About

 

Ich heisse Bettina, bin 40 Jahre alt und habe ein klitzekleines Suchtproblem. Wenn ich ohne Stoff bin, dann geht’s mir schlecht. Da man als echter Junkie vorbeugen muss, besitze ich so drei, vier Meter von der besten Ware. Okay, es könnten auch fünf bis sechzig Meter sein. Grob geschätzt. Vom Jersey. Dann noch die Webware, die Bündchen, die Wachstücher.Tut jetzt nicht so entrüstet! So ist das halt bei denen, die an der Nadel hängen. Die brauchen Stoff. Viel Stoff. Natürlich habe ich auch das passende Zubehör, also mehrere Kilometer Schrägband, Paspeln und Litzen… Ihr versteht.Mein Mann findet ja, dass wir bald einen Laden eröffnen könnten – ach was – einen kompletten Supermarkt. Aber was weiss der schon? In den Stoffgeschäften meines Vertrauens zahle ich übrigens am liebsten in bar. Anschliessend schmuggle ich die Ware in einer Papiertragetasche nachhause. (Oder hätten Sie Lust, jedes Mal einen Vortrag über Sinn und Unsinn von ausufernder Lagerhaltung zu hören? Also ich nicht.)

„Warst du einkaufen?“

„Äh, nein, wieso?“

„Der Supermarktbeutel.“

„Ach, deeeer. Altpapier. Alles voller Altpapier.“

Wenn Sie jetzt finden, mein Verhalten passe nicht zu meiner Rolle als treusorgende Ehefrau und zweifache Mutter, dann kann ich argumentieren, dass ich ja auch Geld verdiene. Ich arbeite als Journalistin. Sie kennen mich vielleicht von meiner Familienkolumne, die von 2012 bis 2017 im Schweizer Migros-Magazin erschien. Oder vielleicht von meiner neuen DIY-Kolumne „Miss L.„? Vielleicht auch als Autorin diverser Magazintexte. Ich haue beim Stoffkauf also nicht nur die Kohle meines Liebsten auf den Kopf, immerhin jeder zehnte Meter wird aus meiner Schatulle bezahlt.

Mein Mann findet mein Hobby eher bizarr. Ja nun, damit kann ich leben. Leider haben meine Töchter ebenfalls nicht immer Verständnis für meine Leidenschaft. Neulich machte ich mit den Kindern einen ganz wunderbaren Ausflug. Wir waren beim Zahnarzt, dann im Baumarkt, und ganz am Schluss hielt ich dann ganz zufällig bei einem herzigen, kleinen Stoffladen an. Die Grosse weigerte sich doch tatsächlich, auszusteigen. Verräterin!

Spass beiseite oder wenigstens ein bisschen ernsthafter: Wenn man sein Hobby so sehr liebt, wie ich es tue, und ausserdem gerne schreibt, arrangiert und fotografiert, dann liegt es auf der Hand, einen eigenen Näh-Blog zu betreiben. Meine Seite heisst Stahlarbeit. Das passt, da ich an meinem Nähplatz von rostfreien Stählen umgeben bin, zum Beispiel von Scheren, Stecknadeln, Maschinennadeln, dem Nahtauftrenner (heissgeliebtes Ding!), den Spulen und so weiter. Dass der Job auch was mit Arbeit zu tun hat, das wisst ihr auch. Abgesehen davon dachte ich mir, die Welt braucht nicht noch ein weiteres Blögchen, das „Vreneli näht“ oder „Pupsi-Lou und der lustige Geradestich“ heisst. Also Stahlarbeit. Habt ihr Lust, mir beim Stahlarbeiten über die Schulter zu gucken? Dann seid herzlich Willkommen!

Viel Spass beim Lesen

 Bettina

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