einen gewissen Stand, um schön zu fallen – und wenn er dann noch blickdicht ist, kann das nur von Vorteil sein. 

Schaut mal, wie sehr ich mit meinem Knotenband geschwitzt habe…
Wenn ihr nun Lust bekommen habt, neben den grossen Stoffnamen auch mal was Ungewöhnliches zu vernähen, dann surft doch rüber zu Karlotta Pink. Es gibt übrigens nicht nur einen Schweizer Onlineshop, sondern auch einen für die EU. An beiden Orten gibt es noch bis Sonntag 10 Prozent Rabatt auf alle Stoffe aus der Kategorie „Wax- und Javaprints“. Gutscheincode: WAX43278.
 
 
Den Marigold-Schnitt erhaltet ihr (mit deutscher Anleitung) bei Näh-Connection, bis Sonntag als Damenschnittpaket „Wild-and-beautifull“ zum Sonderpreis (im Verbund mit den Schnitten für die Wanderer Tunika und den Sanibel-Einteiler bzw. das Sanibel-Kleid) und inklusive Gutscheinen. Mann, was für ein Satz…) Und ab Montag dann auch separat. 
 
So. Ich muss jetzt mal überlegen, was ich mit meinem nächsten Karlotta-Pink-Stoff anstelle. Der liegt nämlich schon gewaschen hier: Fast fünf Meter aus Südafrika. Mehr dazu demnächst bei Stahlarbeit.
 
Herzlich
Bettina
  

 

The Top Knot Tour


This post is in English and German. 

Dieses Posting ist zweisprachig verfasst, auf Englisch und auf Deutsch.  


Wooohooo! Let the fun begin. The TOP KNOT TOUR starts here and now…

Jippie! Die TOP KNOT TOUR startet. Und ich mache den Anfang…





Whenever I choose fabric for a project I always think about the person who will wear the  finished garnment. For example my daughter Ida: She has big blue eyes, blond hair and a rather fair complexion. In white or beige clothes she looks like some French cheese. And in black or grey she resembles a little vampire… BUT blue always works for her. Sky, cornflower, royal, indigo – it doesn’t matter. 

Wenn ich Stoffe für ein Projekt auswähle, dann habe ich immer auch die Person im Sinn, für die ich nähen werde. Nehmen wir zum Beispiel meine Grosse: blaue Augen, blonde Haare, heller Teint. In Weiss oder Beige sieht sie aus wie ein Camenbert, in Schwarz oder Grau wie ein Vampir. Was immer geht, ist Blau. Kornblumenblau, Hellblau, Königsblau, Preussischblau, Petrol, Graublau.

When I first saw the new TOP KNOT ROMPER pattern by Chalk&Notch I knew that I must work with blue fabric. I found a beautiful woven at P&B Textiles. The design is called „Village Green“.The cut of the romper is clearly inspired by Japanese pattern making basics. It is simple and pure – and also full of surprises. I totally liked the atypical bodice with its shoulder overlapping back part. The three pleats make a nice contrast to the traditional button placket. 

Daher war von Anfang an klar, dass der neue Top Knot Romper vom amerikanischen Indie-Label Chalk&Notch blau werden muss. Fündig wurde ich bei P&B Textiles (Patchwork-Kollektion „Village Green“). Die Schnittführung des Rompers (=Jumpsuit) ist klar von der japanischen Schneiderkunst inspiriert. Der Einteiler kommt clean und dennoch voller Überraschungen daher. Besonders gut gefällt mir das atypische Rückenteil, das weit über die Schulterlinie hinausgeht. Die drei dekorative Kellerfalten geben dem Outfit eine verspielte Leichtigkeit und passen prima zur strengen, klassischen Knopfleiste.

The elastic is encased in the waist band. The pants (or shorts, that’s up to you!) have a relaxed (but still great) fit – which makes perfect sense for a romper. As a detail I added piping to the pocket edges. Well, piping always works for me – but in this case it totally rocked. Did I mention that I love the cuffs?
Im Taillenbereich hält ein beidseitig eingefasstes Gummiband das Ober- und Unterteil zusammen. Die Hose fällt lässig und kann nach Gusto mit kurzem oder langem Bein genäht werden. Ich habe den Taschenausschnitt noch mit einer Paspel versehen. Toll sind übrigens auch die Manschetten, die als Ärmelabschlüsse dienen. Hier darf mit Kontrasstoff gespielt werden. Und es darf gekrempelt werden. Fazit: Ich bin begeistert. zumal ich kein „fertiges“ Schnittmuster umgesetzt habe, sondern den TOP KNOT ROMPER im Rahmen eines Probenähens hergestellt habe.

 

Here are some specifics: THE TOP KNOT ROMPER can also be made as a TOP KNOT TUNIC or a TOP KNOT DRESS (with a full circle skirt… twirling, twirling, twirling!). The pattern goes from 18-24 to 12 years. You’ll get the best results with light weight wovens (for example double gauze). In my opinion it’s perfect for intermediates because there are some tricky parts like making a button placket or doing pleats. I really liked the instruction, pretty clear and easy to understand. Gabriela from Chalk&Notch is a pro, that’s for sure. 

So. Und jetzt noch schnell die Details: Der TOP KNOT ROMPER kann als Einteiler, als Tunika (mit kurzem Rockteil = TOP KNOT TUNIC) oder als echtes Kleid mit vollem Rock (TOP KNOT DRESS) in den Grössen 1 Jahr – 12 Jahre genäht werden. Besonders gut eignen sich leichte, gut fallende Webstoffe wie Double Gauze. Jersey geht vermutlich auch – ich habe das Gefühl, dass wir das im Verlauf der Tour auch noch sehen werden. Der Schnitt ist nichts für absolute Anfänger, das ist klar. Man muss aber kein Profi sein, um die Hürden zu meistern. Zumal die Anleitung durchdacht und logisch aufgebaut ist. Gabriela, die Inhaberin von Chalk&Notch, hat das Handwerk von der Pike auf gelernt. Und das merkt man…

 

 

 
As this is a proper and well organized tour (Gabriela, you rock!), there are some very nice giveaways for you: Gift cards from Raspberry Creek Fabrics, Imagine Gnats and Miss Matatabi. Enter to rafflecopter (scroll to bottom of site) to win one of these prizes! 

Wie sich das für eine Blogtour gehört, gibt es natürlich auch etwas zu gewinnen. Und zwar drei Gutscheine für diese Online-Läden hier: Raspberry Creek Fabrics, Imagine Gnats und Miss Matatabi. Wie blöd, dass ich bei der Sause nicht mitmachen kann. Aber Ihr dürft! Einfach bei Rafflecopter (s. u.) eure Mailadresse hinterlassen – und schon seit Ihr gewissermassen im Lostopf. Als besonderes Schmankerl für meine deutschsprachigen Leserinnen darf ich ausserdem noch ein TOP KNOT Schnittmuster verlosen. Surft dafür bitte zu meinem Stahlarbeit-Facebook-Account und hinterlasst mir direkt unter dem TOP KNOT Eintrag ein kleines Sätzlein, warum Ihr dieses Schnittmuster unbedingt in Eurer Sammlung braucht. Das Los entscheidet, der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Viel Glück!
 

Thanks for stopping by. And check out the next tour stops.
Best
Bettina

Danke, dass Ihr vorbeigeschaut habt. Der Tourbus fährt weiter…
Herzlich Bettina

Verlinkt bei Handmade on Tuesday



 

a Rafflecopter giveaway

Mom’s got a new dress

Es ist kein Zufall, dass ich hier vor allem Kleider zeige, die ich für andere genäht habe. Für die Töchter, für die Nachbarskinder, für die Katzen im Quartier und so weiter. Wenn es um Sachen für mich geht, bin ich total „heikel“, wie man hier in der Schweiz zu sagen pflegt. 




Ich bin, um es wie meine Grossmutter (Gott hab sie seelig) zu formulieren, ein festes Mädchen. An mir ist was dran, und zwar an Brust UND Keule. Kein Grund, sich deswegen zu grämen, sich niedergeschlagen und schlecht zu fühlen. Oder gar von Diät zu Diät zu schlingern. Nein, es ist, wie es ist.

Meine Kurven wollen aber nett in Szene gesetzt – und nicht unter Zeltplanen versteckt werden. Ich bin doch nicht der Berliner Reichstag. Jetzt könnte man sagen: Hey, die kann doch nähen! So what?  


Aber genau da fangen die Probleme an. Obwohl ich unermüdlich neue Anläufe starte, meine me-made-Garderobe zu erweitern, landete ein Grossteil der selbstgenähten Teile bisher in der Nachthemd/Schlafanzug-Schublade. Das lag nicht an den Stoffen oder Farben, sondern an den berühmten 90-60-90. Bei mir sind es nämlich eher 42-37-44 (Inches, nicht Zentimeter, ihr Pappnasen!).

Die wirklich netten Schnittmuster, die der deutschsprachige Markt zu bieten hat, hören bei Konfektionsgrösse 42/44 auf. Und die Vorlagen, die bis 46/48 hoch gehen (und da müsste ich hin), sitzen oft nicht, da zwar jeder Anbieter auf der Plus-Size-Welle mitsurfen will (yay!), es aber sicher nicht damit getan ist, einfach die Schnitte auf Teufel-komm-raus hochzugradieren. Wir kräftigen Mädchen wachsen nicht proportional in alle Richtungen weiter…


Dann gibt es noch die Schnittdesigner, die vorsichtshalber gleich zwei Schnittvarianten auf einmal herausbringen. Das Modell „Hilda“ für die Normfrau – und die Variante „Brunhilde“ für die Wuchtbrummen unter uns. Das ist zwar nachvollziehbar und grundsätzlich richtig gedacht, aber Ladies, die wie ich durchaus noch normale Proportionen haben, versaufen in den Kastenschnitten. 

Nun ist Schluss mit diesem Frust. Ich habe nämlich ein geniales Schnittmuster entdeckt: das Marigold Kleid. Der Schnitt wurde vom US-amerikanischen Indie-Label Blank Slate Patterns entworfen. Das Muster ist bald (genau genommen nächste Woche) auch auf Deutsch bei Näh-Connection erhältlich, übersetzt und geprüft von uns Näh-Connection-Bloggerinnen. Mein Job bestand ursprünglich darin, Marigold vorzunähen. Ihr könnt Euch vorstellen, wie happy ich war, als ich das Kleid das erste Mal an mir sah. Nix mit Molly-Moden oder Christo-Kunstwerk. Nein. Total nett, ja schon fast sexy. Uiuiui, yummy mommy 😉


Die Stoffwahl fiel auf diesen wunderbaren Print „Paper Bandana“ von Cotton+Steel (Design von Alexia Marcelle Abegg), einem meiner absoluten Lieblingsstoffhersteller. Der Kontraststoff (Innenseite Kragen, Knopfleiste, Taschen und selbstkreiertes Bindeband) stammt aus derselben Kollektion. Ich habe die Ärmelsäume und den Rocksaum – wie so oft – mit Schrägband verblendet. 


Da ich nun schon so viele Buchstaben verbraucht habe, kommt der Rest nun nur noch in Stichworten, okay?

  • Marigold Kleid, verschiedene Ärmellängen, kann auch als Bluse genäht werden
  • Webware
  • Kragen und Knopfleiste (nichts für Anfänger, aber kein Problem für etwas fortgeschrittene Näherinnen)
  • geraffte Vorderpasse, doppelte Rückenpasse
  • meist keine Oberweitenanpassung nötig, da Marigold im Brustbereich bis zur BH-Grösse DD passt. (Zum Vergleich: Im Normalfall werden Oberteile auf ein C-Körbchen gradiert.)
  • Grössen: XS bis XL (wobei ich sagen würde, XL ist 46/48)
  • Anpassungen bei diesem Modell: Oberteil und Rock je um 2.5cm verlängert, Taillentunnel mit Gummi ausgelassen und durch Bindegürtel ersetzt
  • ab nächster Woche mit deutscher Anleitung exklusiv bei Näh-Connection erhältlich (Das Warten lohnt sich, denn es wird – wie schon bei den Kinderschnitten – in den ersten Tagen ein komplettes Schnittmusterpaket, u. a. mit Marigold, zu einem sehr attraktiven Preis geben.)


Grüessli
Bettina

P.S. Special Thanks an meine Nähfreundin Eveline von Frölein Tilia. Sie hat meine Berge, Täler und Serpentine wunderbar mit der Kamera eingefangen 😀

Verlinkt bei RUMS

In meinem Nähkästchen

Ich muss Euch etwas gestehen: Ich liebe es, Fotos fremder Nähplätze anzuschauen. Je detailreicher, desto besser. Mein Studieren und Starren hat etwas Voyeuristisches, schon klar. Aber ich brauche das. Zeige mir Dein Nähkästchen und ich sage Dir, wer du bist – und vor allem wie du nähst! 

Ich will sämtliche Details erfassen. Welche Stoffe lagern bei anderen Näherinnen im Regal? Vielleicht dieselben Prints wie bei mir? Oder ganz andere Designs, mehr Pastell und Rosendrucke = so was von nicht mein Stil? Vielleicht verstecken die Fremden ihre Webware auch in meterhohen Schränken, um die heikle Ware vor dem bösen UV-Licht und dem omnipräsenten Staub zu schützen? (Und leidet darunter nicht die Kreativität, wenn man den Stoff erst aus dem Tresor holen muss, bevor man Muster kombiniert?) Brennend interessiert mich auch immer diese Frage: Wie bringen andere Handarbeiterinnen Ordnung in das Garnrollen-Chaos?


Der vielleicht wichtigste Aspekt, der für einen ausführlichen Blick in anderer Leute Nähkästchen spricht: Gibt es einen Organisationskonzepte, die man selbst abkupfern könnte? Einen genialen Nähplatz-Hack sozusagen? 

Als mich Matthias Fluri, der Pressemensch von Bernina, fragte, ob ich meinerseits meine Schubladen für den Bernina-Blog öffnen würde, sagte ich jedenfalls sofort ja. Es ist nur fair, nach all dem Fremdgaffen selbst etwas zum Thema Nähplatzorganisation beizusteuern…

Here we go! Obwohl ich im Alltag kein besonders ordentlicher Mensch bin, entwickele ich mich in meiner Nähecke zur Pedantin. Heisst: Ich brauche Klarheit und Übersicht. Bevor ich ein neues Projekt beginne, räume ich erst auf, versorge alle Sachen sorge für eine Tabula rasa, einen leeren Tisch. Dann wähle ich die Stoffe und Zutaten aus, kombiniere wild drauf los, trete einen Schritt zurück, ziehe einen neuen Print hervor und so weiter. Da Nähen mit Webware in meinem Empfinden komplett anderes als Nähen mit Maschenware ist, gibt es bei Stahlarbeit (das ist mein Bloggerlabel) Stapel für die unterschiedlichen Qualitäten.

Ihr ahnt es schon: Bei mir daheim ist alles farblich vorsortiert und wird offen präsentiert. Ich finde das nicht nur sehr praktisch, da die Stoffkombination so leichter von der Hand geht. Nein, die Stapel sind auch ein wunderbares Dekoelement für mein Zuhause. 
Ihr alle wisst, dass Jersey, Sweat und Co. eher wabbelig sind. Eine „Regalhaltung“ ist zwar möglich, es geht aber besser: Ich habe mir Zeitschriftensammler besorgt. So habe ich jederzeit den Überblick und es sieht auch noch gut aus. (Ach, ja, man kann beim Nähen auch mal schnell die Füsse ablegen – auch schön.)

Ein ganz eigenes Thema sind die Bündchen. Die brauchen wir alle (mehr oder weniger). Meist ist unser Vorrat halbseitig angeschnitten, es gibt Reste, Anhänge und so weiter. Nich Ich habe mir für die Börtli eine ganz eigene Variante überlegt, bei der ich mir schnell einen Überblick über die Nuancen verschaffen kann. Und wenn die Auswahl gemacht ist, kommt der Deckel drauf. 

Der weisse Kasten samt Deckel kommt übrigens vom Schweden – so wie viele andere Nähplatzhelfer auch. Am meisten liebe ich mein Rollschränkchen ALEX. Sechs weite und tiefe – aber niedrige – Schubladen. Perfekt, um all den Krimskrams unterzubringen. In der Küchenabteilung noch schnell ein paar Besteckeinsätze gegriffen – und fertig ist das perfekte Aufbewahrungsmöbel. Urteilt selbst:



So geht das auf mehreren Etagen weiter. Mein Lieblingsauszug ist für die Garne reserviert. Ja, ein leidiges Thema. Es gibt Garnrollensammler auf dem Markt, aber die sind nach meinem Empfinden entweder unpraktisch (da man die Spulen anheben muss, um den Farbton zu erkennen) oder hässlich (Plastikköfferchen) oder beides. Nach mehreren Anläufen habe ich die für mich perfekte Organisationsform gefunden.


Zur Info: Ich war im Baumarkt und habe mir schmale Lättchen auf die Schubladentiefe zuschneiden lassen. Obwohl die Hölzer noch frei beweglich sind, erhalten sie Halt durch die Garne. Auch hier wieder alles farblich sortiert – denn Zeit ist ein kostbares Gut. Wenn ich nicht sicher bin, welcher Farbton passt, greife ich drei, vier Spulen heraus und lege sie auf den Stoff. (Ihr wisst ja: Immer einen Tick dunkler als das Tuch, dann verschwindet das Garn später besonders gut…)

Die Spulen sind ganz ähnlich organisiert und liegen in Spulensammlern von Prym (Bildausschnitt oben rechts). Natürlich könnte man auch die Spulen auf die Rollen setzen, dann müsste man aber die Rollen hinstellen oder aufhängen, oder an die Wand nageln. 

Besonders kreativ war ich bei der Suche nach einer Aufbewahrungslösung für Webbänder und Nähfüsschen. Die idealen Accessoires gab’s in der Bäderabteilung eines wunderbaren Schweizer Einrichtungshauses. Meine Webbänder warten in einem Lippenstift-Display auf ihren Einsatz. Und die Füsschen liegen in einem Nagellack-Sammler. Oder war es umgekehrt? Egal. Hauptsache, ich behalte den Überblick.



Am Schluss noch zwei kleine Tipps aus dem Nähalltag. Ich setze häufig Schnittmuster aus dem englischsprachigen Raum um. Dort ist die Nahtzugabe sehr oft schon enthalten, mal beträgt sie einen Zentimeter, mal mehr, mal weniger. Natürlich gibt es auf meiner Bernina-Nähmaschine 350 PE (oder meiner Bernina-Overlock 700 D bzw. meinerr Bernina Coverlock L 220) eine Skala, die den Abstand der Nahtlinie angibt. Aber mal ehrlich, das kann doch kein Mensch sehen. Ich packe dann jeweils Washi Tape (auch bekannt unter dem Namen Masking Tape) aus – und klebe mir die Richtung vor.


Und dann ist da noch das Problem mit der Nadel. Wisst ihr, welches Modell gerade in eurer Maschine steckt? Eine 70er oder doch eine 90er? Mit spitzer oder runder Spitze? Also ich nicht. Deswegen habe ich eine ausgediente Nadel mit rotem Nagellack angemalt. Und immer, wenn ich eine neue Nadel einspanne, schiebe ich meine DIY-Erinnerungshilfe in die Lücke.



Ich hoffe, dass Euch die kleine Rundreise durch mein Nähuniversum gefallen hat. Ich melde mich jetzt ab und fange mit dem Nähen an. Die Ordnung auf den Bildern, die ist zu schön um wahr zu sein. Also her mit den Stoffen, Garnen, Bändern, Schnittmustern und dem Nahtauftrenner 🙂

Herzlich
Bettina





Wie gut, dass niemand in den See gefallen ist

Ich weiss nicht, ob es an unserem Leitungswasser liegt, aber hier, im schönen Zürcher Oberland, wohnen mehrere Nähbloggerinnen quasi nebeneinander. Ich könnte von meinem Zuhause aus in ungefähr einer halben Stunde zu Frölein Tilia laufen. Und bei Frau Stjärnmönster wäre ich in einer Dreiviertelstunde. Selbstverständlich auch hier zu Fuss, denn wir sind hier selbstverständlich alle total beweglich und fit (Leitungswasser!)


Da wir Kinder im gleichen Alter haben, ähnliche Designvorlieben teilen und – am wichtigsten – alle Drei an denselben Stellen lachen können – war es vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis wir auch mal für ein Projekt zusammenspannen würden.


Am Anfang stand nur eine wage Idee: Wir wollten aufeinander abgestimmte Outfits für unsere Töchter nähen. Die Mädels hatten ziemlich konkrete Vorstellungen. Sie wünschten sich spielplatztaugliche Klamotten. Also bitte keine Kleidchen…

Kein Problem. Da wir Grossen gerade alle drei für Annikas Näh-Connection aktiv sind, waren die Schnitte schnell gefunden. Ihr seht drei wunderbar leichte „Wanderer“ Mädchentunika und passend dazu drei zuckersüsse Bubble-Shorts.

Beide Muster gibt es exklusiv in deutscher Übersetzung bei Näh-Connection. Die Mädchentunika „Wanderer“ vom amerikanischen Indie-Label „Striped Swallow Designs“ kann in den Grössen 86 bis 152 aus Webware oder auch Jersey genäht werden. Für Mutter-Tochter-Outfit gibt es übrigens auch ein Mami-Schnittmuster (auch bei Näh-Connection). „Wanderer“ ist sehr vielfältig kann mit etlichen Ärmelvarianten umgesetzt werden.


Die „Bubble Pocket Shorts“ (vom kanadischen Label Elegance&Elephants, auch in deutscher Übersetzung exklusive bei Näh-Connection)  gibt’s in den Grössen 80 bis 152. Mit Cord lassen sie sich prima nähen; Denim geht definitiv auch. Und natürlich alle Webwaren. Da Hosen traditionell viel aushalten müssen, würde ich Euch aber eher mittelschwere Qualitäten wie zum Beispiel Canvas empfehlen.


Die Tunika-Webstoffe stammen alle aus der neuen Cloud9-Kollektion „Glint“ (Design von Lorena Siminovich) und sind in der Eulenmeisterei erhältlich. Da es insgesamt 13 verschiedene Prints gibt, konnten wir exakt die Farben auswählen, die zu unseren Kindern passen (und ihnen auch gefallen). Die Shorts sind jeweils aus Cordresten (aus unseren privaten Stofflagern). Der Schnickschnack natürlich auch. (Ihr wisst ja: Man braucht viel Kleinkram, um genau für solche Ereignisse gerüstet zu sein.)

Nun noch ein paar Worte zum Shooting. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage: Das war lustig. Wir Mütter mussten im Prinzip drei Dinge parallel machen: 1. gute Motive finden. 2. fotografieren und 3. aufpassen, dass keine 5-Jährigen in den See plumpsen. (Das wäre zwar nicht schlimm gewesen, aber dann hätten wir die Kamera und die nassen Kinder einpacken können.) Aber: Touch wood! Alles gut gegangen. Nein, mehr als gut. Die Girls hatten einen Riesenspass. Und das sieht man auch auf den Bildern.

Ich habe das Gefühl, es wird bald noch mehr Projekte dieser Art geben. Es war einfach zu schön – und zwar für die Mamis UND die Girlies.

Habt es gut, und schwimmt nicht zu weit raus!
Bettina

Verlinkt bei: Meitlisache, Kiddikram, Bio-Linkparty

Geht es noch bunter? Nö!


Wenn ich meinen Stil beschreiben sollte, würden mir vor allem drei Dinge in den Sinn kommen:

1. Farbe
2. Farbe
3. Und noch mehr Farbe.

Ich berausche mich an Nuancen, an Schattierungen und an Farbharmonien. Obwohl ich manchmal  total selten auch einfarbige Stoffe verarbeite, zieht es mich immer wieder zu den wirklich ausdrucksstarken Prints. Dass das mitunter zur Gratwanderung werden kann, wisst ihr. Die Linie zwischen „wahnsinnig schön“ und „wahnsinnig bunt“ (Hilfe!) ist hauchdünn. 


Ich verrate Euch heute einen kleinen Trick, wie man beim Kreieren „perfekter“ Farbkombinationen mogeln kann. Und das geht so: Man nehme einen asymmetrischen, quietschbunten Japanstoff. Ich habe es leider verschwitzt, das zwei Meter lange Stoffstück aus dem Hause Kokka vor der Verarbeitung zu fotografieren. (Zu meiner Schande kann ich Euch auch nicht mit dem genauen Namen der Kollektion versorgen, da der Print schon sehr lange in meinem Regal lag… sorry dafür.) 


Aber ich schätze, Ihr könnt euch den Stoff vorstellen. Obwohl alles schön zusammenpasst, ist der Print (selbst für mich) eine Spur too much. Es gibt Blumenfelder, es gibt Streifen, es gibt panelartige Rapporte. 


Nun kommt das Schnittmuster für das Antalya Dress (Schnitt und Anleitung sind seit dieser Woche in deutscher Übersetzung bei Näh-Connection erhältlich, anfangs als Schnittpaket mit anderen Schnitten, später auch einzeln.) ins Spiel. Olga, die Designerin des amerikanischen Indie-Labels Coffee and Thread, hat einen wirklich ungewöhnlichen Entwurf vorgelegt. Das Mädchenkleid Antalya (Grössen 86 bis 152) hat Kimono-Ärmel, Paspelnähte, geraffte Elemente, eine 20er-Jahre-Taille – kurzum, Antalya ist wie ein Kessel Buntes. Passt doch gut zu einem verrückten Stoff, dachte ich mir.

Also her mit der Schere, Schnittteile so aufgelegt, dass Ordnung ins Chaos kommt – und schnippschnapp. Nochmal, damit es ganz klar ist: Was ihr auf den Bildern seht, das war ursprünglich alles EIN Stoff. Ich habe nicht gepatcht und auch keine Prints kombiniert. Einfach nur geschnitten.

Bei der Paspel hatte ich die Qual der Wahl. Mein erster Impuls war, eine Rote einzunähen. Was okay aber nicht ideal gewesen wäre. Hier kommt mein zweiter Trick: Paspeln und Bänder sind nicht dazu da, wie Leuchtsignalfeuer hervorzustechen. Nein, sie sollen bestehende Farben aufgreifen – und noch wichtiger – Schnittteile verbinden. Die Antalya-Rockteile sind sehr wild, die Ärmel eher ruhig. Also braucht es eine Farbe, die eine Brücke zwischen dem einen und anderen schlägt. Ich habe mich also für Rosa entschieden.

Eine ganz andere Geschichte ist das Häkelbortenschrägband am Übergang zum Hals bzw. zur Haut. Dort darf es wiederum krachen. Denkt immer daran: Das tollste Kleidungsstück verliert an Wirkung, wenn es nicht zum Teint und Typ des Trägers passt. Da meine Tochter eher blass ist, habe ich hier zu einem satten Gelb gegriffen.


Die Geschichte ist fast fertig erzählt. Ihr könnt es vermutlich nur erahnen, aber ich habe den Rocksaum auch mit einem rosafarbenen Schrägband verblendet. Das gibt Stand und wirkt als Abschluss professionell. Hier wäre übrigens auch Rot oder Aubergine gegangen. Der Innenbereich des Rocksaums ist ein Detail, wo Spielen absolut erlaubt ist. 


So. Und nun noch ein Bild vom Rücken. Da war ursprünglich ein Reissverschluss oder eine Knopfleiste vorgesehen. Es wurde dann ein von aussen versäuberter Schlitz mit Einzelknopf. Nahaufnahmen gibt’s nicht, da der Schlitz etwas, ähem, ja, schräg ausgefallen ist…

So. Jetzt bleibt mir nur noch, Euch allen ein schönes, buntes Wochenende zu wünschen. Und nicht vergessen: Das Antalya Kleid gibt es noch bis nächste Woche zum Sonderpreis verpackt in einem umfangreichen Schnittpaket. Alle Infos dazu findet ihr bei Näh-Connection und ganz unten (das rosafarbene Kleid in der Bildmitte ist auch ein Antalya Dress).

Grüessli
Bettina


Das Wasserfarbenkleid

Ich gebe zu: Auch ich war überrascht von dem Ergebnis. Ihr kennt das alle: Wir stellen uns vor, wie sich alles fügt, wie ein Stoff mit dem Schnitt harmoniert, wie die anderen Nähzutaten das Gesamtbild verfeinern. Ja, im Kopf ist alles klar. Aber wir wissen auch, dass sich nicht jedes Projekt wie gedacht entwickelt…





Hier hat alles gepasst. Am Anfang stand der Schnitt BLUE RIDGE KLEID von der amerikanischen Designerin Holli Coats. Ein ungewöhnlicher Entwurf, der im vergangenen Jahr im englischsprachigen Raum für Furore gesorgt hat. Als Annika von Näh-Connection das Schnittmuster ins Deutsche übersetzte und in ihre „Wild-and-free“-Sommerkollektion aufnahm, war ich im siebten Kleidchenhimmel. 


Das Blue Ridge Kleid (das übrigens auch zu einer Tunika verkürzt oder unendlich verlängert werden kann) hat eine kurvenartig verlaufende Empire-Taille. Alle Ausschnitte werden mit Schrägband versäubert. Besonders raffiniert ist der Einsatz des Bandes in der Kleidmitte. Dort legt sich der Stoffstreifen wie eine kleine Welle über die eingereihten Rockteile. Das Oberteil ist komplett verstürzt, die Seitennähte werden mit einer Prinzessnaht verschlossen. Fazit: Das Finish könnte nicht professioneller sein. Dass die Passform fantastisch ist, seht ihr selbst. Ich habe eine 8 genäht, was ungefähr der Grösse 128 entspricht. 


Es gibt keinen Reissverschluss, sondern einen Knopf. Ich habe mich bei der Auswahl bewusst für eine weitere Aqua-Nuance entschieden. Der Knopf greift das Aquarell-Farbenspiel im Saumbereich auf und ist statt royal also lieber türkis-grün changierend und etwas permuttartig.


Wo wir beim Stoff wären. Der hat eine lange Reise hinter sich und ist direkt aus Japan zu mir geflattert. Ich hatte den traumhaft schönen Canvas der Designerin Naomi Ito (Label: Nani Iro, Hersteller: Kokka fabrics) bei Miss Matatabi entdeckt – und konnte nicht anders. Ich musste ihn bestellen. Die japanischen Designerin ist in ihrer Heimat vor allem als Wasserfarbenkünstlerin bekannt. Ihre Arbeiten entstehen nicht am Tablet, sondern ganz traditionell im Malatelier. I love that!


Seht ihr das Plisseeband? Bänder scheinen meine neue Leidenschaft zu werden. Dass ich gerade diesen Ton in meiner Schublade hatte, ist ein Riesenglück. Die Falten sehen aus wie winzige Kräusel auf der Wasseroberfläche. Bilde ich mir zumindest ein 😉



Habe ich alles gesagt? Denke schon. Ihr bekommt das BLUE RIDGE Kleid in deutscher Übersetzung nur bei Näh-Connection. Bis zum 14. Juni ist das Kleid Bestandteil eines umfangreichen Schnittmusterpakets, welches zum Vorzugspreis erstanden werden kann. (Im Package sind übrigens auch Rabattcoupons für Stoffläden im Gegenwert von bis zu 200,- Euro enthalten.) Später könnt Ihr das Blue Ridge auch separat im Näh-Connection-Shop kaufen.

So. Und ich überlege jetzt, wie ich diesen Schnitt so hochgradieren kann, dass ich mir ein Mutter- zum Tochtermodell nähen kann. 

Herzlich
Bettina

P.S. Jetzt habe ich so viel geschrieben und das Wichtigste vergessen: Ob es dem Kind gefällt. Na, was glaubt ihr denn? 😀