Jahr: 2017

Den perfekten Farbton finden

Kennt ihr das? Diese Wand müsste dringend neu gestrichen werden. Nur in welchem Farbton? Was, wenn das schief geht? Lass uns doch lieber zu Weiss greifen… Echt? Nein, bitte nicht. Es ist nämlich gar keine Hexerei, den richtigen Ton zu finden. Schaut mal, ich habe euch ein kleines Tutorial zusammengestellt: Die neue Wandfarbe finden – Miss L. by Migros-Magazin

Gutes Design ist keine Leihgabe

Wenn Kinder etwas sehen, das ihnen gefällt, wollen sie es haben: „Einen klebrigen Lutscher, bitte.“ Spätestens im Erwachsenenalter sollten aber alle ein Gespür dafür entwickelt haben, dass  man eben doch nicht alles haben kann. Ein kleiner Teil der Stoff- und Schnittdesigner meistert diesen Entwicklungsschritt aber nie. Wenn es darum geht, ein neues Muster oder ein Design auf den Markt zu bringen, fallen bei ein paar Wenigen alle Hemmungen. Ich könnte aus dem Stand fünf Schnittmuster und Stoffdesigns aufzählen, die bis ins Detail abgekupfert wurden. Beim Ideenklau gibt es alles, vom dezentem Mopsen im Ausland (Wen interessiert , dass das neue Kleid exakt wie das eines skandinavischen Labels aussieht?) bis hin zum dreisten Plagieren bekannter Designs. Die Ertappten fühlen sich kein bisschen schuldig, da sich „ihre“ Designs gerade genug von der Vorlage unterscheiden, dass das Copyright nicht mehr greift…“ Ideenklau ist kein Kavaliersdelikt. Natürlich kann man das Rad nicht neu erfinden, eine Hose besteht immer noch aus zwei Beinen. Aber ich erwarte von Kreativen, dass sie etwas Eigenes kreieren. Ohne geistige Leihgaben.  

Warum alle Blau lieben

 Jeden Monat denke ich: Dieses Mal mache ich mit, dieses Mal bin ich dabei. Und immer kommt etwas dazwischen. Entweder eine für mich untragbare Farbe („Weiss“ —> darin sehe ich aus wie ein Camenbert), eine fiese Grippe (Hatschi!) oder einfach nur der ganz normale Alltagswahnsinn. Doch jetzt, im sechsten Anlauf, hat es geklappt. #12coloursofhandmadefashion, here I am! Heute machen wir es mal anders als sonst: Ich erzähle Euch nur ganz kurz, was ich genäht habe, denn – abgesehen vom hier benutzten Hamburger-Liebe-Stoff „Dotties“ – wisst Ihr schon alles über den Schnitt. Mal wieder ein Turner Dress von Cashmerette, dieses Mal mit Kappärmelchen. (Weitere Varianten meines Lieblingsschnittes findet Ihr hier und hier.)

Free Hugs und ein Gewinnspiel

Hallo! Sagt mal, ist Euch auch so heiss wie mir? Ich schmilze gerade. Ungefähr so müssen sich Kellerasseln fühlen, denen man den das Dach über dem Kopf (den Stein über den Fühlern) wegzieht. Und weil wir alle kollektiv schwitzen, dachte ich, ich zeige Euch doch mal schnell mein (momentan) allerliebstes Sommershirt-Schnittmuster: das Dartmouth Top von Cashmerette.

Betonliebe

Ich bemühe mich immer um passende Fotohintergründe. Bunte Hauswände, Container und Holzscheunen. Ihr kennt das schon. Am liebsten mag ich aber den Industrie-Chic nackter Betonwände. Oftmals passt das raue, ungeschönte Grau aber nicht zum Nähwerk. Manchmal aber eben doch.

Cool Britannia

Ist sie jetzt total durchgeknallt? Postet Bilder von einem Mantel aus superwarmem Wollwalk? Jetzt? Am wärmsten Tag des Jahres 2017? Ähm, ja. Es ist eigentlich ganz einfach: Ich konnte nicht bis zum Herbst warten. Das Ava-Jäckchen ist einfach zu schön geworden, um es noch monatelang einzumotten. Ausserdem plant die ordentliche Handarbeiterin bereits jetzt die Wintergarderobe, oder?

Nore und Nosh

Ich glaube, ich besitze alle Compagnie M. – Schnittmuster. ALLE. Ich liebe die Charles Pants, bekomme beim Ileana Dress Herzchen in die Augen und könnte den Julia Sweater in Endlosschleife nähen. Und jetzt das: Marte, die eigentlich auf Webwarenschnitte spezialisiert ist, haut mit dem Nore Dress einen genialen Jersey-Schnitt raus.

Coffee+Thread Tour 2017

This post is in English and German.  Dieses Posting ist zweisprachig verfasst, auf Englisch und auf Deutsch.   When Olga from the American indie label „Coffee+Thread“ calls, I have to follow. It’s as easy as this. I love her designs (and I kind of love Olga, the mom of four, who has a great sense of humor). No surprise that I have almost sewn all her patterns – except the Ila Dress. The decision to sew one up for her big Coffee+Thread tour was easily made. Ila has that special 1960 attitude: A-line, no ruffles (yay!) and stylish little front pockets.   Wenn Olga, die Designerin des amerikanischen Indie Labels „Coffee+Thread“ eine grosse Blogtour veranstaltet, dann muss ich einfach mitmachen. Ich mag ihre Schnitte total gerne (und ich mag Olga und ihren unerschütterlichen Humor… so muss man wohl sein, wenn man vier Kinder hat). Ich habe schon fast alles von ihr genäht, bis auf das Ila Kleid. Das ist ein relativ einfacher Schnitt, A-Linie, Sixties, kein Gerüschels (yay!) und coole Taschen.

Fifties forever!

In meiner privaten Zeitrechnung gibt es ein Leben vor dem Nähen – und eines seitdem. Früher stand ich regelmässig in grell ausgeleuchteten Läden und träumte von Klamotten in „meinen“ Farben und meiner Grösse. Der Aufprall auf dem Boden der Tatsachen war jeweils hart: Ich habe oft schlecht sitzende Teile in Kompromissfarben („Schwarz steht allen“) gekauft. Die Alternative wäre ein Heulkrampf in der Umkleidekabine gewesen. Eben. Doch nun ist alles anders. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage: Mit dem Nähen kam ein neues Lebensgefühl. Ich zeige Euch heute meinen aktuellen Lieblingsschnitt (Turner Dress von Cashmerette), leicht am Ausschnitt modifiziert, und zwei wunderschöne Biostoffe von Nosh aus der aktuellen Frühlingskollektion. Zusammen ergibt das ein Outfit wie aus einem 1950er Jahre Film.  Ich werde immer wieder gefragt, ob ich mir sicher bin, dass ich 46/48 trage. Bin ich. Der Trick besteht darin, die eigenen Vorzüge zu betonen. Hier mal – nur für Euch – ein Gedankenprotokoll meiner Ideen zu dieser Outfitplanung: Ich stehe total auf den Stoff mit den schwarzen Pünktchen (Nosh Pryry, pheasant black). Aber will ich …

Sommersweat und Wickelshirts

Wie oft kommt in unserer Branche ein wirklich innovatives Produkt auf den Markt? Ein Stoff, der sich wohltuend von Altbekanntem abhebt? Nicht oft, sage ich euch, nicht oft. Mit dem neuartigen Sommersweat, den es seit gestern zu kaufen gibt, ist dem Stoffbüro (mal wieder) ein grosser Wurf gelungen. Wenn dieser Biostoff kein Klassiker wird, dann weiss ich es nicht… Wie häufig entdeckt ihr einen Schnitt, der das Zeug zum Favoriten hat? Eben. Insofern ist das hier kein normaler Post, sondern eher so eine Art verbaler Freudentanz. Was soll ich zuerst? Stoff oder Schnitt? Schnitt oder Stoff? Okay, Schnitt. Das Oberteil, das ich euch hier zeige, ist das“Dartmouth Top“, der neueste Entwurf des Bostoner Labels Cashmerette.  „Dartmouth“ ist ein Fake-Wickelshirt für echte Kurven. Wie immer bei Cashmerette geht die Sause (leider erst) bei Konfektionsgrösse 44 los. Es gibt drei Grundschnitte: einen für Körbchengrösse C/D, für E/F und für G/H. Ihr entscheidet, ob ihr die Langarm, Dreiviertel- oder Kurzarmversion nähen wollt, ob ihr die Seitenpartien mit Framilon einkräuseln wollt (so wie ich es hier gemacht habe), oder …

Mein Meisterstück

Ich habe es tatsächlich geschafft. Nach einem ewig langen Anlauf ist mein wunderbarer Wind-und-Wetter-Parka (in Fachkreisen auch WWP genannt) endlich fertig. Aus dem ursprünglichen Herbstprojekt ist zwar ein Frühlingsmäntelchen geworden, aber: Who cares? Der berühmte Wind-und-Wetter-Parka war schon lange auf meiner Liste. Das Doofe war bisher nur, dass Svenja, die Inhaberin des Indie-Labels Lotte&Ludwig, das Ding ursprünglich nur bis Grösse 44 gradiert hat. Da passe ich auch unter Zuhilfenahme eines Schulöffels nicht rein. Da anscheinende viele Kundinnen eine Grössenerweiterung angeregt haben, gibt es das gute Stück seit ein paar Monaten nun bis zur Grösse 48. Perfekt.  Bevor ich in die Details gehe: Mein dunkelblauer WWP ist zum Niederknien schön geworden. Ich habe noch NIE etwas so Komplexes und gleichzeitig so Wunderbares hergestellt. Was mir besonders gefällt ist die Silhouette. Von vorne wird die Taille betont, der High-low-Saum sieht von der Seite ausserdem sehr sportlich und modern aus.  Wie so oft bei Lotte&Ludwig muss man als Kundin erst Mal eine Million Entscheidungen treffen. Näht man die lange Parka-Version oder doch lieber das kurze Anoräkchen? Mit dickem …

Frühlingserwachen

Ich habe den Winter sooo satt. Her mit der Sonne, der Wärme und vor allem mit den Farben! Geht es Euch auch so? Ja? Na, dann habe ich was Schönes für Euch: die neue Frühlingskollektion des Stoffbüros ist seit wenigen Tagen online. Und da so ein Fotoshooting gemeinsam viel mehr Spass macht, haben meine Nähfreundin/Bloggerkollegin Frölein Tilia und ich wieder gemeinsam genäht und geknipst. (Bereits zum dritten Mal, siehe hier und hier.) Enjoy! Die Mini-Modells stecken von Kopf bis Fuss in neuen Stoffbüro-Stoffen. Wir Mamis waren uns im Hinblick auf die Farbenverteilung schnell einig: Petrol-Offwhite, Petroleum und Gelb für Mademoiselle 1, Fuchsia, Offwhite-Mandarine und Gelb für Mademoiselle 2. Wir hätten aber gut und gerne auch Stoffe tauschen und anders mixen können. Diese Kollektion ist wirklich aus einem Guss. Sämtliche Stoffe sind wie immer aus Biobaumwolle gestrickt und „made in Germany“ ( von Albstoffe). Die aktuelle Stoffbüro-Kollektion umfasst vier Relief-Jacquards („Tangram), vier Doubleface-Jacquards („Federkleid“) und vier Streifenliebe-Varianten. Zu den altbekannten Farben gesellen sich nun Offwhite, ein cremiger Weisston (ungebleichte Baumwolle), und Mandarine, ein frisches Orange. Besonders toll: Die alten Töne lassen sich prima mit den …

Pullikleid oder Kleiderpulli

Es gibt viele Schönheitsoperationen, für die ich eine Kandidatin wäre. Oberlid-Korrekur? Yes. Wurstfinger-Verschmälerung? Definitiv! Doppelkinn absaugen? Sehr gerne. Einen Eingriff kann ich aber definitiv von der Liste streichen. Ich werde NIE eine Hinternvergrösserung brauchen. Hallo, Kim, Beyoncé und Nicki Minaj, ich bin wie Ihr!  In meinem neuen Jasper Dress (Schnitt via Näh-Connection) kann nun alle Welt meinen grandiosen Po bewundern. Er wird von diesen kecken vertikalen Teilungsnähten, die den Schnitt so besonders machen, wie ein Meisterwerk eingerahmt 😉   Aber jetzt mal schön der Reihe nach: „Jasper“ kommt wie der vor wenigen Tagen gezeigte Opal Cardigan aus dem Hause Paprika Patterns. Das ist ein holländisches Indielabel, das sich in der Vergangenheit vor allem durch neue Schnittführungen einen Namen gemacht hat. Jasper (in der Kleidversion) hatte ich schon lange auf meinem Radar. Wie schön, dass Annika von Näh-Connection den Schnitt nun für den deutschsprachigen Markt übersetzt hat. Da ich eine ihrer Botschafterinnen bin, führte kein Weg mehr an dem Sweatkleid vorbei. Ach, ja, Opal ist ein Edelstein, Jasper auch. Jasper heisst zu deutsch Jaspis = roter Quarzit. …

Ein Opal für alle Fälle

Huch? Hat sie da etwa Jeans an? Das fragte meine liebe Bloggerfreundin Maarika von Liivi&Liivi und rieb sich verwundert die Augen. Jaaa, sie hat tatsächlich recht. Wenn Frau ausnahmsweise mal kein Kleid, sondern einen Cardigan näht (alle Augenpaare bitte auf die petrolfarbene Weste!), müssen die Allround-Beinkleider an den Start. Der Westenschnitt kommt vom niederländischen Label „Paprika Patterns“ und heisst „Opal“. Fun fact: Alle Schnitte von Paprika Patterns sind nach Edelsteinen benannt. Ich gebe zu, dass ich mich gerne über die Namen von Schnitten lustig mache. Diese Taufe hier ist aber geglückt. Zur Erinnung: Ein Opal ist ein Edelstein, der allen Farben des Regenbogens schimmert. Vielseitig, wandlungsfähig und wertvoll – diese Attribute passen auch zu meinem neuen Opal Cardigan.  Ihr könnt den Opal Cardigan (Schnitt in deutscher Übersetzung seit wenigen Tagen bei Näh-Connection) in drei verschiedenen Längen nähen: bis zur Taille reichend, bis zur Hüfte oder ungefähr bis Höhe Kniekehlen. Ich habe mich für die Midi-Variante entschieden. Kurvige Mädels wissen, dass diese Länge besonders schmeichelhaft ist, vorausgesetzt man ist – so wie ich – gross. Kleinere …

Waterfall Raglan für Damen

Ich habe ein Faible für Designer, die ausgetretene Pfade verlassen, die uns etwas Neues anbieten, uns Entwürfe vorlegen, die (noch) ungewohnt sind. Gabriela vom kalifornischen Indie-Label Chalk and Notch ist für mich die Königin dieser Disziplin. Die Schnittdirektrice hat nun mit dem Waterfall Raglan Top and Dress erneut einen Schnitt veröffentlicht, der schon bald von anderen kopiert werden wird… Stellt Euch ein Raglanshirt vor. Eines mit gut sitzender Schulterpartie und exakt abschliessendem Halsausschnitt. Nett. Doch was passiert, wenn die Schulterpartie nun nicht in ein gerade geschnittenes Oberteil mündet? Wenn stattdessen ein sehr weit ausgestelltes Top folgt? Ich gebe zu, ich war skeptisch. Nachthemd war das erste Wort, das mir in den Sinn kam.  Ich nähe so gerne, weil ich dabei Grenzen ausloten kann, weil ich das in 40 Jahren gesammelte Wissen über das, was mir steht, hinterfragen und korrigieren kann. Nehmen wir diese grosse Rüsche. Der „Wasserfall“ ist verspielt und für sich genommen so etwas von nicht mein Stil. Wir sind ja schliesslich nicht bei „Unsere kleine Farm“, oder?  Als Gegengewicht zu den geometrisch geprägten Raglanärmeln funktioniert der …

Turner Dress – der It-Schnitt aus den USA

Ich habe eine neue Lieblingsdesignerin: Jenny von Cashmerette. Ihr erinnert Euch vielleicht an mein kunterbuntes Appleton-Wickelkleid von neulich? Heute zeige ich einen weiteren Schnitt aus dem Cashmerette-Portfolio: das Turner Dress. Das ist ein so genanntes „Skater Dress“. So nennt man Damenkleider aus dehnbaren Materialien, die eng am Oberkörper anliegen und im Rockteil weit schwingen. Die Konstruktion betont die Taille und weibliche Kurven.  Da Cashmerette im Plus-Size-Bereich gradiert, hier noch schnell die Links zu Anbietern, die Skater-Dress-Schnitte im Normgrössen-Bereich Sortiment haben: „Moneta Dress“ von Colette Patterns, „Lady Skater“ von Kitschy Coo. (Ausserdem hat mir ein Vögelchen gezwitschert, dass eines meiner Lieblingskinderlabels Madeit Patterns aus Grossbritannien an einem Skater Dress für Mädchen und Teenies arbeitet.)   Das Turner Dress ist seit seiner Veröffentlichung DAS Sensationsschnittmuster auf dem Curvy-Sewing-Markt. Es steht erstaunlicherweise fast allen Näherinnen, egal, ob die Problemzone weiter oben oder weiter unten liegt. Gerade läuft die Wahl zum besten Kleiderschnittmuster im Curvy Sewing Collective in den USA. Und ich sage Euch: Das Turner wird in seiner Kategorie abräumen. Da bin ich mir seeeehr sicher. Ich konnte …