Author: Bettina @Stahlarbeit

Warum alle Blau lieben

 Jeden Monat denke ich: Dieses Mal mache ich mit, dieses Mal bin ich dabei. Und immer kommt etwas dazwischen. Entweder eine für mich untragbare Farbe („Weiss“ —> darin sehe ich aus wie ein Camenbert), eine fiese Grippe (Hatschi!) oder einfach nur der ganz normale Alltagswahnsinn. Doch jetzt, im sechsten Anlauf, hat es geklappt. #12coloursofhandmadefashion, here I am! Heute machen wir es mal anders als sonst: Ich erzähle Euch nur ganz kurz, was ich genäht habe, denn – abgesehen vom hier benutzten Hamburger-Liebe-Stoff „Dotties“ – wisst Ihr schon alles über den Schnitt. Mal wieder ein Turner Dress von Cashmerette, dieses Mal mit Kappärmelchen. (Weitere Varianten meines Lieblingsschnittes findet Ihr hier und hier.)

Free Hugs und ein Gewinnspiel

Hallo! Sagt mal, ist Euch auch so heiss wie mir? Ich schmilze gerade. Ungefähr so müssen sich Kellerasseln fühlen, denen man den das Dach über dem Kopf (den Stein über den Fühlern) wegzieht. Und weil wir alle kollektiv schwitzen, dachte ich, ich zeige Euch doch mal schnell mein (momentan) allerliebstes Sommershirt-Schnittmuster: das Dartmouth Top von Cashmerette.

Betonliebe

Ich bemühe mich immer um passende Fotohintergründe. Bunte Hauswände, Container und Holzscheunen. Ihr kennt das schon. Am liebsten mag ich aber den Industrie-Chic nackter Betonwände. Oftmals passt das raue, ungeschönte Grau aber nicht zum Nähwerk. Manchmal aber eben doch.

Cool Britannia

Ist sie jetzt total durchgeknallt? Postet Bilder von einem Mantel aus superwarmem Wollwalk? Jetzt? Am wärmsten Tag des Jahres 2017? Ähm, ja. Es ist eigentlich ganz einfach: Ich konnte nicht bis zum Herbst warten. Das Ava-Jäckchen ist einfach zu schön geworden, um es noch monatelang einzumotten. Ausserdem plant die ordentliche Handarbeiterin bereits jetzt die Wintergarderobe, oder?

Nore und Nosh

 Ich glaube, ich besitze alle Compagnie M. – Schnittmuster. ALLE. Ich liebe die Charles Pants, bekomme beim Ileana Dress Herzchen in die Augen und könnte den Julia Sweater in Endlosschleife nähen. Und jetzt das: Marte, die eigentlich auf Webwarenschnitte spezialisiert ist, haut mit dem Nore Dress einen genialen Jersey-Schnitt raus.

Coffee+Thread Tour 2017

This post is in English and German.  Dieses Posting ist zweisprachig verfasst, auf Englisch und auf Deutsch.   When Olga from the American indie label „Coffee+Thread“ calls, I have to follow. It’s as easy as this. I love her designs (and I kind of love Olga, the mom of four, who has a great sense of humor). No surprise that I have almost sewn all her patterns – except the Ila Dress. The decision to sew one up for her big Coffee+Thread tour was easily made. Ila has that special 1960 attitude: A-line, no ruffles (yay!) and stylish little front pockets. Wenn Olga, die Designerin des amerikanischen Indie Labels „Coffee+Thread“ eine grosse Blogtour veranstaltet, dann muss ich einfach mitmachen. Ich mag ihre Schnitte total gerne (und ich mag Olga und ihren unerschütterlichen Humor… so muss man wohl sein, wenn man vier Kinder hat). Ich habe schon fast alles von ihr genäht, bis auf das Ila Kleid. Das ist ein relativ einfacher Schnitt, A-Linie, Sixties, kein Gerüschels (yay!) und coole Taschen.

Fifties forever!

In meiner privaten Zeitrechnung gibt es ein Leben vor dem Nähen – und eines seitdem. Früher stand ich regelmässig in grell ausgeleuchteten Läden und träumte von Klamotten in „meinen“ Farben und meiner Grösse. Der Aufprall auf dem Boden der Tatsachen war jeweils hart: Ich habe oft schlecht sitzende Teile in Kompromissfarben („Schwarz steht allen“) gekauft. Die Alternative wäre ein Heulkrampf in der Umkleidekabine gewesen. Eben.

Sommersweat und Wickelshirts

 Wie oft kommt in unserer Branche ein wirklich innovatives Produkt auf den Markt? Ein Stoff, der sich wohltuend von Altbekanntem abhebt? Nicht oft, sage ich euch, nicht oft. Mit dem neuartigen Sommersweat, den es seit gestern zu kaufen gibt, ist dem Stoffbüro (mal wieder) ein grosser Wurf gelungen. Wenn dieser Biostoff kein Klassiker wird, dann weiss ich es nicht…

Mein Meisterstück

 Ich habe es tatsächlich geschafft. Nach einem ewig langen Anlauf ist mein wunderbarer Wind-und-Wetter-Parka (in Fachkreisen auch WWP genannt) endlich fertig. Aus dem ursprünglichen Herbstprojekt ist zwar ein Frühlingsmäntelchen geworden, aber: Who cares? Der berühmte Wind-und-Wetter-Parka war schon lange auf meiner Liste. Das Doofe war bisher nur, dass Svenja, die Inhaberin des Indie-Labels Lotte&Ludwig, das Ding ursprünglich nur bis Grösse 44 gradiert hat. Da passe ich auch unter Zuhilfenahme eines Schulöffels nicht rein. Da anscheinende viele Kundinnen eine Grössenerweiterung angeregt haben, gibt es das gute Stück seit ein paar Monaten nun bis zur Grösse 48. Perfekt. Bevor ich in die Details gehe: Mein dunkelblauer WWP ist zum Niederknien schön geworden. Ich habe noch NIE etwas so Komplexes und gleichzeitig so Wunderbares hergestellt. Was mir besonders gefällt ist die Silhouette. Von vorne wird die Taille betont, der High-low-Saum sieht von der Seite ausserdem sehr sportlich und modern aus. Wie so oft bei Lotte&Ludwig muss man als Kundin erst Mal eine Million Entscheidungen treffen. Näht man die lange Parka-Version oder doch lieber das kurze Anoräkchen? Mit dickem …

Frühlingserwachen

Ich habe den Winter sooo satt. Her mit der Sonne, der Wärme und vor allem mit den Farben! Geht es Euch auch so? Ja? Na, dann habe ich was Schönes für Euch: die neue Frühlingskollektion des Stoffbüros ist seit wenigen Tagen online. Und da so ein Fotoshooting gemeinsam viel mehr Spass macht, haben meine Nähfreundin/Bloggerkollegin Frölein Tilia und ich wieder gemeinsam genäht und geknipst. (Bereits zum dritten Mal, siehe hier und hier.) Enjoy!

Pullikleid oder Kleiderpulli

Es gibt viele Schönheitsoperationen, für die ich eine Kandidatin wäre. Oberlid-Korrekur? Yes. Wurstfinger-Verschmälerung? Definitiv! Doppelkinn absaugen? Sehr gerne. Einen Eingriff kann ich aber definitiv von der Liste streichen. Ich werde NIE eine Hinternvergrösserung brauchen. Hallo, Kim, Beyoncé und Nicki Minaj, ich bin wie Ihr! 

Ein Opal für alle Fälle

Huch? Hat sie da etwa Jeans an? Das fragte meine liebe Bloggerfreundin Maarika von Liivi&Liivi und rieb sich verwundert die Augen. Jaaa, sie hat tatsächlich recht. Wenn Frau ausnahmsweise mal kein Kleid, sondern einen Cardigan näht (alle Augenpaare bitte auf die petrolfarbene Weste!), müssen die Allround-Beinkleider an den Start.

Waterfall Raglan für Damen

Ich habe ein Faible für Designer, die ausgetretene Pfade verlassen, die uns etwas Neues anbieten, uns Entwürfe vorlegen, die (noch) ungewohnt sind. Gabriela vom kalifornischen Indie-Label Chalk and Notch ist für mich die Königin dieser Disziplin. Die Schnittdirektrice hat nun mit dem Waterfall Raglan Top and Dress erneut einen Schnitt veröffentlicht, der schon bald von anderen kopiert werden wird…

A merry little Christmas

Heute gibt es wenige Worte, denn heute ist Heiligabend. Und ich habe noch sooo viel zu erledigen bis zur Bescherung. War ja klar. Weihnachten kommt immer so unvermittelt… Ich lasse Euch ein paar Fotos meines kleinen Christkindes da. Und wünsche Euch auf diesem Weg alles erdenklich Gute, sowohl für die Festtage, als auch für das neue Jahr. Danke für ein Jahr Stahlarbeit, Danke, dass Ihr mit so viel Ausdauer meine Texte lest, meine Fotos anschaut – und die von mir gezeigten Schnitte nachnäht. (Okay, Idealfall ;)) Heute zeige ich Euch mein erstes selbst genähtes Weihnachtskleidchen. Obwohl weder der geblümte Stoff von Cotton + Steel (Kollektion Lucky Strikes, Design: Kimberly Kight), noch der gepunktete Kombistoff von Rowan Fabric (Design: Kaffe Fasset, „Spot Taupe“) besonders festlich sind, ergibt sich in Kombination mit Bubikragen, Puffärmelchen, einem weiten Rockteil und einem Freestyle-Tüllrock ein stimmiges Gesamtbild. Habe ich diesen letzten Satz wirklich so geschrieben? Lieber Himmel, das muss am Weihnachtsstress liegen. Leute, was ich eigentlich sagen wollte: Ich liebe es so, wie es ist. Und ich finde es total festlich.  Fragt mich …

Frisch gewickelt

Die Anfrage von dem Stoffgrosshändler Kurt Frowein war kurz und knackig: „Hast Du Lust, einen Brinarina-Stoffe aus der Stony Shapes-Kollektion zu vernähen?“ (Viele denken sicher: Was für eine Frage! Natürlich hat sie Lust… ) Aber so einfach ist es nicht. Seit ich blogge, folge ich vor allem einem Prinzip: Nur mit Stoffe bzw. Schnittmuster zu arbeiten, die mir auch wirklich gefallen. Wie gut, dass ich in diesem Fall keinen Millimeter von meiner eigenen Regel abweichen musste.

Weihnachtsmänner, so weit das Auge reicht

Yeah! Eine Woche voller inspirierender Blogposts zum Thema „Männerschnitte“ liegt hinter uns. Heute macht die Weihnachtsmannblogtour (gesponsert vom Stoffbüro) ein letztes Mal Halt: bei Sew Mariefleur gibt es einen Hoodie samt Wikinger und Hund zu bewundern, Maarika von Liivi&Liivi zeigt ein Raglanshirt, das sie für ihren Liebsten (Hannover 96-Fan) genäht hat. Wie schön, dass ich – ähm – wir auch mit von der Partie sind. Wo fange ich an? Vielleicht so: Ich habe bisher nie etwas für meinen Mann genäht. Denn: Damenschneider – Herrenschneider. Zwei komplett unterschiedliche Ausbildungsberufe, richtig? (Nicht, dass ich Schneiderin wäre, aber ich denke, Ihr seht das grosse Ganze. Ich meine, ich bin ja auch noch nie beim Bungee Springen gewesen. Und auch noch nie beim Tiefsee Tauchen. Ihr versteht, oder? 

Bordeaux-Fuchsia-Bordeaux-Fuchsia

Also wenn das hier nicht MEINE Farben sind, dann weiss ich es nicht. Ich zeige Euch heute den brandneuen Bio-Jacquard „Strickpunkt“ in der Kombination Bordeaux-Fuchsia. Jaaaa, richtig. Im Herbst gab es bereits erste Strickpunkt-Designs, exklusiv erhältlich im Stoffbüro. Die hochwertigen Jersey-Jacquards (Made in Germany by Albstoffe) kamen bei Euch so gut an, dass es nun Nachschub gibt.

Petit-a-Petit-Patterns Tour

I know, it’s been almost two weeks without a new post. Finally I can show you what I’ve made these last days. Welcome to world-famous Sewing Block Party Tour! Ich weiss, es ist schon fast zwei Wochen her seit meinem letzten Eintrag. Aber jetzt, aber jetzt, aber jetzt. Endlich kann ich Euch zeigen, an was ich in den letzten Tagen (eher: Wochen) gearbeitet habe. Herzlich Willkommen auf der weltberühmten „Block Party“, der phänomenalen Petit-à-Petit Blogtour! 31 bloggers (from all around the world) sewed up their favorite Petit à Petit patterns. It took me a while to decide what to make. Reason: Celina from Petit a Petit has designed many gorgeous patterns. After the release of her new dungarees pattern earlier this month I made my choice. Today I’m gonna show you the „Loveralls„. Den kompletten November über zeigen Euch 31 Blogger Kreationen aus den Petit-à-Petit Schnitten. Ich war bei der Auswahl echt hin- und hergerissen. Da Celina, die Designerin, ein tolles Ding nach dem nächsten raushaut, hätte ich anlässlich der Tour locker aus vier Schnitten …

The Longihood

Usually I don’t sew big. Of course it’s convenient to create stuff that lasts for two years. (Mommies know what I’m talking about…) BUT it’s not the best strategy when you want to create garments with the RIGHT fit. This time I broke my own rule, because my 8-year-old asked me to do so. She dreamed of a cozy, extra long oversized hoodie… Wer mich kennt, der weiss, dass ich nicht gerne „auf Vorrat“ grösser nähe. Dieses Mal bin ich aber gerne über meinen Schatten gesprungen und habe bewusst oversized genäht. Meine Achtjährige wünschte sich ausdrücklich einen kuschelweichen, ultralangen und ziemlich weiten Hoodie…

Kirschen im Herbst

Habt Ihr auch Schnittmuster, die Ihr gerne mal wieder hervorkramen würdet? Und irgendwie kommt immer was dazwischen? Der Julia Sweater von Compagnie M. ist so ein Beispiel. Nach einer gefühlten Ewigkeit hat er es wieder auf meinen Schreibtisch geschafft. Halleluja!

Ella reist um die Welt – Australien

Welcome to Australia! Heute legt Ella auf ihrer Weltreise einen Zwischenstopp in Down Under ein. Hä? Keinen Ton verstanden? Also gut, nochmals von vorne: Heute „reist“ Ella, das ungewöhnliche Blusenschnittmuster von So! Pattern, nach Australien. Wir reden natürlich nicht von einem echten Tripp, sondern vielmehr von einer Traumreise auf die Südhalbkugel.

Frau Alma from Germany

 This post is in English and German.  Dieses Posting ist zweisprachig verfasst. Are you looking for an easy sewing project? Maybe for a dress pattern, suitable for French terry or sweat fabric? (Because #winteriscoming?) And do you prefer simply constructed patterns over difficult ones? Well, I’ve got one for you. Check out „Frau Alma“ for women (kid’s pattern name is „Alma“) from German indie designer „Hedi näht“. Seid Ihr noch auf der Suche nach einem einfachen Schnittmuster für ein Winterkleid? Dann könnte „Frau Alma“ von „Hedi näht“ etwas für Euch sein. (Es gibt übrigens auch einen passenden Kinderschnitt „Alma“.

Kurvenreiche Strecke

Wie Ihr alle wisst, trage ich Kleidergrösse 36/38. Ähm, ja, fast. Meine Ecken (Rundungen) und Kanten (Kurven) waren schön öfter Blog-Thema, siehe hier oder hier. Und obwohl ich mittlerweile viel häufiger für mich selbst nähe, bleibt es nach wie vor schwierig, gut sitzende Schnittmuster zu finden. Doch manchmal, da macht es einfach nur klick! So ging es mir neulich, als Frau Liebstes, kreativer Kopf bei Ki-ba-doo, uns den ersten Entwurf für ihren neuen Rock MAjordis vorgelegt hat. Hoch sitzender Formbund, Midi-Länge, figurschmeichelnde Bahnen, bereits in der Schnittkonstruktion enthaltene Abnäher – klasse! Obwohl ein Stoff mit Elastan-Anteil empfohlen wird, habe ich einen gut gelagerten Denim-Coupon (ohne Stretch) vom Stoffmarkt vernäht. Fazit: #geht. Ihr seht auf den Bildern übrigens eine 48. (Unter uns: 46 hätte auch gereicht, aber hinterher ist man immer schlauer. Der Rock fällt also grosszügig aus.) Nach kleineren Änderungen (enger machen!!!!) sitzt er jetzt gut. Klar, enger geht es immer, aber ich wollte ein Teil, in dem ich mich bewegen kann. Ihr könnt zwischen drei Längen wählen: mini, überm Knie und unterm Knie endend. …

Streifen machen glücklich

 Hallo, ich hoffe, Ihr seid angeschnallt und habt Eure Helme aufgesetzt. Denn heute werde ich Euch flashen. Mit Fotos, mit Farben – und mit vielen, vielen Streifen. Ich präsentiere Euch die neue, wahnsinnig schöne Doppelkollektion „STREIFENLIEBE“ beziehungsweise „STRICKPUNKT“, hergestellt in Deutschland und aus 100 Prozent Biobaumwolle, kurariert vom Stoffbüro. Und weil man im Stoffbüro genau weiss, was Frauen wollen, gibt es zu allen Designs farblich passende Single-Jerseys und Bündchen dazu.

Sewing for Kindergarten – Blogtour

This post is in English and German.  Dieses Posting ist zweisprachig verfasst, auf Englisch und auf Deutsch.   Do you know the saying: What you see is what you get? Well, that totally fits for Eva. She has this colorful, bubbly personality, loves to talk (a lot) and has – at the age of six – more attitude than Coco Chanel. So, when Mie from Sewing like Mad asked me to join her famous „Sewing-for-Kindergarten-Tour„, I knew that I got to make more than just one outfit for my youngest daughter. We actually need tons of garments to get through one week of Kindergarten.

Warum ich bald noch so ein Poloshirt nähen muss

Das wird vermutlich der kürzeste Blogpost ever. Ich lasse heute lieber Bilder sprechen, statt Romane zu schreiben. Ich bin seit einigen Wochen im Probenähteam von Ki-ba-doo. Den ersten Schnitt, den ich für Claudia alias Frau Liebstes getestet habe, heisst „Liska“. (Richtig geraten, es gibt auch noch eine MALiska für Damen, aber bleiben wir beim Kinderschnitt.)  Liska ist – wie so oft bei Ki-ba-doo – ein Basisschnitt mit diversen Variationsmöglichkeiten:– normale oder Puffärmelchen– kurze, lange oder Lagenlook-Ärmel– klassischer Polokragen oder runder Kragen(Und jetzt habe ich noch kein Wort über mögliche Hacks geredet… Da ginge auch jede Menge.) Der Schnitt fällt figurnahe aus, und das ist ausdrücklich so gewollt. Ich weiss, dass nach wie vor noch viele Näherinnen auf Vorrat grösser nähen – und ich sage euch: Don’t do that! Ich finde, Kinderkleider müssen gut passen. Nichts ist schlimmer, als ein liebevoll genähtes Teil, dass dann zwei Jahre am Kind schlabbert.  Ich habe übrigens für meine Sechsjährige (!), die ca. 114cm gross ist, die 110 genäht. Bei Kindern ist immer ihr aktueller Brustumfang entscheidend. Ja, 110! Und …

Schon wieder du!

Oh, Mann, was ist das nur mit mir und dem Lieblingskleidchen? Eine grosse Liebe, so viel ist klar. Zum gefühlten hundertsten Mal habe ich Brittas (= Erbsenprinzessins) Kinderschnitt umgesetzt. Dieses Mal aus einem supercoolen Retrostoff (1970er Gardine, ich weiss!) und mit drei kleinen, aber sehr effektvollen Anpassungen. Na, könnt ihr es erkennen? 1. Ich habe eine Art Tulpenrock gebastelt. Wie das geht, das wisst Ihr, oder? Einfach das Schnittteil per Hand zum Saum hin verjüngen. Dabei aber bitte nicht übertreiben! Schon kleine Anpassungen verändern die Silhouette effektiv – und wir wollen dem lieben Kind ja keinen Bleistiftrock basteln, oder? 2. Ich habe das Rückenteil zweigeteilt. Ich könnte jetzt schreiben, dass das nötig war, um mein ausgeklügeltes Retrokonzept durchzuziehen. Aber, nein, der wunderbar quietschige Retrostoff „Tropix Paola Citrus“ von Alexander Henry Fabrics war einfach zu schmal für das komplette Schnittteil. Von dem fröhlichen Free Spirit „True Colors New Wave Tangerine“ hatte ich hingegen noch genug.) Da wir alle hin und wieder vor genau diesem Problem stehen, hier nochmals kurz ein paar Worte zur Anpassung: Das Vorderteil …

Want some more tea? Yes please!

This post is in English and German.  Dieses Posting ist zweisprachig verfasst, auf Englisch und auf Deutsch.   Some months ago the American indie label Sew House 7 released the TEA HOUSE DRESS pattern. When I saw the first pictures and especially the drawing of the pattern pieces, I was intrigued. The way the dress was constructed was so different.  Als das amerikanische Indie Label Sew House 7 erste Bilder von seinem neuen Schnittmuster TEA HOUSE DRESS zeigte, war ich fasziniert. Das war so komplett anders als viele andere Vorlagen, die zeitgleich erschienen waren. Of course, the pattern consists of well known elements. But the pattern construction is remarkable. My dear blogger friends from all around the world had exactly the same impression. What a great reason to organize a sew along. And so it began… #teahousedresstour Klar, das TEA HOUSE Kleid besteht aus den Elementen, die man halt braucht, um eine Kleid zusammenzusetzen.  Aber die Art, wie die Teile vom Grundsatz her konstruiert sind, ist schon sehr ungewöhnlich. Wir Nähbloggerinnen sind gut vernetzt. Als …

Sanigold – oder aus zwei mach eins

Mit reichlich Verspätung zeige ich Euch den letzten Schnitt aus der Wild-and-Beautiful-Damenkollektion von Näh-Connection: das Sanibel Dress (Design: Hey June, USA). Theoretisch könnte man auch einen Sanibel-Einteiler nähen, aber ich mag Tuniken/Kleider gerne. Genau genommen müsste mein Nähbespiel übrigens Sanigold statt Sanibel heissen. Ich habe nämlich, frech wie ich bin, meinen neuen Lieblingsschnitt Marigold (schaut mal hier und hier) mit dem Sanibel gekreuzt.  Das war nicht von Anfang an geplant, aber beim Zuschnitt ist mir aufgefallen, dass das Original-Oberteil kastenförmig ist. Bei den einen bringt das Quadratische und das Mehr an Stoff die (grazile, feingliedrige) Silhouette zur Geltung – bei mir nicht. Ich brauche eine definitiv eine Taillierung. Also habe ich all die schönen Hemden-Details von Sanibel genommen – und mein Nähwerk unterhalb der Achseln in den Marigold-Grundschnitt überführt. Um den sportlichen Look zu betonen, habe ich die Rocktaschen weggelassen, alles auf Tunika-Länge gekürzt und den Saum an den Seiten etwas hochgezogen. Klingt jetzt kompliziert, war es aber nicht. Ich will nicht weiter auf den Schnittmuster-Hack eingehen. Ich erzähle Euch lieber etwas über Hemden. Ich behaupte, …

Was so alles schief gehen kann

Follow my blog with Bloglovin Ich hatte mir alles so schön vorgestellt: Ich kaufe diesen wunderbaren neuen Cloud9-Voile, ich nähe daraus eine sommerliche Wanderer Tunika (neu in deutscher Übersetzung bei Näh-Connection) – und dann ziehe ich das Teil nie mehr aus. NIE MEHR.  Toller Plan. Warum dann doch einiges schief gegangen ist, möchte ich Euch heute erzählen. Das Wichtigste zuerst: Es lag nicht am Schnittmuster, denn das ist durchdacht und von der Passform her top. Nein, ich war das Problem. Ich und mein Hang zum Huddeln, wenn die Uhr tickt.  Sehr herziger Rückenverschluss. Aber schön der Reihe nach: Dieser Stoff nach einem Design von gefällt mir schon seit Monaten. Seit Cloud9 ihn zum ersten Mal auf Instagram gezeigt hatte, stand er auf meiner „haben-will-Liste“. 1,5 Meter werden sicher reichen, dachte ich mir, und setzte die Bestellung ab. Ich hätte besser mehr nachgedacht oder am besten in der Schnittanleitung nachgelesen, denn eine Wanderer Tunika in meiner Grösse ist nicht mit 1,5 Meter genäht. Aber egal, Super-Bettina biegt das wieder hin… (Fortsetzung folgt.) Beim Zuschnitt passierte dann …

Rock-Festival

Nun ist es ist offiziell: Marigold, der Kleid/Rock-Schnitt des amerikanischen Indie-Labels Blank Slate Pattern, ist mein neuer Lieblingsschnitt. Ihr habt mich neulich schon in der Kleid-Version gesehen, heute zeige ich Euch auch noch die superschnell genähte Rock-Variante. Nix Reissverschluss, nix Abnäher, einfach nur Taschen antackern, geradeaus nähen, Gummi rein – fertig.  Im Prinzip wäre dieser Blogeintrag nun zu Ende. Ich kann Euch aber nicht gehen lassen, ohne Euch etwas zum hier vernähten Stoff zu erzählen. Wie Ihr sicher gemerkt hat, kommt der weder von Hamburger Liebe (obwohl es farblich denkbar wäre), noch von Birch (wenngleich das farblich komplett ausgeschlossen wäre), noch von Lillestoff (obwohl die ungefähr jedes Schaltjahr auch mal einen Webstoff raushauen).  Nein, Ihr seht hier einen wirklich ausgefallenen Stoff, der von der niederländischen Firma Vlisco für den afrikanischen Markt hergestellt wird. Ja, richtig gelesen. Ein Anbieter aus Holland ist in Ländern wie Ghana oder der Elfenbeinküste DER Stoffausstatter im gehobeneren Preissegment.  Warum das so ist, ist schnell erklärt: Der westafrikanische Markt ist schon seit Jahrzehnten fest in asiatischer Hand. Die Prints, die man …

The Top Knot Tour

This post is in English and German.  Dieses Posting ist zweisprachig verfasst, auf Englisch und auf Deutsch.   Wooohooo! Let the fun begin. The TOP KNOT TOUR starts here and now… Jippie! Die TOP KNOT TOUR startet. Und ich mache den Anfang… Whenever I choose fabric for a project I always think about the person who will wear the  finished garnment. For example my daughter Ida: She has big blue eyes, blond hair and a rather fair complexion. In white or beige clothes she looks like some French cheese. And in black or grey she resembles a little vampire… BUT blue always works for her. Sky, cornflower, royal, indigo – it doesn’t matter.  Wenn ich Stoffe für ein Projekt auswähle, dann habe ich immer auch die Person im Sinn, für die ich nähen werde. Nehmen wir zum Beispiel meine Grosse: blaue Augen, blonde Haare, heller Teint. In Weiss oder Beige sieht sie aus wie ein Camenbert, in Schwarz oder Grau wie ein Vampir. Was immer geht, ist Blau. Kornblumenblau, Hellblau, Königsblau, Preussischblau, Petrol, Graublau. When …

Mom’s got a new dress

Es ist kein Zufall, dass ich hier vor allem Kleider zeige, die ich für andere genäht habe. Für die Töchter, für die Nachbarskinder, für die Katzen im Quartier und so weiter. Wenn es um Sachen für mich geht, bin ich total „heikel“, wie man hier in der Schweiz zu sagen pflegt.  Ich bin, um es wie meine Grossmutter (Gott hab sie seelig) zu formulieren, ein festes Mädchen. An mir ist was dran, und zwar an Brust UND Keule. Kein Grund, sich deswegen zu grämen, sich niedergeschlagen und schlecht zu fühlen. Oder gar von Diät zu Diät zu schlingern. Nein, es ist, wie es ist. Meine Kurven wollen aber nett in Szene gesetzt – und nicht unter Zeltplanen versteckt werden. Ich bin doch nicht der Berliner Reichstag. Jetzt könnte man sagen: Hey, die kann doch nähen! So what?   Aber genau da fangen die Probleme an. Obwohl ich unermüdlich neue Anläufe starte, meine me-made-Garderobe zu erweitern, landete ein Grossteil der selbstgenähten Teile bisher in der Nachthemd/Schlafanzug-Schublade. Das lag nicht an den Stoffen oder Farben, sondern an den …

In meinem Nähkästchen

Ich muss Euch etwas gestehen: Ich liebe es, Fotos fremder Nähplätze anzuschauen. Je detailreicher, desto besser. Mein Studieren und Starren hat etwas Voyeuristisches, schon klar. Aber ich brauche das. Zeige mir Dein Nähkästchen und ich sage Dir, wer du bist – und vor allem wie du nähst!  Ich will sämtliche Details erfassen. Welche Stoffe lagern bei anderen Näherinnen im Regal? Vielleicht dieselben Prints wie bei mir? Oder ganz andere Designs, mehr Pastell und Rosendrucke = so was von nicht mein Stil? Vielleicht verstecken die Fremden ihre Webware auch in meterhohen Schränken, um die heikle Ware vor dem bösen UV-Licht und dem omnipräsenten Staub zu schützen? (Und leidet darunter nicht die Kreativität, wenn man den Stoff erst aus dem Tresor holen muss, bevor man Muster kombiniert?) Brennend interessiert mich auch immer diese Frage: Wie bringen andere Handarbeiterinnen Ordnung in das Garnrollen-Chaos? Der vielleicht wichtigste Aspekt, der für einen ausführlichen Blick in anderer Leute Nähkästchen spricht: Gibt es einen Organisationskonzepte, die man selbst abkupfern könnte? Einen genialen Nähplatz-Hack sozusagen? Als mich Matthias Fluri, der Pressemensch von Bernina, fragte, ob ich …

Wie gut, dass niemand in den See gefallen ist

Ich weiss nicht, ob es an unserem Leitungswasser liegt, aber hier, im schönen Zürcher Oberland, wohnen mehrere Nähbloggerinnen quasi nebeneinander. Ich könnte von meinem Zuhause aus in ungefähr einer halben Stunde zu Frölein Tilia laufen. Und bei Frau Stjärnmönster wäre ich in einer Dreiviertelstunde. Selbstverständlich auch hier zu Fuss, denn wir sind hier selbstverständlich alle total beweglich und fit (Leitungswasser!) Da wir Kinder im gleichen Alter haben, ähnliche Designvorlieben teilen und – am wichtigsten – alle Drei an denselben Stellen lachen können – war es vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis wir auch mal für ein Projekt zusammenspannen würden. Am Anfang stand nur eine wage Idee: Wir wollten aufeinander abgestimmte Outfits für unsere Töchter nähen. Die Mädels hatten ziemlich konkrete Vorstellungen. Sie wünschten sich spielplatztaugliche Klamotten. Also bitte keine Kleidchen… Kein Problem. Da wir Grossen gerade alle drei für Annikas Näh-Connection aktiv sind, waren die Schnitte schnell gefunden. Ihr seht drei wunderbar leichte „Wanderer“ Mädchentunika und passend dazu drei zuckersüsse Bubble-Shorts. Beide Muster gibt es exklusiv in deutscher Übersetzung bei Näh-Connection. Die Mädchentunika „Wanderer“ …

Geht es noch bunter? Nö!

Wenn ich meinen Stil beschreiben sollte, würden mir vor allem drei Dinge in den Sinn kommen:1. Farbe2. Farbe3. Und noch mehr Farbe.Ich berausche mich an Nuancen, an Schattierungen und an Farbharmonien. Obwohl ich manchmal  total selten auch einfarbige Stoffe verarbeite, zieht es mich immer wieder zu den wirklich ausdrucksstarken Prints. Dass das mitunter zur Gratwanderung werden kann, wisst ihr. Die Linie zwischen „wahnsinnig schön“ und „wahnsinnig bunt“ (Hilfe!) ist hauchdünn.  Ich verrate Euch heute einen kleinen Trick, wie man beim Kreieren „perfekter“ Farbkombinationen mogeln kann. Und das geht so: Man nehme einen asymmetrischen, quietschbunten Japanstoff. Ich habe es leider verschwitzt, das zwei Meter lange Stoffstück aus dem Hause Kokka vor der Verarbeitung zu fotografieren. (Zu meiner Schande kann ich Euch auch nicht mit dem genauen Namen der Kollektion versorgen, da der Print schon sehr lange in meinem Regal lag… sorry dafür.)  Aber ich schätze, Ihr könnt euch den Stoff vorstellen. Obwohl alles schön zusammenpasst, ist der Print (selbst für mich) eine Spur too much. Es gibt Blumenfelder, es gibt Streifen, es gibt panelartige Rapporte.  Nun …

Das Wasserfarbenkleid

Ich gebe zu: Auch ich war überrascht von dem Ergebnis. Ihr kennt das alle: Wir stellen uns vor, wie sich alles fügt, wie ein Stoff mit dem Schnitt harmoniert, wie die anderen Nähzutaten das Gesamtbild verfeinern. Ja, im Kopf ist alles klar. Aber wir wissen auch, dass sich nicht jedes Projekt wie gedacht entwickelt… Hier hat alles gepasst. Am Anfang stand der Schnitt BLUE RIDGE KLEID von der amerikanischen Designerin Holli Coats. Ein ungewöhnlicher Entwurf, der im vergangenen Jahr im englischsprachigen Raum für Furore gesorgt hat. Als Annika von Näh-Connection das Schnittmuster ins Deutsche übersetzte und in ihre „Wild-and-free“-Sommerkollektion aufnahm, war ich im siebten Kleidchenhimmel.  Das Blue Ridge Kleid (das übrigens auch zu einer Tunika verkürzt oder unendlich verlängert werden kann) hat eine kurvenartig verlaufende Empire-Taille. Alle Ausschnitte werden mit Schrägband versäubert. Besonders raffiniert ist der Einsatz des Bandes in der Kleidmitte. Dort legt sich der Stoffstreifen wie eine kleine Welle über die eingereihten Rockteile. Das Oberteil ist komplett verstürzt, die Seitennähte werden mit einer Prinzessnaht verschlossen. Fazit: Das Finish könnte nicht professioneller sein. Dass die …

Charleys Welt

Ich möchte heute mit Euch über ausgefallene Stoffdesigns reden. Es gibt Prints, die graben sich tief in das Kulturgedächtnis einer Nation ein. Denkt nur an das Blumenmuster Unikko von Marimekko. Ganz ähnlich ist es mit den unzähligen Grafiken, die der amerikanische Illustrator und Künstler Charley Harper (1922-2007) entworfen hat. Wenn er beispielsweise einen Vogel zeichnete, dann konzentrierte er sich auf das Wesentliche: Flügel, Schnabel, Federkleid, fertig. Er setzte Farben sehr gezielt und so authentisch wie möglich ein. Bei ihm gab es weder Farbverläufe noch wimmelbildartige Details. Als der amerikanische Stoffhersteller Birch Fabrics seine erste Kollektion nach Vorlagen von Charley Harper plante, konnte noch niemand ahnen, wie gut die Prints (Baumwollwebware, Interlock, Canvas und Double Gauze) bei den Kunden ankommen würden. Zwischenzeitlich ist schon die dritte Kollektion erschienen… Erwähnte ich, wie sehr ich die Illustrationen von Harper mag? Ich habe mich für den Interlock „Tropical Fish“ aus der aktuellen Kollektion „Charley Harper maritime“ entschieden. Ihr bekommt die Stoffe zum Beispiel in der Eulenmeisterei (Silvia, die Inhaberin, mag Charley Harper auch so gerne wie ich.) Da die …

Über Waldfeen und Baumelfen

Habt Ihr schon mal etwas von „mori kei“ gehört? Dieser Begriff stammt aus dem Japanischen. Mori = Wald und kei = Stil, frei übersetzt ist „mori kei“ ein besonders in der japanischen Modeblogger-Szene anzutreffenden Trend, sich erd- und naturverbunden zu kleiden. Leicht fallende Gewebe, eher zu viel als zu wenig Stoff, sanfte Farbtöne, viel Grün, Braun und Grau. Im Land der aufgehenden Sonne steht „mori kei“ aber nicht nur für einen bestimmten Style, sondern für ein ganzes Lebensgefühl. Sich nicht einengen lassen, sich nicht in den Grossstadtfluchten verlieren, aus dem Alltag ausbrechen, frei und selbstbestimmt leben – und vielleicht zu einer Waldfee oder einer Baumelfe werden… Als das kanadische Indie-Sewing-Label Elegance&Elephants ein neues Kleidchen vorstellte und es auch noch „Mori Dress“ nannte, musste ich sofort an „mori kei“ denken. Keine falsche Assoziation, wie sich herausstellte. Heidi, die Schnittmusterdesignerin, hat tatsächlich all die typischen Elemente aufgegriffen, die den japanischen Stil so einzigartig und zauberhaft machen. Dass es das Kleidchen nun auch in deutscher Übersetzung bei Näh-Connection gibt, freut mich ganz besonders. Das Mori Kleid ist anders, es setzt …

Eine Hose, die miaut

Keine Ahnung, ob ihr das wisst, aber ich liebe englischsprachige Schnittmuster. Warum? Weil die Designerinnen aus USA, Kanada oder Australien so herrlich unverkrampft an die Konstruktion herangehen. Natürlich muss ein Kleidungsstück auch dort passen. Aber abgesehen davon ist fast alles erlaubt. Hauptsache, es ist am Schluss zuckersüss und kindgerecht. Als Olga vom Label Coffee+Thread erste Bilder ihrer neuen Kreation, den  Wild-and-Free-Lounge-Pants, postete, hatte sie mich bereits im Sack. Eine Hose mit Tiergesicht auf den Knien? Wie lieb ist das denn? Ich wusste: So eine muss ich für meine Kleine machen.  Deswegen testete ich das Schnittmuster für Olga und produzierte diese herzallerliebste Büsi-Hose. (Zur Erklärung: Büsi ist Schweizerdeutsch für Katze… ich glaube sogar, dass das englische „Pussycat“ mit dem Wort verwandt ist.) Ich habe die Variante A genäht, also eine Hose mit Taschen, abgesetzten Kniebereichen, Plotter-Applikation und zwei wunderbaren Öhrchen. Ihr seht hier eine Grösse 4 mit Beinlänge 5. Der Hauptstoff ist unverkennbar von byGraziela, die Knieflecken sind aus einem einfarbigen Jersey von Lillestoff. Die Applikationen wurden nach einer der Vorlage geplottert, die im Schnittmuster enthalten …

Freischwimmer

Kennt ihr dieses Emoji mit den Herzchen-Augen? Ja? Okay – dann wisst ihr schon ziemlich genau, wie mein Näh-Freundeskreis auf die Badesachen reagiert hat, die ich für meine Töchter gemacht habe. Sehr schmeichelhaft. „Versuch‘ es doch auch mal!“, ermutigte ich die Damen daraufhin. Ihre Reaktionen ähnelten dann jeweils dem Smiley mit den zusammengekniffenen Augen und der herausgestreckten Zunge. Oder dem mit dem Edvard-Munch-Gesicht: Angstschweiss, Schnappatmung, blankes Entsetzen. Da ich vermute, dass es euch da draussen ganz ähnlich geht, habe ich mir fest vorgenommen, euch die Furcht zu nehmen. Lasst uns zu allererst über das Material reden. Ja, Lycra (in englischsprachigen Ländern Spandex genannt, ist aber dasselbe) ist so flutschig wie ein nasser Aal.  Aber – und nun kommt das Positive – der Fisch ist keinesfalls lebendig, sondern sehr tot. Heisst: Obwohl das Material glatt und rutschig ist, bleibt es dennoch schön unter dem Nähfuss liegen. Ihr braucht weder eine spezielle Sohle, noch einen besonderen Faden, um Lycra zu verarbeiten. Heftmarathons sind auch nicht nötig. Stecknadeln reichen vollkommen aus, um die Schnitteile zusammenzuhalten. Das gelingt besonders …

Knickerbocker-Alarm

Es gibt Leute, die horten jahrelang tonnenweise Stoff, um dann irgendwann einmal das perfekte Design für einen bestimmten Schnitt zu haben. Die anderen sehen einen Stoff – und wissen sofort, was daraus werden soll. Ich gehörte jahrelang in die erste Kategorie. Ein Stoff-Messie aller erster Güte. Aber irgendetwas hat sich geändert, seit ich diesen Blog habe. Als ich diesen wunderbaren Babycord „Heart of Gold“ (by Elizabeth Olwen) für Cloud9 Fabrics in der Eulenmeisterei entdeckte, wusste ich sofort, dass er eine Knickerbocker-Frida werden will. Knickerbocker-was?  Ursprünglich nannte man so Hosen, deren Stoff bauschig bis kurz unters Knie fielen. Diese Art der Schnittführung war praktisch für Leute, die öfter mal auf ihren Knien herumrutschen mussten, also Fussballspieler oder Wanderer. Der Unterschenkel wurde züchtig von hohen Strümpfen bedeckt. Die Knickerbockers, ursprünglich aus Leder, später dann auch aus Tweed gefertigt, waren besonders in den 1910er und 1920er  Jahren der Renner. Interessanterweise durften auch Frauen so herumlaufen.   2 Als Milchmonster eine Knickerbocker-Frida in ihr Programm aufnahm, jauchzte mein Retroherz. Der Rest ist schnell erzählt: Frida plus superschöner Stoff plus gut …

Miss Polly Blogtour

  This post is in English and German.  Dieses Posting ist zweisprachig verfasst, auf Englisch und auf Deutsch.   Let’s bake some cupcakes, MISS POLLY! Actually it is Miss Ida. But when my daughter wears her new MISS POLLY dress she becomes little Miss Polly – fresh out of a vintage commercial. Stirring dough, making sugar frosting, adding sprinkles – yummy! The MISS POLLY pattern has that special 1950 attitude. I opted for two canvas fabrics (cotton-linen-mix). The bubbly one with the peacocks on it was made by Kokka, Japan. And the magenta one is from Cotton+Steel, USA. I’m not sure, but I think I got both fabrics from Miss Matatabi. Frances carries almost everything from Kokka and Cotton+Steel. Can you see the golden rice falling down like sugar sprinkles? Lass uns Cupcakes backen, MISS POLLY! Okay, genau genommen ist das hier auf den Fotos nicht Miss Polly, sondern mein kleines Fräulein Ida. Aber wenn sie ihr neues MISS POLLY Kleidchen trägt, dann sieht sie aus wie aus einem 50er Jahre Werbespot. entsprungn. Sie rührt …

Eine Ida für meine Ida

Ich konnte nicht anders. Ich musste das Schnittmuster „Ida“ einfach kaufen. Schliesslich heisst meine Grosse auch Ida. Eine Ida für die Ida – bei dem Gedanken schmolz ich dahin wie ein Stück Schoggi in der Ostersonne. Als sich meine Mutterhormone (nach dem Download) wieder etwas beruhigt hatten, machte ich mich mit der Tunika „Ida“ von Hedi näht vertraut. Das Teil ist einfach konstruiert: Ein Vorderteil, ein Rückenteil, nach Bedarf noch zwei aufgesetzte Taschen – fertig. Versteht mich nicht falsch, simple Vorlagen sind super. Nicht (nur), weil sie so schnell genäht sind, sondern auch, weil sie ausdrucksstarken Stoffen Platz lassen.Den Meter von Kokka, den ich für meine erste „Ida“ verarbeitet habe, hatte ich seit über einem Jahr wie meinen Augapfel gehütet. Gekauft an einem garstigen Februartag auf einem Berlin-Trip bei idee.Berlin (riesiges Kokka-Sortiment!), gut gelagert zwischen den gelben und weissen Stoffen in meinem heimischen Regal, zog ich ihn immer wieder hervor. Das Blockstreifenmuster, die ausdrucksstarken Farben, die wunderbare Baumwoll-Leinen-Qualität, total mein Stil. Doch immer, wenn ich „vielleicht“ dachte, schüttelte das bunte Muster seine Fäden und protestierte. Bis jetzt.  …

Die Lieblingstunika 2.0

Die Sonne schien, die Vögel zwitscherten – und es war saukalt an diesem Frühlingstag im März. Trotzdem wollte meine Tochter ihre neue Lieblingstunika anziehen. Ihr Motto: Wenn schon frieren, dann doch bitte mit Stil… Nun gut, her mit der Kamera! Ich präsentiere den frisch überarbeiteten Schnitt der Lieblingstunika  von Erbsenprinzessin. Das Modell, das schon lange zur Produktpalette von Britta (alias Erbsenprinzessin) gehört, fiel früher gerade in den höheren Grössen eher kastig aus. Nach dem „Facelift“ sitzt die Lieblingstunika nun vor allem im Brustbereich figurnäher, die Ärmel sind auch schmäler geworden. An dieser Stelle muss ich erwähnen, dass ich das Schnittteil für die Ärmel weiter optimiert habe. Das war keine Hexerei, ich musste dafür  das Schnittteil für den kurzen Ärmel um ca. einen Zentimeter kürzen – und dann einen Halbkreis auf das Schnittteil aufzeichnen. Den „Halbmond“ abschneiden – und fertig sind die Cap Sleeves. Die Passen sind mit einem doppelt gelegten Bündchenstreifen versäubert. Beim Annähen müsst ihr darauf achten, den Streifen rund um den Hals (nur ein klein wenig!) zu dehnen. Sobald ihr im geraden Bereich …

Eine kleine Wanda

 Seit einigen Wochen näht die Welt „Wandas„. Wanda, so heisst ein im vergangenen Herbst veröffentlichtes Schnittmuster von Schnittgeflüster. Ich muss gestehen: Anfangs war mir nicht klar, warum diese eher simple Vorlage auf so viel Anklang stiess und immer noch stösst. Das Konstruktionsprinzip von Wanda ist weder innovativ noch revolutionär: Man nehme ein simples Oberteil uns setze einen gerafften Rockteil an. Fertig. Variationsmöglichkeiten gibt es nur im Rahmen der üblichen Anpassungsmöglichkeiten, also länger = Kleidchen, kürzer = Tunika. Nachdem ich eine Wanda genäht habe, vollführe ich hier gerne die Rolle rückwärts: Obwohl  – oder gerade weil – der Schnitt wenig aufregend ist, ist er so brauchbar. Die A-Linie passt gut zu allen Körperformen, die schwingende Form engt die Kinder nicht ein. In den USA würde man Wanda ein „Play Dress“ nennen, also ein Spielkleidchen. Ich habe im Netz viele pastellfarbene Wandas entdeckt. Eigentlich schade, denn der Schnitt ist geradezu perfekt, um auch auffälligere Stoffe in Szene zu setzen. Ich zeige euch hier den wunderbaren Biojersey „Evening Knit“aus dem Hause Monaluna. Das kleine kalifornische Unternehmen produziert Web- …