Month: April 2016

Eine Hose, die miaut

Keine Ahnung, ob ihr das wisst, aber ich liebe englischsprachige Schnittmuster. Warum? Weil die Designerinnen aus USA, Kanada oder Australien so herrlich unverkrampft an die Konstruktion herangehen. Natürlich muss ein Kleidungsstück auch dort passen. Aber abgesehen davon ist fast alles erlaubt. Hauptsache, es ist am Schluss zuckersüss und kindgerecht. Als Olga vom Label Coffee+Thread erste Bilder ihrer neuen Kreation, den  Wild-and-Free-Lounge-Pants, postete, hatte sie mich bereits im Sack. Eine Hose mit Tiergesicht auf den Knien? Wie lieb ist das denn? Ich wusste: So eine muss ich für meine Kleine machen.  Deswegen testete ich das Schnittmuster für Olga und produzierte diese herzallerliebste Büsi-Hose. (Zur Erklärung: Büsi ist Schweizerdeutsch für Katze… ich glaube sogar, dass das englische „Pussycat“ mit dem Wort verwandt ist.) Ich habe die Variante A genäht, also eine Hose mit Taschen, abgesetzten Kniebereichen, Plotter-Applikation und zwei wunderbaren Öhrchen. Ihr seht hier eine Grösse 4 mit Beinlänge 5. Der Hauptstoff ist unverkennbar von byGraziela, die Knieflecken sind aus einem einfarbigen Jersey von Lillestoff. Die Applikationen wurden nach einer der Vorlage geplottert, die im Schnittmuster enthalten …

Freischwimmer

Kennt ihr dieses Emoji mit den Herzchen-Augen? Ja? Okay – dann wisst ihr schon ziemlich genau, wie mein Näh-Freundeskreis auf die Badesachen reagiert hat, die ich für meine Töchter gemacht habe. Sehr schmeichelhaft. „Versuch‘ es doch auch mal!“, ermutigte ich die Damen daraufhin. Ihre Reaktionen ähnelten dann jeweils dem Smiley mit den zusammengekniffenen Augen und der herausgestreckten Zunge. Oder dem mit dem Edvard-Munch-Gesicht: Angstschweiss, Schnappatmung, blankes Entsetzen. Da ich vermute, dass es euch da draussen ganz ähnlich geht, habe ich mir fest vorgenommen, euch die Furcht zu nehmen. Lasst uns zu allererst über das Material reden. Ja, Lycra (in englischsprachigen Ländern Spandex genannt, ist aber dasselbe) ist so flutschig wie ein nasser Aal.  Aber – und nun kommt das Positive – der Fisch ist keinesfalls lebendig, sondern sehr tot. Heisst: Obwohl das Material glatt und rutschig ist, bleibt es dennoch schön unter dem Nähfuss liegen. Ihr braucht weder eine spezielle Sohle, noch einen besonderen Faden, um Lycra zu verarbeiten. Heftmarathons sind auch nicht nötig. Stecknadeln reichen vollkommen aus, um die Schnitteile zusammenzuhalten. Das gelingt besonders …

Knickerbocker-Alarm

Es gibt Leute, die horten jahrelang tonnenweise Stoff, um dann irgendwann einmal das perfekte Design für einen bestimmten Schnitt zu haben. Die anderen sehen einen Stoff – und wissen sofort, was daraus werden soll. Ich gehörte jahrelang in die erste Kategorie. Ein Stoff-Messie aller erster Güte. Aber irgendetwas hat sich geändert, seit ich diesen Blog habe. Als ich diesen wunderbaren Babycord „Heart of Gold“ (by Elizabeth Olwen) für Cloud9 Fabrics in der Eulenmeisterei entdeckte, wusste ich sofort, dass er eine Knickerbocker-Frida werden will. Knickerbocker-was?  Ursprünglich nannte man so Hosen, deren Stoff bauschig bis kurz unters Knie fielen. Diese Art der Schnittführung war praktisch für Leute, die öfter mal auf ihren Knien herumrutschen mussten, also Fussballspieler oder Wanderer. Der Unterschenkel wurde züchtig von hohen Strümpfen bedeckt. Die Knickerbockers, ursprünglich aus Leder, später dann auch aus Tweed gefertigt, waren besonders in den 1910er und 1920er  Jahren der Renner. Interessanterweise durften auch Frauen so herumlaufen.   2 Als Milchmonster eine Knickerbocker-Frida in ihr Programm aufnahm, jauchzte mein Retroherz. Der Rest ist schnell erzählt: Frida plus superschöner Stoff plus gut …

Miss Polly Blogtour

  This post is in English and German.  Dieses Posting ist zweisprachig verfasst, auf Englisch und auf Deutsch.   Let’s bake some cupcakes, MISS POLLY! Actually it is Miss Ida. But when my daughter wears her new MISS POLLY dress she becomes little Miss Polly – fresh out of a vintage commercial. Stirring dough, making sugar frosting, adding sprinkles – yummy! The MISS POLLY pattern has that special 1950 attitude. I opted for two canvas fabrics (cotton-linen-mix). The bubbly one with the peacocks on it was made by Kokka, Japan. And the magenta one is from Cotton+Steel, USA. I’m not sure, but I think I got both fabrics from Miss Matatabi. Frances carries almost everything from Kokka and Cotton+Steel. Can you see the golden rice falling down like sugar sprinkles? Lass uns Cupcakes backen, MISS POLLY! Okay, genau genommen ist das hier auf den Fotos nicht Miss Polly, sondern mein kleines Fräulein Ida. Aber wenn sie ihr neues MISS POLLY Kleidchen trägt, dann sieht sie aus wie aus einem 50er Jahre Werbespot. entsprungn. Sie rührt …